Eine internationale Forschungsgruppe unter Beteiligung des Museums für Naturkunde Berlin hat ein überraschend komplexes Nervensystem bei Seeigeln entdeckt. Die Tiere verfügen über eine Art „Ganzkörper-Gehirn“, dessen genetische Organisation der des Wirbeltiergehirns ähnelt. Zudem fanden die Forschenden lichtempfindliche Zellen im gesamten Körper der Seeigel – vergleichbar mit Strukturen der menschlichen Netzhaut. Die Studie, gefördert vom Human Frontiers Science Program, wurde in Zusammenarbeit mit der Stazione Zoologica Anton Dohrn (Neapel), dem Laboratoire de Biologie du Développement de Villefranche-sur-Mer und dem Institut de…
Anästhesiologie will die gefährlichen Geheimnisse rund um die Erkrankung aufdecken. Es ist eine der häufigsten Todesursachen: Rund 230.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an einer Sepsis, mindestens 85.000 davon versterben – auch, weil das Wissen über Symptome im Allgemeinen sowie das fachspezifische Wissen über das, was bei einer Sepsis im Körper genau passiert, noch zu gering ist. Zum Welt-Sepsis-Tag, der alljährlich am 13. September stattfindet, wollen die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) sowie der Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen…
Wie die Organbank Realität werden soll. Gerald Brandacher kehrt von der Johns-Hopkins-Universität in den USA zurück an die Medizin Uni Innsbruck. Mit im Gepäck hat der Tiroler neue Forschungsprojekte, darunter auch zur längerfristigen Konservierung von Organen. Durch eine eisfreie, hochspezialisierte Kühltechnik soll dies möglich werden. Das wäre ein wichtiger Baustein für den Aufbau von Organbanken. Gemeinsam mit seinem Studienkollegen, Klinikdirektor Stefan Schneeberger, wird er daran arbeiten, mehr PatientInnen helfen zu können. Bisher ist der Aufbau einer Organbank noch Zukunftsmusik. Dabei…
Das Aufkommen von 3D-Druckern vor wenigen Jahren wurde bestaunt und gefeiert. In den Medien wurden viele Anwendungsgebiete im Alltag ausgemacht. Auch die Forschung profitiert von dieser Technik – so wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Sonderforschungsbereich 1270 „Elektrisch Aktive ImplaNtatE – ELAINE“ der Universität Rostock. Sie sind auf dem Weg, mit der 3D-Druck-Technologie große Knochendefekte zu behandeln. Der dreidimensionale (3D) Druck ist in den vergangenen Jahren fast zu einer Alltagstechnologie geworden. Doch was sich am Lehrstuhl für Mikrofluidik der Universität…
Prozesse der Synchronisierung umgeben uns alltäglich, jedoch sind deren zugrunde liegende Mechanismen bis dato nicht ausreichend entschlüsselt. Forschende haben nun neue Instrumente entwickelt, um zu begreifen, wie sich menschliche und natürliche Netzwerke synchronisieren oder entkoppeln. In ihrer Forschung an komplexen Systemen gelang es einem Team von Informatikern und Mathematikern der University of Sydney und des Max-Planck-Instituts für Mathematik in den Naturwissenschaften eine Methode zu entwickeln, die beschreibt, was für viele von uns selbstverständlich ist – wie leicht oder schwer es…
Forschungsteam findet Rezeptor bei wilden Kartoffelsorten, der für neuartige breite Resistenz gegen Knollenfäule verantwortlich ist. Die Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln, die durch Phytophthora infestans verursacht wird, erfordert weltweit den Einsatz zahlreicher Pflanzenschutzmittel. Für eine nachhaltigere Landwirtschaft ist mehr Wissen über die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen erforderlich. Forschende der Universitäten Tübingen, Wageningen und des Sainsbury Laboratory in Norwich haben einen wichtigen Schritt in diese Richtung unternommen und die Ergebnisse ihrer Untersuchung in der Wissenschaftszeitschrift Science veröffentlicht. „Es gibt ein…
