Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maßgeschneiderte Online-Lernplattform: Verbundprojekt macht Arbeitnehmer fit für Industrie 4.0

01.04.2019

Eine neue Online-Lernplattform macht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fit für den digitalen Wandel und Industrie 4.0. Forschende der Universität Ulm aus Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften sowie Psychologie entwickeln die mitarbeiter- und unternehmensspezifische Plattform gemeinsam mit Praxispartnern aus der Industrie. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das Projekt „Lernen in der digitalisierten Arbeitswelt“ (LidA) für zunächst drei Jahre mit 2,3 Millionen Euro.

Der digitale Wandel verändert die Arbeitswelt grundlegend. Für Unternehmen und deren Beschäftigte birgt dieser Umbruch viele Chancen. Doch oftmals begegnen Arbeitnehmer dem digitalen Wandel mit Skepsis, da sie unter anderem den Verlust ihres Arbeitsplatzes befürchten.


Das Verbundprojekt „Lernen in der digitalisierten Arbeitswelt“ (LidA) hat sich als Ziel gesetzt, Arbeitnehmer für die Herausforderungen von Industrie 4.0 fit zu machen. Dabei setzen die Forschenden aus Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften sowie Psychologie auf mitarbeiter- und unternehmensspezifische Lehr- und Lernangebote, die auf einer Online-Plattform bereitgestellt werden.

Diese Plattform wird im Verlauf des Projekts mit den Praxispartnern erprobt. Das vom International Performance Research Institute (IPRI) koordinierte Projekt wird für drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Fördersumme von 2,3 Millionen Euro unterstützt.

Vom digitalen Wandel ist zum Beispiel der Maschinen- und Anlagenbau betroffen: Durch die zunehmende Vernetzung und Digitalisierung verändern sich die Aufgabengebiete der bundesweit rund 1,1 Millionen Beschäftigten grundlegend. Um in dieser neuen Arbeitsumgebung bestehen zu können, müssen die Kompetenzen der oft langjährigen Mitarbeiter weiterentwickelt werden:

So werden beispielsweise Beschäftigte an Montagelinien Informationen zukünftig schneller verarbeiten, selbstständig Entscheidungen ableiten und eigenverantwortlich handeln müssen. Im Verbundprojekt LidA untersucht das IPRI gemeinsam mit Ulmer Lehr-Lernforschern, wie individuelle Weiterbildungsmaßnahmen Mitarbeiter auf die Herausforderungen von Industrie 4.0 vorbereiten können.

Denn oft ist Industrieunternehmen die Wichtigkeit des lebenslangen Lernens bewusst, es fällt ihnen jedoch schwer, passende und individuelle Angebote zu entwickeln. „Für Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ist es wichtig, die Chancen dieser Veränderungen zu erkennen und sie für die Zukunft in bedarfsgerechte Lösungen umzusetzen“, sagt Professor Mischa Seiter, Inhaber der Professur für Wertschöpfungs- und Netzwerkmanagement an der Universität Ulm sowie Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des IPRI.

Aufgabe des Projekts LidA ist es, anhand von Prognosen und Expertenbefragungen Weiterbildungsbedarfe zu identifizieren, mitarbeiterspezifische Lernentwicklungspfade zu erstellen sowie kontinuierlich für den digitalen Wandel relevantes Wissen in Lehr- und Lernmodule zu überführen. Diese Inhalte können Mitarbeiter themenspezifisch über eine Online-Plattform abrufen, die auch den Lernfortschritt der Nutzer analysiert.

„Digitalisierung bedeutet nicht nur mit immer neuen digitalen Tools umgehen zu können, sondern auch zu erkennen, wann ich welchen Lernbedarf habe, und wie ich diesen effektiv angehen kann“, erklärt Professorin Tina Seufert, Leiterin der Abteilung für Lehr-Lernforschung am Ulmer Institut für Psychologie und Pädagogik. Die entwickelten Lehr-Lernmodule werden in drei Fallstudien in Industrieunternehmen des produzierenden Gewerbes erprobt.

Im Projekt LidA fokussiert sich das in Stuttgart ansässige IPRI auf die nachhaltige Gestaltung der Lehr-Lernplattform, die mit den Industriepartnern evaluiert wird. Dabei liegt der Schwerpunkt auf betriebswirtschaftlichen Aspekten der Plattform-Ökonomie, also auf wirtschaftlichen Strukturen und plattformbasierten Geschäftsmodellen. Die Abteilung Lehr-Lernforschung der Universität Ulm wird hingegen individuelle Lernpfade ableiten:

Mithilfe eines „Kompetenznavigators“ können sich Beschäftigte so selbst einordnen und auf der Online-Plattform passende Lernangebote auswählen. Um die Lernfähigkeit der Nutzer zu erfassen, entwickeln die Forschenden zudem neue Lehr- und Lernformate, die zum Beispiel auf arbeitsbezogenes Lernen fokussieren oder Multimedia Aspekte integrieren.

