Biowissenschaften Chemie

Biowissenschaften Chemie

Mukoviszidose-typische Symptome aber keine eindeutige genetische Diagnose?

Wie Gensequenzierung helfen kann. Der Standard-Gentest auf Mukoviszidose umfasst nur die häufigsten CFTR-Varianten, die die Erkrankung verursachen. Nach Auswertungen des Deutschen Mukoviszidose-Registers sind rund fünf Prozent der CF-Betroffenen hierzulande ohne genetisch bestätigte Diagnose. Die Arbeitsgruppe um Simone Ahting (Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Leipzig) erforscht mit Hilfe von Gensequenzierungsmethoden seltene CFTR-Varianten, um Betroffenen mit unklarer Diagnose Gewissheit und damit Zugang zu passenden Therapien zu geben. Der Mukoviszidose e.V. fördert das Projekt mit 27.305 Euro. (Mukoviszidose: Cystische Fibrose, CF) Rund fünf Prozent…

Biowissenschaften Chemie

Umweltgiften auf der Spur

Nachweis von Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) durch unterbrochene Energieübertragung. PFAS, eine Gruppe stark fluorierter Substanzen, stellen eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar. So scheinen besonders problematische Vertreter, wie Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) und Perfluoroktansäure (PFOA), Organschäden und Krebs zu verursachen und das Hormonsystem durcheinander zu bringen. In der Zeitschrift Angewandte Chemie stellen Forscher jetzt einen neuen Ansatz für einen kostengünstigen, einfach zu handhabenden Fluoreszenz-Sensor für eine empfindliche Vor-Ort-Analytik von PFAS in Wasserproben vor. Die Bezeichnung Per- und Polyfluoralkyl-Substanzen (PFAS) fasst eine…

Biowissenschaften Chemie

Weitere Verbreitung von Carbapenem-resistentem Acinetobacter baumannii muss vermieden werden

Forschende des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung von der Universität zu Köln haben eine Studie zu dem Carbapenem-resistenten Bakterium Acinetobacter baumannii durchgeführt. Der Erreger wurde 2017 von der Weltgesundheitsorganisation als einer von zwölf multiresistenten Krankheitserregern identifiziert, für die dringend neue Wirkstoffe benötigt werden. Die Wissenschaftler:innen haben eine weltweite Sammlung von mehr als 300 Proben des Bakteriums auf ihre molekulare Epidemiologie, sprich auf ihre „Verwandtschaftsverhältnisse“ untereinander, überprüft. Die Ergebnisse wurden nun in der wissenschaftlichen Zeitschrift mBio veröffentlicht. Acinetobacter baumannii ist ein weltweit…

Biowissenschaften Chemie

Verwandlungskünstler Lysosom

Lysosomen haben wichtige Aufgaben in Zellen und Geweben, sie steuern sowohl den Stoffabbau als auch Zellteilung und -wachstum. Wie beides mit dem Nährstoffangebot in der Zelle zusammenhängt, hat ein Team um Prof. Volker Haucke und Dr. Michael Ebner vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) untersucht. Die Forschenden konnten erstmals zeigen, dass Lysosomen massiv umgebaut werden. Dabei fungiert ein Signallipid als Schalter zwischen beiden Zuständen. Die im Fachmagazin „Cell“ publizierten Ergebnisse könnten zur Entwicklung von Wirkstoffen genutzt werden, die Zellen von…

Biowissenschaften Chemie

Wie sich das Tuberkulosebakterium verbarrikadiert

Tuberkulose fordert weltweit jährlich etwa 1,3 Millionen Todesopfer. Verursacht wird die Infektion durch den Erreger Mycobacteria tuberculosis, dessen Erfolg von seiner gewaltigen zellulären Doppelbarriere abhängt, die ihm gleichzeitig Schutz vor dem Immunsystem des Wirts und ein Terrain für die Vermittlung von Wirt-Pathogen-Interaktionen während der Infektion bietet. Um diese Barriere schwächen zu können, muss man wissen, wie sich ihre molekularen Bestandteile organisieren und verlagern. Diese Frage ist Gegenstand aktueller Forschung. Mithilfe von Computersimulationen und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medizinische…

Biowissenschaften Chemie

Große, gleichmäßige Polymerpartikel

Produktion von stabilen Polystyrol-Dispersionen mit uniformer Teilchengröße. Wässrige Polymerdispersionen mit fester Partikelgröße werden in der Beschichtungstechnik, aber auch für spezielle Anwendungen in der medizinischen Bildgebung und der Zellbiologie eingesetzt. Ein französisches Forschungsteam stellt nun in der Fachzeitschrift Angewandte Chemie eine lichtgestützte Methode vor, um Polystyroldispersionen mit extrem großem und dabei gleichmäßigem Teilchendurchmesser herzustellen. Enge Partikelgrößenverteilungen sind in vielen High-Tech-Anwendungen gefragt, waren aber bisher mit photochemischen Prozessen kaum zugänglich. Polystyrol ist für die Herstellung von Schaumstoffen bekannt, eignet sich aber auch…

Biowissenschaften Chemie

Einzigartiges Nasenmikrobiom

Studie zeigt individuelle Unterschiede in der Immunantwort der Nase. Forschende der Universität Tübingen geben neue Einblicke in die spezifische Antikörper-Reaktion von körpereigenem Immunglobulin A. Die Ergebnisse helfen die körpereigene Immunantwort besser zu verstehen. Eine kürzlich im Fachjournal Microbiome veröffentlichte Studie wirft neues Licht auf das komplexe Zusammenspiel zwischen dem menschlichen Immunsystem und den Mikroorganismen, die unsere Nase besiedeln. Die lokalen Immunreaktionen in der Nase sind sehr wahrscheinlich ein entscheidender Faktor für Infektionen durch respiratorische Erreger. Trotzdem ist dieser Teil des…

Biowissenschaften Chemie

Neue Erkenntnisse zu menschlichen Aorten-Aneurysmen möglich

Forschende fanden Fehler im Atemorgan von Fruchtfliegen. Ein Forschungsteam unter Leitung von Wissenschaftler:innen der Universität Leipzig hat neue Erkenntnisse über das Atmungsorgan von Fruchtfliegen – das sogenannte Tracheensystem – erlangt, die künftig bei der Erforschung von Aneurysmen (lokale Aussackungen eines Blutgefäßes) beim Menschen bedeutsam sein können. Dr. Matthias Behr vom Institut für Biologie (Abteilung Zellbiologie) der Universität Leipzig und sein Team haben gemeinsam mit Kolleg:innen des Max-Planck-Instituts für Multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen Drosophila-Embryonen genetisch, zellbiologisch und biochemisch untersucht. Sie fanden…

Biowissenschaften Chemie

Mit „Big Data“ Kulturpflanzen fit machen für die Zukunft

LOEWE-Start-Professur für die Bioinformatikerin Dr. Agnieszka Golicz – Expertin für Agrarbioinformatik leitet an der JLU bereits eine eigene Nachwuchsgruppe. Wie kann man Nutzpflanzen an die Herausforderungen der Zukunft wie den Klimawandel anpassen? Zahlreiche wichtige Nutzpflanzen haben riesige, hochkomplexe Genome. Dies macht es zu einer großen Herausforderung, Merkmale dieser Pflanzen zu verstehen und zu verbessern, die für eine nachhaltige landwirtschaftliche Produktivität von Bedeutung sind. Die Molekulargenetikerin und Bioinformatikerin Dr. Agnieszka Golicz, Sofia-Kovalevskaya-Gruppenleiterin an der Professur für Pflanzenzüchtung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU),…

Biowissenschaften Chemie

Genetische Stabilität: Zweischneidiges Schwert für Haie

Haie existieren seit Millionen von Jahren, erkranken selten an Krebs und reagieren empfindlich auf ökologische Veränderungen. Eine internationale Studie unter Würzburger Leitung zeigt: Eine Erklärung liegt in den Genen der Fische. Haie bevölkern seit etwa 400 bis 500 Millionen Jahre die Weltmeere. Während sich unser Planet und viele seiner Bewohner in dieser Zeit mehrfach massiv verändert haben, bilden diese ursprüngliche Gruppe der Wirbeltiere eine gewisse Konstante. Ihr grundsätzliches Erscheinungsbild hat sich seitdem nämlich kaum gewandelt. Woran das liegt, hat nun…