Das mutierte Krebsgen p53 und nachgeschaltete Moleküle bieten sich als Ziele an, um die Bildung von Metastasen zu bekämpfen. Die Wirkstoffklasse der Hsp90-Inhibitoren hemmt das Wachstum von Bauchspeicheldrüsenkrebs und die Bildung von Metastasen – wenn auch vorerst nur in Laborexperimenten. Das berichtet eine Marburger Forschungsgruppe um den Krebsforscher Professor Dr. Thorsten Stiewe im Fachblatt „Journal of Experimental and Clinical Cancer Research“. Das Team der Philipps-Universität Marburg klärte den molekularen Mechanismus auf, durch den das Gen p53 das Einwandern von Tumorzellen…
Dresdner Forscher bringen einen übermäßigen Druck im Gallentransportnetz der Leber mit der Bildung von Leberzellrosetten, die bei vielen Lebererkrankungen zu beobachten sind, in Verbindung. Die Leber stellt Gallenflüssigkeit her, die im Darm zur Verdauung benötigt wird. Ein Netzwerk aus mikroskopisch kleine Gallenkanälchen durchzieht die Leber und leitet die Galle ab. Wenn der Abfluss der Galle in den Darm verstopft ist, sammelt sie sich in der Leber und kann zu schwerwiegenden Lebererkrankungen führen. Forscher des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik…
Chancen für Krebsbehandlung und Wundheilung. 30 Mikrometer große Roboter stimulieren Zellen Technologische Plattform zur Herstellung der Mikroroboter entwickelt Mechanismen der Ionenkanäle lassen sich beeinflussen Eine Forschendengruppe der Technischen Universität München (TUM) hat weltweit erstmals einen Mikroroboter entwickelt, der im Zellverbund navigieren und einzelne Zellen gezielt stimulieren kann. Die Professorin für Nano- und Mikrorobotik Berna Özkale Edelmann sieht darin das Potenzial, neue Behandlungsmethoden für den Menschen zu finden. Sie sind rund, halb so dick wie ein Haar, enthalten Goldstäbchen und fluoreszierenden…
Anna Lippert ist neue Juniorprofessorin für Systemimmunologie an der Uni Würzburg. Mit ihrer Forschung will sie die Grundlage schaffen für eine gezieltere Behandlung von Krebs- und Immunerkrankungen. Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger haben eine Reihe ausgeklügelter Strategien entwickelt, um vom menschlichen Immunsystem unentdeckt zu bleiben. Sie täuschen, tarnen und töten. Wie es unseren Immunzellen trotzdem gelingt, sie zu identifizieren und auszuschalten, das erforscht Anna Lippert. Seit Mai ist sie neu als Juniorprofessorin für translationale Medizin am Institut für Systemimmunologie der…
Neu an UDE/UK Essen: Johannes Köster. Die genetischen Daten von Patient:innen zu bestimmen, wird medizinisch immer wichtiger. Möglich machen dies präzisionsmedizinische Untersuchungen. Wie sie automatisiert und mit Berücksichtigung von Unsicherheiten durchgeführt werden können, erforscht Dr. Johannes Köster. Der neuberufene Professor für Bioinformatische Algorithmen in der Onkologie entwickelt am Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin (IKIM) des Universitätsklinikums Essen (UK Essen) Algorithmen, statistische Modelle und darauf basierende wissenschaftliche Software. Aktuell entwickeln Professor Köster und sein Team Algorithmen und statistische Modelle,…
Optimierung molekularer Lichtschalter für die Speicherung von Solarenergie. Molekulare Lichtschalter, die Energie umwandeln und gleichzeitig Energiespeicher sind, könnten die solare Energiegewinnung auf neue Füße stellen. Ein Forschungsteam hat nun einen theoretischen Ansatz entwickelt, nach dem sie aus einem Datensatz von mehr als 400.000 chemischen Molekülen die optimale Molekülstruktur für eine effiziente Speicherung von Solarenergie herausfinden können. Die Studie ist in der Zeitschrift Angewandte Chemie erschienen. Mit Sonnenenergie wird derzeit entweder direkt Strom erzeugt, oder wir nutzen die Energie von Wärmereservoirs….
