Die Transplantation von Stammzellen kann Schlaganfall-Schäden rückgängig machen, wie Forschende der Universität Zürich berichten. Zu den positiven Effekten gehört die Wiederherstellung von Nervenzellen und motorischen Funktionen. Dies ist ein Meilenstein für die Therapie von Hirnerkrankungen. Einer von vier Erwachsenen erleidet im Laufe seines Lebens einen Schlaganfall, etwa die Hälfte trägt bleibende Schäden wie Lähmungen oder Sprachstörungen davon. Denn durch Einblutungen oder mangelnde Sauerstoffversorgung sterben Hirnzellen unwiederbringlich ab. Zurzeit existiert keine Behandlung, um solche Schäden zu reparieren. «Daher ist es essenziell,…
Endphase der COPAGO-StudieStarke Schmerzen, Schwellung, Empfindsamkeit und Überwärmung eines Gelenks. Das sind die klassischen Symptome bei einem akuten Gichtanfall. Die Behandlung erfolgt mittels entzündungshemmender Medikamente. In der hausärztlichen Versorgung kommen Prednisolon oder Colchicin zum Einsatz. Welches der beiden Medikamente am effektivsten wirkt – das ist Schwerpunkt der sogenannten COPAGO-Studie. Seit 2023 läuft die Studie unter Leitung des Instituts für Community Medicine. Neben den Hausarztpraxen im Greifswalder Raum erfolgt der Einschluss der Teilnehmenden nun auch durch das Team der Unimedizin Greifswald….
Hinter jeder Zahl steht ein Mensch: Bereits über 10.000 Patient:innen haben an der Universitätsmedizin Halle zugestimmt, dass ihre Gesundheitsdaten und Bioproben für Forschungszwecke verwendet werden dürfen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag und ermöglichen künftigen Generationen langfristig bessere Früherkennungs-, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Grundlage dafür ist das Broad Consent-Verfahren, eine „breite Einwilligung“ zur medizinischen Forschung an der Universitätsmedizin Halle. Der 10.000 Freiwillige: „Ein kleines aber wichtiges Puzzlestück“ Manfred Koschmieder ist der 10.000. Patient, der an der Universitätsmedizin Halle dem Broad Consent…
Präventionsprogramme zur Verhinderung von kindlichem Übergewicht sollten verstärkt auf strukturelle Verbesserung von Lebenswelten wie den Zugang zu gesunden Lebensmitteln und Grünflächen abzielen Rostock – Elternbasierte Programme zeigen keine Wirksamkeit zur frühen Vorbeugung von Übergewicht bei Kleinkindern – das ist das zentrale Ergebnis einer jetzt im Fachjournal The Lancet veröffentlichten internationalen Studie. Die groß angelegte Analyse von Daten aus zehn Ländern zeigt: Maßnahmen, die allein auf elterliches Verhalten wie Förderung von gesunder Ernährung oder mehr Bewegung abzielen, beeinflussen das Körpergewicht der…
MHH-Forscherinnen untersuchen Einflussfaktoren auf die Psyche von Müttern. Stationäre Mutter-Kind-Maßnahmen wirken sich bei Erkrankungen positiv aus. In Deutschland ist etwa jede dritte Frau von einer mentalen Störung betroffen. Darunter auch viele Mütter. Welche Ursachen haben die Beschwerden speziell bei dieser Personengruppe? Das untersuchten Wissenschaftlerinnen des Forschungsverbunds Familiengesundheit an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) in einer Datenanalyse. Sie stellten die psychische Gesundheit von Müttern in Zusammenhang mit unterschiedlichen Aspekten des Lebens. Das Ergebnis: Die Elternrolle ist der größte Einflussfaktor auf die…
Ärztinnen und Psychologinnen der Universitätskliniken Leipzig und Dresden sowie dem NCT/UCC Dresden analysierten über 13.000 Publikationen zu diesem Themenbereich. Daraus extrahierten die Wissenschaftlerinnen 32 Empfehlungen für eine langfristige, effiziente und passgenaue Nachsorge junger Betroffener. Die Heilungsraten bei an Krebs erkrankten Jugendlichen und jungen Erwachsenen (15 bis 39 Jahre) sind hoch. Die dafür notwendigen intensiven Therapien bergen für Betroffene jedoch das Risiko, auf lange Sicht mit Nebenwirkungen konfrontiert zu werden. Aufgrund der Vielfalt an Diagnosen und Therapien gibt es bislang kaum…
Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg haben in der multizentrischen Studie „NCT Neuro Master Match (N2M2)“ den Einsatz zielgerichteter Medikamente in der Ersttherapie bei neu diagnostiziertem Glioblastom geprüft. Von fünf getesteten Medikamenten zeigte der Wirkstoff „Temsirolimus“, der bereits bei Nierenkrebs eingesetzt wird, positive Resultate. Die Ergebnisse der Phase1/2-Studie sind aktuell in „Nature Medicine“ erschienen. Sie zeigen, dass eine molekular zielgerichtete Therapie mit geringem Aufwand in einem…
Mit einer erneuten Förderung unterstützt der Bundesverband Mukoviszidose e.V. die Fortführung der vielversprechenden tRNA-Forschung der Arbeitsgruppe um Dr. Suki Albers-Fomenko (Universität Hamburg). Ziel der Wissenschaftlerin ist es, für möglichst viele CF-Betroffene mit seltenen Stopp-Mutationen im CFTR-Gen wirksame therapeutische tRNAs zu entwickeln, die die CFTR-Funktion wiederherstellen. Da Menschen mit Stopp-Mutationen nicht von Modulatortherapien profitieren können, sind genbasierte Ansätze eine Chance. Der Mukoviszidose e.V. fördert das Projekt mit 185.540 Euro. (Mukoviszidose: Cystische Fibrose, CF) Modifiziert tRNAs „überlesen“ fehlerhafte Stopp-Signale Bereits zum zweiten…
