Das Fraunhofer FEP untersucht plasmaaktiviertes Wasser als chemikalienfreie Alternative zu herkömmlichen Desinfektionsmitteln. Die innovative Lösung bleibt über 300 Tage aktiv und eignet sich für Pharmazie, Lebensmittelindustrie und Landwirtschaft. Wissenschaftler des Fraunhofer FEP forschen an einer Technologie zur Herstellung von plasmabehandelten Flüssigkeiten (PBF), die als umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen chemischen Desinfektionsmitteln eingesetzt werden können. In einer aktuellen Studie wird deren Eignung als Oberflächendesinfektionsmittel untersucht. Die Forschungsergebnisse zeigen eine Haltbarkeit von über 10 Monaten und eine gute antimikrobielle Wirksamkeit gegen E. coli….
An der Universität Siegen ist ein innovatives KI-Projekt gestartet: Wissenschaftler*innen von vier Lehrstühlen möchten zusammen mit einem Software-Unternehmen eine App entwickeln, die mit Hilfe von KI Wisente individuell erkennen kann. Groß, kräftig, mit zottigem Fell: Wisente sind imposante Tiere. Sie in Freigehegen oder Reservaten zu beobachten, ist eine eindrucksvolle Erfahrung. Eine App auf dem Smartphone könnte künftig dabei helfen, Wisente auch individuell zu erkennen. Ein einfaches Foto soll ausreichen, um mit Hilfe von KI das Profil des jeweiligen Tieres abzurufen…
Dass die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms eine große Rolle für unsere Gesundheit spielt, ist mittlerweile klar bewiesen – die genauen Zusammenhänge sind bisher aber noch nicht voll verstanden. Forschende der Technischen Universität München (TUM) sind dem einen Schritt nähergekommen: Sie haben einen Zell-Mechanismus identifiziert, der ein tumorförderliches Mikrobiom begünstigt. Eine Analyse von Daten von Patientinnen und Patienten zeigt, dass die Befunde auch auf den Menschen zutreffen. Ausgangspunkt der beobachteten Mikrobiom-Veränderungen ist ein Protein, das eigentlich eine Schutzfunktion hat: ATF6 (Activating Transcription…
Schwarze Witwen (Latrodectus hesperus) setzen bei der Partnersuche auf eine einzigartige Duftstrategie, so eine neue Forschungsstudie von Greifswalder und kanadischen Forscher*innen. Ein chemisches Pheromon zerfällt langsam auf dem Netz der Weibchen zu einem wochenlang wirkenden Lockstoff, der Männchen anzieht und ihr Balzverhalten steuert. Die Studie, die im Journal of Chemical Ecology https://link.springer.com/article/10.1007/s10886-025-01590-6 2025 erschien, zeigt einen mehrstufigen und strategisch aufgebauten Spinnenflirt. Anders als viele Insekten, die ihre Pheromone nur zu bestimmten Zeiten abgeben, nutzen die Witwenspinnenweibchen ihr Netz als einen…
Aus industriellen Abfällen neue Wertstoffe gewinnen – daran arbeitet die jüngste Ausgründung aus dem Leibniz-HKI, das Biotech-Startup Biophelion Angestoßen durch den Wettbewerb „Circular Biomanufacturing Challenge“ der Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND entstand Biophelion als Spin-off des Leibniz-HKI und der RWTH Aachen. Das Gründerduo Lars Regestein und Till Tiso als Geschäftsführer startet nun am Beutenberg-Campus durch – in direkter Nachbarschaft zum Leibniz-HKI, mit dem auch künftig eng kooperiert wird. Ziel ist innovative Bioprozesse zu entwickeln um Industrieabfälle in marktfähige, umweltfreundliche Produkte zu…
Nadelbäume schützen sich mit Harz. Dieses enthält Diterpene als Abwehrstoffe gegen Schädlinge. Forschende am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie und der Iowa State University zeigen, dass einige dieser Diterpene bereits vor der Evolution der Nadelbäume existierten, während sich andere erst später in verschiedenen Baumarten unabhängig voneinander entwickelten – vermutlich zum Schutz vor Borkenkäfern. Ein wichtiger Faktor dafür ist der als „Epistase” bezeichnete Mechanismus, demzufolge frühere genetische Veränderungen den Weg für neue Merkmale ebnen. Die Erkenntnisse vertiefen das Verständnis der pflanzlichen Abwehr…
Ein Kölner Forschungsteam hat eine molekulare Perspektive auf die Architektur von Synapsen entwickelt. Ihre Studie zeigte, dass ein Protein im Gehirn flexible Filamente bildet und damit als wesentlicher Baustein inhibitorischer Synapsen dient / Veröffentlichung in „Nature Communications“ Forschende des Instituts für Biochemie der Universität zu Köln haben eine Schlüsselerkenntnis über die molekulare Grundlage der Synapsenbildung im zentralen Nervensystem gewonnen. Sie untersuchten inhibitorische Synapsen, die sogenannten „Bremsen“ in unserem Gehirn, die dafür sorgen, dass ein Signal nicht mehr weitergeleitet wird. Konkret…
Toxische und teure Schwermetalle in der chemischen Industrie überflüssig machen: Eine neue Publikation aus der Würzburger Chemie weist im Journal “Nature Chemistry” dafür einen Weg. Das Team von Chemieprofessor Holger Braunschweig erforscht an der Universität Würzburg die „metall-mimetischen“ Eigenschaften von Hauptgruppenelementen wie Bor. Dabei hat sich gezeigt, dass Bor unter bestimmten Bedingungen das Reaktionsverhalten von Metallen nachahmen kann, ohne aber toxisch oder so kostspielig zu sein wie die Metalle. Vor diesem Hintergrund ist eine neue Publikation der Braunschweig-Gruppe im Journal…