Biowissenschaften Chemie

Ein Schritt auf dem Weg zum Feststoff-Akku

Sintern überflüssig: Niedertemperatursynthese von Lithium-Keramik für Akkus. Eine Lithium-Keramik könnte als fester Elektrolyt einer leitungsfähigeren und kostengünstigeren Generation von Lithiumionen-Akkus zum Durchbruch verhelfen. Die Voraussetzung: Eine Herstellmethode, die ohne Sintern bei hohen Temperaturen auskommt. In der Zeitschrift Angewandte Chemie stellt ein Forschungsteam jetzt einen „sinterungsfreien“ alternativen Weg für die effiziente Niedertemperatursynthese der Keramik in ihrer leitfähigen kristallinen Form vor. Bei der Entwicklung von Akkus für Elektro-Fahrzeuge stehen zwei Faktoren im Vordergrund: Die Leistungsfähigkeit, die die Reichweite der Fahrzeuge bestimmt, und…

Biowissenschaften Chemie

Viele Amputationen bei Patienten mit kritischer Ischämie könnten verhindert werden

Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. kritisiert, dass in Deutschland noch immer viele PatientInnen mit einer kritischen Ischämie ohne vorherige, leitliniengerechte Diagnostik und Therapie amputiert werden. Hier gilt es zum Wohle der PatientInnen aufzuklären. Eine kürzlich im European Journal of Vascular and Endovascular Surgery veröffentlichte Studie von Makowski et al. (1) vom Universitätsklinikum Münster zeigt anhand von ca. 40.000 ischämie-bedingten Amputationen der AOK-Versicherten, dass etwa ein Drittel aller Amputationen auf dem Boden einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit…

Biowissenschaften Chemie

Singvögel lernen schon im Ei den Ruf ihrer Mütter

Das Schlaflied der Vogelmutter spielt eine größere Rolle als bisher angenommen. Eine neue Studie unter der Leitung der Biologin Sonia Kleindorfer von der Universität Wien untersucht die vorgeburtliche Klangerfahrung und Klanglehre junger Singvögel. Das Schlaflied, das Singvögel-Mütter ihren Eiern schon während des Brütens vorsingen, spielt dabei eine größere Rolle als bisher gedacht. Die Studie ist aktuell im Fachmagazin American Naturalist erschienen. Ein internationales Team unter Leitung von Sonia Kleindorfer von der Konrad Lorenz Forschungsstelle der Universität Wien hat die Rufe…

Biowissenschaften Chemie

Forschung an Tumorimmuntherapien

Dr. Luis Almeida, Wissenschaftler am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universitätsmedizin Mainz, erhält eine zweijährige Forschungsförderung der Wilhelm Sander-Stiftung in Höhe von rund 150.000 Euro. Die Förderung unterstützt Dr. Almeida dabei, seine eigene Forschungsgruppe aufzubauen. Schwerpunktmäßig forscht er daran, ob das Immunsystem und insbesondere weiße Blutkörperchen, sogenannte T-Zellen, genetisch umprogrammiert werden können. Das Ziel dabei ist es, die Immunantwort gegen Tumore zu verstärken. Das ist ein wichtiger Ansatz, um neue Therapien gegen Krebs entwickeln zu können. Wilhelm Sander-Stiftung…

Biowissenschaften Chemie

Warum sich manche Würmer regenerieren, andere aber nicht

Wieso können nur wenige Tierarten verletzte oder fehlende Körperteile regenerieren, obwohl dies für das Überleben Vorteile bietet? Forschende am Max-Planck-Institut (MPI) für Multidisziplinäre Naturwissenschaften haben jetzt mit Kolleg*innen eine mögliche Erklärung gefunden, warum manche Arten in der Evolution die Fähigkeit zur Regeneration entwickelt oder wieder verloren haben. Dazu untersuchten sie bei verschiedenen Plattwurmarten, inwieweit diese ihren Kopf nachwachsen lassen können. Wie sie herausfanden, unterscheiden sie sich stark in dieser Fähigkeit, und zwar auch abhängig davon, wie sich die Tiere fortpflanzen….

Biowissenschaften Chemie

Molekulare Abwehrkräfte

Studie zeigt Antikörper gegen Polyethylenglykol bei 83 Prozent der deutschen Bevölkerung. Dass Menschen Abwehrkräfte und damit Antikörper gegen Viren bilden können, ist schon lange bekannt. Doch auch gegen den in Kosmetika, Lebensmitteln oder der Medizin verwendeten Stoff Polyethylenglykol (PEG) können sich Antikörper entwickeln. Diese beeinflussen die Wirksamkeit von Medikamenten. Ein Team von Forschenden des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung hat nun untersucht, wie stark diese Antikörper bereits in der deutschen Gesellschaft verbreitet sind und wie sie medizinische Therapien mit Nanoträgern beeinflussen könnten….

Rückmeldung