Mädchen, Frauen und andere benachteiligte Gruppen können vielerorts nicht selbstbestimmt über ihre Sexualität und Reproduktion entscheiden. Auch haben sie nur bedingt Zugang zu entsprechenden Gesundheitsleistungen. Daher arbeitet das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an der Stärkung sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte. Das Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval) hat die Maßnahmen in diesem Bereich untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Vorhaben Gesundheitsleistungen – wie den Zugang zu medizinischer Versorgung – im Blick haben; sexuelle und reproduktive Rechte…
Forscher:innen der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) unter der Leitung von Prof. Dr. Jadwiga Jablonska haben einen vielversprechenden neuen Therapieansatz gegen Krebs entdeckt: Die gezielte Blockade des STAT3-Signalwegs in Neutrophilen könnte ein wirksamer Schlüssel zur Bekämpfung von Tumoren sein. Die aktuellen Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Signal Transduction and Targeted Therapy“ veröffentlicht. Gefördert wurde die Studie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Der STAT3-Signalweg ist für seine tumorfördernde Wirkung bekannt – insbesondere in Tumorzellen und verschiedenen Immunzellen. Doch der direkte…
Multizentrische MHH-Studie DIGIT-HF weist deutlich positive Wirkung von Digitoxin bei Herzinsuffizienz nach. Ergebnisse aus zehn Jahren Forschung mit mehr als 1200 Teilnehmenden haben die Sicherheit und Wirksamkeit des Herzglykosides bei Menschen mit HFrEF-Diagnose eindeutig bestätigt. Seit mehr als 200 Jahren wird Digitalis aus den Blättern des roten Fingerhuts zur Behandlung der Herzschwäche eingesetzt. Zu dieser Wirkstoffgruppe der Herzglykoside zählt auch das Medikament Digitoxin. Auch wenn es Hinweise für den Nutzen von Digitalis bei Herzschwäche gab, ist es erst jetzt wissenschaftlich…
Ein internationales Forschungsteam, bestehend aus Prof. Kirsten Kübler vom Berlin Institute of Health in der Charité (BIH), Kollegen*Innen vom Broad Institute of MIT and Harvard, Mass General Brigham und Dana-Farber Cancer Institute, haben einen bislang unbekannten Mechanismus entdeckt, über den das Brustkrebsmedikament Tamoxifen das Risiko für sekundäre Tumore in der Gebärmutter erhöhen kann. Die Studie zeigt, dass Tamoxifen einen wichtigen zellulären Tumorsignalweg (bekannt als PI3K-Signalweg) direkt aktiviert, und damit die bislang gängigen Modelle therapiebedingter Tumorentstehung erstmals erweitert. Das Medikament Tamoxifen…
Dem Forschungsnetzwerk Health.AI Saar stehen nach seiner Zwischenbegutachtung insgesamt rund 14 Millionen Euro zur Verfügung. Zahlreiche Akteure erforschen in diesem Netzwerk in einer Vielzahl von Einzelprojekten, wie Künstliche Intelligenz die Gesundheit und Medizin verbessern kann. Mit seinem Strategiekonzept für die zweite Projektphase konnte das saarländische Bündnis eine unabhängige Fachjury auf ganzer Linie überzeugen. Das Bundesforschungsministerium verstärkt seine Förderung und lässt im Programm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ Forschungsmillionen fließen: Weitere geplante Vorhaben können jetzt unter dem Dach…
Akuter psychischer Stress beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch zentrale kognitive Funktionen wie das Arbeitsgedächtnis. Ein Team am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung in Dortmund (IfADo) hat untersucht, wie sich Stressreaktionen im Gehirn und im autonomen Nervensystem zeigen – und ob man sie gezielt beeinflussen kann. Eine besondere Herausforderung in der Stressforschung besteht darin, unter kontrollierten Bedingungen realistische Stressreaktionen hervorzurufen. Hierfür entwickelte das Team ein neuartiges, aversives Video-Paradigma (AVP), das bei den Teilnehmenden akuten psychischen Stress auslöste und zu messbaren Leistungseinbußen…
Hormonabhängiger weiblicher Schutz der Nieren funktioniert über ein vielschichtiges Abwehrsystem gegen Ferroptose / Aktuelle Arbeit im renommierten Journal Nature veröffentlicht / Dimension der neuen Erkenntnisse weitreichend Akutes Nierenversagen ist eine klinische Herausforderung, da das Ereignis häufig auftritt und es keine zielgerichtete Therapie gibt. Dass Frauen weniger anfällig für akutes Nierenversagen sind als Männer, ist keine neue Erkenntnis. Bereits seit 1940 gibt es diese Beobachtung, belegt auch durch epidemiologische Studien. Was diesem Phänomen zugrunde liegt, ist jedoch bis heute ein Rätsel….
Rund ein Drittel aller Langzeitüberlebenden von Brust-, Prostata- oder Darmkrebs leidet auch 5 bis 16 Jahre nach der Diagnose unter ausgeprägter Fatigue, wie eine neue Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigt. Die Betroffenen berichten von körperlicher, kognitiver und affektiver Erschöpfung, die weit über das normale Maß hinausgeht. Die Fatigue ist nicht nur eine erhebliche Belastung im Alltag – sie geht auch mit einem deutlich erhöhten Risiko für eine vorzeitige Sterblichkeit einher. Fatigue – ein anhaltendes Gefühl körperlicher, geistiger und emotionaler…