Neues Dinoflagellaten-Bestimmungsbuch beleuchtet Bedeutung der marinen Einzeller. Heute legt die Meeresbiologin Dr. Mona Hoppenrath von Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven gemeinsam mit internationalen Kolleg*innen die zweite, erweiterte Auflage des weltweit umfassendsten Bestimmungsbuchs für marine, benthisch lebende Dinoflagellaten vor: „Marine benthic dinoflagellates – their relevance for science and society“. Neben der Beschreibung zahlreicher neuer Arten, erstmals auch anhand molekulargenetischer Daten, ordnet das Buch die weltweiten Gefahren durch die oftmals toxischen Einzeller ein – aber auch ihren Nutzen für die Wissenschaft und…
Neueste Forschungsergebnisse und deren Auswirkungen. Einer von vier älteren Menschen im Krankenhaus leidet am Delirium, kurz Delir – einem Syndrom, das sich zum Beispiel durch kognitive Defizite, Schläfrigkeit, Unruhe, Wahnvorstellungen oder Stress äußert. Ein höheres Sterberisiko, längere Klinikaufenthalte oder ein höheres Risiko für eine spätere Demenz können Folgen sein. Wie die Auslöser von Delir, die meist außerhalb des Gehirns liegen, auch zu Veränderungen im Gehirn führen und mit Demenz in Verbindung stehen können, wurde erst in den vergangenen zehn Jahren…
Neuer Ansatz zur Bekämpfung von schädlichen Ablagerungen im Gehirn. Bei den dementiellen Erkrankungen Alzheimer und Frontotemporale Demenz spielen schädliche Protein-Ablagerungen eine wichtige Rolle. Eines dieser Eiweiße ist das Tau-Protein, das im Gehirn zu schädlichen Ablagerungen verklumpt und mutmaßlich das Absterben von Nervenzellen bei Erkrankten verursacht. Prof. Dr. Evgeni Ponimaskin von der Medizinischen Hochschule Hannover und sein Team haben herausgefunden, dass das Medikament Amisulprid die Bildung von schädlichem Tau in unterschiedlichen Demenz-Modellen reduzieren kann. Amisulprid wird bisher zur Behandlung von Schizophrenie…
Wichtiger Fortschritt für die RNA-Forschung: Ein Team um Chemieprofessorin Claudia Höbartner hat ein neues Ribozym entdeckt, das im Zusammenspiel mit einem neu entwickelten Cofaktor RNA-Moleküle in lebenden Zellen markieren kann. RNA-Moleküle sind echte Alleskönner. Sie tragen die genetische Information aus der DNA in der Zelle weiter. Sie regulieren die Aktivität von Genen. Und einige von ihnen wirken katalytisch: Genau wie Enzyme ermöglichen sie biochemische Reaktionen, die von allein nur schwer oder gar nicht ablaufen würden. RNA-Moleküle, die das leisten können,…
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Bayreuther Projekt mit mehr als 200.000 Euro. Prof. Dr. André Gröschel, Professor für Polymermaterialien und elektrochemische Speicher am Bayerischen Zentrum für Batterietechnik (BayBatt) der Universität Bayreuth, forscht künftig noch intensiver an porösen Mikropartikeln. Die Forschungsergebnisse können Auswirkungen auf verschiedene Industriezweige haben, von erneuerbaren Energien bis zur Chemieindustrie. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wird ein Projekt zur Herstellung und Anwendung von Polymer Cubosomen mit 263.825 Euro fördern. Projektleiter ist Prof. Dr. André Gröschel, Professor für Polymermaterialien und elektrochemische…