Nervenzellen im Gehirn geben Bewegungen nicht nur frei, sondern unterdrücken sie auch gezielt – und das mit erstaunlicher Präzision. Dies zeigt eine neue Studie der Universität Basel und des Friedrich Miescher Institute for Biomedical Research (FMI) in der Fachzeitschrift «Nature». Besonders relevant ist das, um Erkrankungen des Nervensystems wie Parkinson besser zu verstehen. Mit der Hand nach einem Apfel greifen, einen Löffel zum Mund führen – hinter für uns meist einfachen Bewegungen stecken hochkomplexe Hirnprozesse. Eine zentrale Rolle spielt dabei…
Fledermäuse in den Tropen Amerikas sind ein Reservoir für Morbilliviren – eine Gattung von RNA-Viren, zu denen auch das menschliche Masernvirus gehört. Ihre Rolle bei der Ausbreitung dieser Viren auf andere Säugetierarten ist unklar. Ein Forschungsteam unter der Leitung der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des DZIF hat nun die Ausbreitung von Morbilliviren in Fledermäusen und Affen in Brasilien und Costa Rica untersucht und dabei neue Virusarten und Wirtswechsel von Fledermäusen auf andere Säugetierarten entdeckt. In der Studie fordern die…
Ein Pilz, zwei Arten, Millionen tote Fledermäuse: Eine Studie, die am 28.05.2025 in der Fachzeitschrift Nature publiziert wird, hat mehr als 5000 Proben eines Pilzes analysiert, der für das größte dokumentierte Säugetiersterben durch einen Krankheitserreger verantwortlich ist. Ein internationales Team von Forschenden, unter Federführung einer Doktorandin der Universität Greifswald, hat in Zusammenarbeit mit Partnern aus Frankreich, Bulgarien, Finnland und der Ukraine und mehreren hundert freiwilligen Helfer*innen die Studie durchgeführt. Die Ergebnisse werfen ein Schlaglicht auf die Risiken menschlicher Eingriffe in…
Barbara Frankes bahnbrechende Arbeit transformiert das Verständnis von Entwicklungsstörungen durch innovative molekulare Ansätze NIMWEGEN, Niederlande, 27. Mai 2025 – In einem umfassenden Genomic Press Interview, das heute veröffentlicht wurde, enthüllt Professorin Barbara Franke ihre bemerkenswerte wissenschaftliche Reise vom wissbegierigen Kind, das von der Natur fasziniert war, zu einer der weltweit einflussreichsten Forscherinnen in der biologischen Psychiatrie. Die Molekularpsychiaterin an der Radboud-Universität hat unser Verständnis davon, wie genetische Variationen zu verändertem Verhalten bei neurologischen Entwicklungsstörungen führen, insbesondere bei ADHS, grundlegend…
Neue Studie zu Erbsenproteinhydrolysaten liefert überraschende Erkenntnisse Eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München zeigt: Auch weniger bitter schmeckende Erbsenproteinhydrolysate können ebenso starke Sättigungssignale in Magenzellen auslösen wie ihre bittereren Pendants. Entscheidend ist, dass bei ihrer Verdauung im Magensaft neue bittere Proteinfragmente entstehen, welche die Ausschüttung von Magensäure und des Botenstoffs Serotonin stimulieren – beide Signale tragen im Körper maßgeblich zum Sättigungsgefühl bei. Die Studienergebnisse eröffnen neue Perspektiven für die Entwicklung pflanzlicher Lebensmittel, die…
Eine unterschätzte Quelle für Aerosole in der Atmosphäre? Leipzig. Hochempfindliche Nachweismethoden erlauben immer tiefere Einblicke in komplexe chemische Prozesse in der Atmosphäre: Forscher am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) in Leipzig fanden bei einer detaillierten Produktstudie zum oxidativen Abbau des Isoprens in der Gasphase eine Reihe neuer Produktkanäle, welche ein besseres mechanistisches Verständnis dieses wichtigen Prozesses für die Atmosphärenchemie erlaubt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht. Isopren (C5H8), hauptsächlich produziert von Laubwäldern, ist eine der bedeutendsten Nicht-Methan Verbindungen…
Neue Forschung zeigt, wie schnelle DNA-Reparatur vor inneren Bedrohungen schützt, mit Auswirkungen auf die KrebsbiologieForschende haben eine entscheidende Rolle der schnellen DNA-Reparatur für die Aufrechterhaltung der Genomstabilität entdeckt. Eine neue Studie zeigt, dass die Reparatur von Doppelstrangbrüchen (DSBs) in der Kern-DNA einen wirksamen Schutz gegen die Integration fremder DNA aus Chloroplasten darstellt – ein Phänomen, das zwar für die Evolution wichtig ist, aber das Genom stark destabilisieren kann. Die Forschung erweitert unser Wissen über die Evolution pflanzlicher Genome und ist…
Eine neue Studie, veröffentlicht in Communications Biology, liefert den bislang frühesten Nachweis für die Verwendung der medizinischen und psychoaktiven Pflanze Peganum harmala – auch bekannt als Steppenraute oder Harmal – als Rauchmittel in der Antike. Die Ergebnisse der Studie liefern bisher unbekannte Einblicke in frühe therapeutische Praktiken in Arabien und zeigen, dass einheimische Pflanzen bereits vor 2700 Jahren gezielt aufgrund ihrer bio- und psychoaktiven Wirkung genutzt wurden. Unter der Leitung von Dr. Barbara Huber (Max-Planck-Institut für Geoanthropologie) und Prof. Marta Luciani (Universität Wien) sowie in Zusammenarbeit mit…
Forschende decken mit maschinellem Lernen übersehene chemische Bindungen in Proteinen auf Proteine gehören zu den am besten untersuchten Molekülen in der Biologie. Neue Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass sie überraschende Geheimnisse bergen. Forschende der Universität Göttingen haben bisher unbekannte chemische Bindungen in archivierten Proteinstrukturen entdeckt und damit eine unerwartete Komplexität der Proteinchemie offenbart. Die neu identifizierten Stickstoff-Sauerstoff-Schwefel-Verknüpfungen (NOS) erweitern das Verständnis darüber, wie Proteine auf oxidativen Stress reagieren – einen Zustand, in dem sich schädliche Sauerstoffmoleküle ansammeln und Proteine, DNA…
Mit Hilfe der elektrochemischen CO2-Reduktion lässt sich der Kohlenstoffkreislauf schließen: Unvermeidbare Emissionen aus Betonproduktion oder Abfallverbrennung werden zu CO – und somit zum Ausgangspunkt für Chemikalien oder Kraftstoffe. Bei der industriellen Anwendung dieser Technologie lauert allerdings eine Hürde: Sie ist (bislang) nicht kompatibel mit der bestehenden Infrastruktur. Eine mögliche Lösung haben Forschende von Fraunhofer UMSICHT und Ruhr-Universität Bochum entwickelt: ein neuer Reaktor, der CO2 unter Verwendung von unter Druck stehendem CO2 und reinem Wasser effizient umwandelt. »CO2 ist bereits fester…
Krebszellen reagieren auf Stress mit mehr Diversität. Wirkstoffe, die vor der Zellteilung die DNA-Verdoppelung stören, oder Strahlung, die DNA-Schäden verursacht, führen über Generationen hinweg zu immer unterschiedlicheren Tochterzellen. Das erhöht die genetische Komplexität des Tumors und die Resistenzbildung gegen Therapien. UZH-Forschende untersuchten das Entstehen von zellulärer Vielfalt nun in Echtzeit. Zellen sind die kleinsten Einheiten des Lebens. Doch auch im selben Gewebe oder Organ sind sie nicht alle identisch. Im Zuge der Zellteilungen entstehen laufend neue Variationen. Während bei genetischen…
Das Reservoir an Blutstammzellen schrumpft mit dem Alter. Es wird zunehmend von Stammzellen dominiert, die Immunzellen hervorbringen, die mit chronischen Entzündungen in Verbindung stehen. Das veröffentlichten Forschende vom Center for Genomic Regulation und vom Institute for Research in Biomedicine, beide Barcelona, sowie vom DKFZ in der Fachzeitschrift Nature. Die Entdeckung könnte helfen, die chronischen Entzündungen zu erklären, die im Laufe des Alters auftreten und uns anfälliger für Krankheiten machen. Sie könnte außerdem dazu beitragen, Frühwarnzeichen für ungesunde Alterungsprozesse lange vor…
Afrikanische Elefanten sind die größten Landtiere der Erde und deutlich größer als ihre Verwandten in Asien, von denen sie Millionen Jahre der Evolution trennen. Dennoch haben Asiatische Elefanten ein um 20 Prozent schwereres Gehirn, wie Forschende der Humboldt-Universität zu Berlin und des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) mit internationalen Kolleg:innen nachweisen konnten. Zudem zeigten sie, dass Elefantengehirne nach der Geburt auf das dreifache Gewicht wachsen. Die in der Fachzeitschrift „PNAS Nexus“ publizierten Ergebnisse liefern Erklärungsansätze für Unterschiede im Verhalten…
Viele Menschen sind mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) infiziert, und die meisten merken nichts davon. Manchmal jedoch kann das EBV Krebs auslösen, und auch bei Multipler Sklerose und anderen Autoimmunerkrankungen scheint dieser Erreger eine wichtige Rolle zu spielen. Forschende vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Nierenzentrum der Universitätsklinik Heidelberg haben herausgefunden, dass EBV die Migrationsfähigkeit der infizierten Immunzellen steigert. Damit fördert der Erreger seine Verbreitung im Körper – eine möglicherweise therapeutisch nutzbare Entdeckung. Das zu den Herpesviren zählende Epstein-Barr-Virus war das…
In unserem Erbgut steckt mehr Bewegung, als man denkt: Fast die Hälfte des menschlichen Genoms besteht aus Transposons – kurzen DNA-Stücken, die in der Lage sind, ihren Platz im Erbgut zu verändern: Sie „springen“ von einer Stelle zur anderen und sie verteilen sich dabei im Genom nicht gleichmäßig, sondern sind oft in Gruppen gebündelt. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben nun herausgefunden, wie es zu dieser Gruppenbildung kommt. Möglich macht das ein physikalischer Effekt, der das Erbgut an…
Viele Mikroorganismen können sich in Flüssigkeiten zielgerichtet bewegen. Wie schaffen die das eigentlich, ohne komplexes Nervensystem? Forschungen der TU Wien liefern Erklärungen. Bakterien können es, Amöben können es, sogar Blutkörperchen können es: Sie alle haben die Fähigkeit, sich in Flüssigkeiten gezielt fortzubewegen. Und das, obwohl es sich um extrem einfache Strukturen handelt, ohne zentrales Steuerungssystem. Wie lässt sich das erklären? Ein Team der TU Wien, der Universität Wien und der Tufts University (USA) bildete diese Art der Bewegung am Computer…