Das Projekt „Lernen in der digitalisierten Arbeitswelt“ wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Zuge der Linie „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut.

Neben dem International Performance Research Institute und der Abteilung Lehr-Lernforschung der Universität Ulm unterstützt das Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen das Projekt. Diese wissenschaftlichen Institute werden durch namhafte Partner aus der Industrie ergänzt, die eine praxisorientierte Forschung gewährleisten.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Felicitas Heering: Tel.: 0711/62032688004, fheering@ipri-institute.com

Annika Bingmann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Ko-Kreation und Smart Services in Heilbronn
30.07.2020 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Virtuell ins Ausland reisen – FHWS bietet Studierenden neue Austauschmöglichkeit
17.07.2020 | Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Perseiden: Die Sternschnuppen-Sommernächte im August

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg -In diesem Jahr wird der Sternschnuppenstrom der Perseiden am Vormittag des 12. August seinen Höhepunkt erreichen. In den Nächten vom 11. auf den 12. und vom 12. auf den 13. August geht der Mond nach Mitternacht auf, so dass die späten Abendstunden nicht vom Mondlicht aufgehellt werden - ideal um nach den Perseiden Ausschau zu halten. Man blickt dazu in Richtung Osten, wo das Sternbild Perseus aufgeht, nach dem diese Sternschnuppen benannt wurden.

Der Hochsommer ist die Zeit der Sternschnuppen: Schon ab Mitte bis Ende Juli tauchen die ersten Sternschnuppen der Perseiden am Himmel auf, die aus dem dem...

Im Focus: Mit dem Lego-Prinzip gegen das Virus

HZDR-Wissenschaftler*innen erhalten millionenschwere Förderung für Corona-Forschung

Um die Corona-Pandemie zu bewältigen, stattet der Freistaat Sachsen ein Forschungsteam um Prof. Michael Bachmann vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf...

Im Focus: Im Einsatz für eine Welt ohne Narben

Hinter jeder Narbe steht eine Geschichte. Manchmal ist diese mit einer dramatischen Erfahrung verbunden: schwere Verletzungen, Operationen oder chronische Erkrankungen. Wenn es nach Dr. Yuval Rinkevich ginge, würden wir anstelle von Narben vielmehr über Regeneration sprechen, also der spurenlosen Wundheilung. Damit dies eines Tages Wirklichkeit wird, untersucht Rinkevich mit seinem Team am Helmholtz Zentrum München jeden einzelnen Aspekt der Wundheilung von Säugetieren, beginnend beim Embryo bis hin zum hohen Erwachsenenalter. Yuval Rinkevich erklärt, wie er sich eine Welt ohne Narben vorstellt.

Narben gehören zum natürlichen Wundheilunsgprozess des Körpers nach einer Verletzung. Warum wollen wir sie vermeiden?

Im Focus: TU Graz Forschende modellieren Nanopartikel nach Maß

Sogenannte Core-Shell-Cluster ebnen den Weg für neue effiziente Nanomaterialien, die Katalysatoren, Magnet- und Lasersensoren oder Messgeräte zum Aufspüren von elektromagnetischer Strahlung effizienter machen.

Ob bei innovativen Baustoffen, leistungsfähigeren Computerchips, bei Medikamenten oder im Bereich erneuerbarer Energien: Nanopartikel als kleinste Bausteine...

Im Focus: TU Graz Researchers synthesize nanoparticles tailored for special applications

“Core-shell” clusters pave the way for new efficient nanomaterials that make catalysts, magnetic and laser sensors or measuring devices for detecting electromagnetic radiation more efficient.

Whether in innovative high-tech materials, more powerful computer chips, pharmaceuticals or in the field of renewable energies, nanoparticles – smallest...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

T-Shirts aus Holz, Möbel aus Popcorn – wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können

30.07.2020 | Veranstaltungen

Städte als zukünftige Orte der Nahrungsmittelproduktion?

29.07.2020 | Veranstaltungen

»Conference on Laser Polishing – LaP 2020«: Der letzte Schliff für Oberflächen

23.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Gewissheit in nur 15 Minuten – Forschende entwickeln graphen-oxidbasierten Schnelltest zur Infektionserkennung

03.08.2020 | Medizintechnik

Kollektives Verhalten in Netzwerken besser verstehen

03.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Sensoren für die Früherkennung von Krankheitssymptomen im europäischen Obstanbau

03.08.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics