Forschende am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg haben den molekulargenetischen Hintergrund eines neu entdeckten Sarkomsubtyps aufgeklärt, der bei Kindern und Erwachsenen auftritt. Aus den Forschungsergebnissen leiten sich mehrere potenzielle Therapieansätze ab, die zukünftig klinisch getestet werden sollen. Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD). Weichteilsarkome sind bösartige Tumoren des Bindegewebes. Sie sind selten und zeichnen sich durch histologische Vielfalt sowie einen…
Mücken auf der Suche nach Blut oder Fruchtfliegen auf der Suche nach einem Ort für die Eiablage orientieren sich unter anderem mithilfe von CO2, das bei der Atmung oder im Gärprozess entsteht. In Mücken wurde bereits ein Komplex aus unterschiedlichen Geruchsrezeptoren gefunden, der CO2 wahrnehmen kann. Forschende der Ruhr-Universität Bochum zeigten nun, dass auch einzelne Rezeptoren aus Fruchtfliegen CO2 detektieren können. Darüber hinaus identifizierten sie Moleküle, die die CO2-Rezeptoren blockierten. Paul Ziemba (links) und Klemens Störtkuhl haben die Rezeptoren der…
Wie stellen lebende Organismen Mineralien her – zum Beispiel für ihre Schale? Forschende der Universität Konstanz und der Leibniz Universität Hannover sind der Antwort auf diese Frage ein entscheidendes Stück nähergekommen. In einer gemeinsamen Studie entschlüsselten sie den Entstehungsmechanismus von amorphem Calciumcarbonat, einem wichtigen Zwischenprodukt der Biomineralisation. Viele Lebewesen sind in der Lage, Mineralien oder mineralisiertes Gewebe herzustellen. Ein bekanntes Beispiel ist Perlmutt, das wegen seiner schillernden Farben auch in Schmuck Verwendung findet. Chemisch betrachtet beginnt dessen Entstehung damit, dass…
Empfindlicher, Gewebe-integrierbarer Nanosensor für Glukose mit inaktivem Enzym. Zu einem umfassenden Gesundheitsmonitoring gehört die regelmäßige Überwachung des Blutzuckerspiegels. Ein Forschungsteam hat nun aus fluoreszierenden einwandigen Kohlenstoffnanoröhren (SWCNTs) und einer inaktiven Form des Enzyms Glucoseoxidase (GOx) einen nanoskaligen Sensor für eine batterieunabhängige, nicht-invasive Glukosemessung in Körperflüssigkeiten und Geweben durch Bildgebungsverfahren entwickelt. Die Verwendung der nicht aktiven, nicht Glukose verbrauchenden GOx-Enzymform sei dabei ein besonderer Vorteil, schreibt das Team in der Zeitschrift Angewandte Chemie. Der Blutzuckerspiegel wird in der Regel mit elektrochemischen…
Wissenschaftler*innen des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig haben faszinierende Erkenntnisse darüber gewonnen, wie sich das Gehirn verändert, wenn Erwachsene eine neue Sprache lernen. Sie haben dafür ein umfangreiches Intensivprogramm zum Erlernen der deutschen Sprache für syrische Flüchtlinge organisiert und den Lernfortschritt im Gehirn der Teilnehmenden mithilfe hochauflösender Magnetresonanztomographie (MRT) analysiert. Die Forschenden enthüllten dynamische Veränderungen in den Verbindungen zwischen den Regionen der Sprachverarbeitung, die es den Lernenden ermöglichen, in der neuen Sprache zu kommunizieren und zu denken. Über…
Ob es darum geht, einen kleinen Gegenstand wie einen Stift aufzuheben oder verschiedene Körperteile zu koordinieren – das Kleinhirn erfüllt im Gehirn wesentliche Funktionen für die Steuerung unserer Bewegungen. Wissenschafter:innen am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) untersuchten, wie eine entscheidende Gruppe von Synapsen zwischen Neuronen in diesem Gehirnareal funktioniert und sich entwickelt. Ihre Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Neuron veröffentlicht. Auch wenn man nicht darüber nachdenkt, benutzt man jeden Tag die komplizierten Schaltkreise der Neuronen in Gehirn,…
Deutsch-israelisches Kooperationsprojekt zur Erforschung aggressiver Tumore erhält Millionenförderung. Ein internationales Forschungsprojekt zum Thema „Abbauresistente Tumore verstehen und gezielt bekämpfen” wird im Rahmen der Deutsch-Israelischen Projektkooperation (DIP) mit 1,655 Millionen Euro gefördert. Beteiligt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der LMU, des Technion – Israel Institute of Technology in Haifa, der Goethe-Universität Frankfurt und des Helmholtz-Zentrums München. DIP wurde 1997 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ins Leben gerufen, um die Exzellenz in der deutsch-israelischen Forschungszusammenarbeit zu stärken. Das Projekt wird untersuchen,…
Phosphor ist für das Wachstum und die Entwicklung von Pflanzen unerlässlich. In vielen Böden ist der wichtige Nährstoff jedoch nur schlecht verfügbar. Ein Mechanismus, den Pflanzen nutzen, um die Verfügbarkeit zu erhöhen, ist die Freisetzung von Malat, einer organischen Säure. Sie bildet mit Eisen oder Aluminium Komplexe und setzen damit Phosphat frei. Diese Reaktion kann aber auch zu einer erhöhten Eisenakkumulation führen, die das Wurzelwachstum hemmen kann. Ein Forscherteam unter der Leitung des IPK-Leibniz-Instituts fand heraus, dass das Protein HYP1…
Häufig entsteht ein Tumor dadurch, dass sich Krebsgene vervielfältigen. Dabei werden en passant oft zusätzliche Gene mitvermehrt. Anders als bisher gedacht, sind diese nicht nur stille Passagiere. Wie eine Studie von Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max Delbrück Center jetzt belegt, können Passagier-Gene im Tumor bisher unbekannte Schwachstellen erzeugen – was völlig neue Therapieansätze ermöglicht. Veröffentlicht sind die Ergebnisse im Fachmagazin Cancer Discovery*. Vor allem Veränderungen im Erbgut gelten als Ursache für eine Krebserkrankung. Häufig handelt es sich dabei um…
Die Aktivitätsphasen vieler Schmetterlingsarten verlagern sich um mehrere Wochen. Das Leben in einer sich erwärmenden Welt erfordert sowohl bei uns Menschen als auch in der Tier- und Pflanzenwelt Anpassungen an die sich wandelnden jährlichen Temperaturverläufe. Verbreitungsgebiete verändern sich und die Aktivitätsphasen zahlreicher Arten verschieben sich im Jahreszyklus. In einer nun im Fachjournal „Global Change Biology“ erschienenen Studie zeigen Wissenschaftler aus Österreich, Polen und Deutschland – unter ihnen Senckenberg-Entomologe Prof. Dr. Thomas Schmitt – anhand eines Langzeitdatensatzes aus dem Norden Österreichs,…
Forschungsteam setzt auf nachwachsende Rohstoffe und innovative Verbindungen. Tenside für Seifen oder Waschmittel sind mit einer weltweiten Jahresproduktion von über 18 Millionen Tonnen nach Kunststoffen die zweitgrößte Klasse chemischer Produkte. Die TH Köln arbeitet schon seit mehreren Jahren an biobasierten Chemikalien, um diesen Industriezweig nachhaltiger zu gestalten. Zwei neue Projekte widmen sich nun der Erforschung umweltfreundlicher Tenside. „Die überwiegende Mehrheit der heute verwendeten Tenside wird petrochemisch hergestellt, stammt also aus Erdöl. In unseren Vorhaben arbeiten wir daran, Pflanzenöle als Ausgangsmaterial…
MRT-basierte Methode detektiert Wasseraustausch von Tumorzellen als Maß für deren Malignizität. Der Wasserkreislauf durch Membrantransporter gilt als ein Kennzeichen des Zellstoffwechsels und könnte bei der Charakterisierung von Tumoren und anderen Krankheiten von hoher diagnostischer Bedeutung sein. In der Zeitschrift Angewandte Chemie stellt ein italienisches Forschungsteam jetzt eine neue auf MRT basierende Methode vor, mit der der Wasseraustausch beurteilt werden kann. So konnten im Mausmodell der Malignitätsgrad von Tumoren sowie der Erfolg therapeutischer Behandlungen eingeschätzt werden. Krebs ist nicht gleich Krebs….
Fokus auf biologische Prozesse zeigt nicht das ganze Bild. Der Ozean spielt eine entscheidende Rolle bei der Speicherung von Kohlenstoffdioxid (CO2). Die marine biologische Kohlenstoffpumpe ist in diesem Zusammenhang ein bedeutendes Forschungsthema. Allerdings bleibe dabei eine wichtige Komponente oft unberücksichtigt, sagt Dr. Ivy Frenger, Klimaforscherin am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. In einem Positionspapier hat sie gemeinsam mit Kolleg:innen herausgearbeitet, warum es nicht reicht, sich bei der Untersuchung der Kohlenstoffpumpe und ihrer Rolle im Klimawandel auf biologische Prozesse zu konzentrieren….
Chemiker um die Professoren Frank Glorius (Universität Münster) und Osvaldo Gutierrez (Texas A&M University, USA) stellen einen neuen Ansatz vor, bei dem ein einzelnes Kohlenstoffatom in das „Kohlenstoff-Skelett“ ringförmiger Verbindungen eingefügt wird, um die Ringgröße anzupassen. Das Verfahren kann beispielsweise für die Herstellung von Wirkstoffen für neue Arzneimittel interessant sein. Bei der Suche nach Wirkstoffen für neue Arzneimittel spielen Moleküle mit einem zentralen Ringsystem eine wichtige Rolle – und die richtige Größe der Ringe ist von Bedeutung, wenn es darum…
Im Töpferstudio hilft uns die Reibung zwischen unseren Händen und dem weichen Ton, ihn in alle möglichen Formen und Kreationen zu verwandeln. Auf erstaunlich ähnliche Weise nutzen die Eizellen von Seescheiden dasselbe Prinzip. Durch die Reibung zwischen den Komponenten in ihrem Zellinneren kommt es zu Formveränderungen, die deren Entwicklung vorantreiben. Wie das funktioniert, zeigt uns eine neue Studie von der Heisenberg Gruppe am Institute of Science and Technology Austria (ISTA), welche im Fachjournal Nature Physics publiziert wurde. Ein Blick ins…
Gemeinsam mit 12 Partnern aus 6 Ländern baut das Universitätsklinikum Jena eine europäische Forschungsplattform auf. In Vorsorge künftiger Pandemien soll mit Förderung der EU in fünf Jahren eine Pipeline zur Entwicklung antiviraler Wirkstoffe entstehen. Die COVID-19-Pandemie hat schmerzhaft vor Augen geführt, welche immensen Auswirkungen das Auftreten oder die Rückkehr gefährlicher Viren hat. Die Weltgesundheitsorganisation listet zum Beispiel Ebola-, Lassa- oder Zikaviren als Erreger auf, die ein besonders großes Risiko für künftige Epidemien oder gar Pandemien darstellen. Das Grippevirus steht nicht…