Spezielle 3D Formanalysen seiner Kieferknochen zeigen: Der ausgestorbene Bär Ursus minimus, eine der ältesten Bärenarten Europas, hatte ein breites Nahrungsspektrum ohne eine Spezialisierung auf Insekten – anders als bisher angenommen. Er war damit besonders anpassungsfähig an ein wechselndes Nahrungsangebot. SNSB Zoologin Anneke van Heteren veröffentlichte die Ergebnisse ihrer Studie nun in der Fachzeitschrift Boreas. Ursus minimus – vermutlich der gemeinsame Vorfahr der meisten modernen Bärenarten – lebte vor 4,9 bis ungefähr 1,8 Millionen Jahren, zur Zeit des Pliozäns möglicherweise bis…
Der Wachstumsfaktor Erythropoietin (EPO), bekannt aus der Blutbildung, hat auch wichtige Effekte im Gehirn – insbesondere auf sogenannte Oligodendrozyten. Diese Zellen sind zuständig für die Bildung von Myelin, der „Isolierung“ der Nervenfasern, die eine schnelle Signalübertragung ermöglicht. Die Ergebnisse der Forschenden des Max-Planck-Instituts für Multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen und des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim deuten darauf hin, dass EPO nicht nur zur Blutbildung nützlich ist, sondern auch eine Schlüsselrolle für Lern- und Denkprozesse spielt. Die Erkenntnisse bieten neue…
CRISPR/Cas9 wurde 2020 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Das als „Genschere“ bekannte Verfahren ermöglicht es unter anderem, besser zu verstehen, wie menschliche Zellen funktionieren und gesund bleiben. Für diesen Zweck haben Forschende der Universität Stuttgart CRISPR weiterentwickelt. In der Fachzeitschrift „Cell Reports Methods“ stellen sie ihr Verfahren CRISPRgenee vor. Zellen ermöglichen alle lebenswichtigen Funktionen des menschlichen Körpers – von der Energieproduktion über den Aufbau von Gewebe bis zur Abwehr von Krankheiten. Für die Steuerung der Zellfunktion spielen unsere Gene…
Die Zellteilung ist einer der am gründlichsten untersuchten Prozesse in der Biologie, doch viele Details bleiben weiterhin rätselhaft. Ein seit fast einem Jahrhundert bestehendes Rätsel um die „Krone” der Zellteilung – die Kinetochor-Korona – wurde nun von Verena Cmentowski und Andrea Musacchio am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie in Dortmund (MPI) gelöst. Ihre Forschung zeigt, wie sich die Krone über zwei parallele Wege aufbaut. So entsteht aus einem kleinen „Protein-Keim” ein multifunktionaler Komplex, der eine präzise Verteilung der Chromosomen gewährleistet –…
Im Nationalpark Schwarzwald hat ein Forscher der Universität Stuttgart mit Kolleg*innen eine neue Bärtierchen-Art entdeckt. Sie trägt den Namen Ramazzottius kretschmanni – zu Ehren von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der die Entdeckung nun vorgestellt bekam. Winzig klein, mit bärenstarken Fähigkeiten und auch für die Forschung noch geheimnisvoll: Eine wissenschaftliche Entdeckung aus dem Schwarzwald ehrt den Ministerpräsidenten Baden-Württembergs und sein Engagement für Artenschutz und Biodiversität. Die neue Bärtierchen-Art Ramazzottius kretschmanni ist im Nationalparkzentrum am Ruhestein vorgestellt worden. Prof. Ralph Schill, Zoologe am…
Erdmännchen passen sich genetisch an eine artspezifische Form der Tuberkulose an. Das hat ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Ulm in einer Langzeitstudie erstmals nachgewiesen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigen auch, dass der Klimawandel in der Kalahari-Wüste einen zusätzlichen Selektionsdruck auf die Tiere ausübt. Durch das Zusammenspiel von Infektionsdruck und Klimawandel geraten die Erdmännchen zunehmend unter evolutionären Stress. Die Ergebnisse der Studie sind in Nature Ecology Evolution erschienen. Wie wirken sich Wildtierkrankheiten langfristig auf die Genetik ihrer Wirte aus…
Virologie-Forschungsteam aus Gießen und Berlin entschlüsselt die Rolle von Sphingolipiden für die Bildung von Replikationsorganellen Coronaviren verändern die Zellen, die sie infizieren, um sich optimal vermehren zu können. Ein entscheidender Schritt dabei ist die Bildung spezieller Strukturen im Zellinneren – sogenannter Replikationsorganellen. Dabei reorganisieren Coronaviren die inneren Zellmembranen erheblich. Dieser Prozess hängt maßgeblich von der Bildung von bestimmten Membranbausteinen, den Sphingolipiden, ab. Forschende des Instituts für Medizinische Virologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und des Instituts für Pharmazie der Freien Universität…
Epigenetische Effekte des bioaktiven Kurkuma-Inhaltsstoffs könnten Einfluss auf Nachkommen haben – Studie von JLU-Forschungsteam mit Modellorganismus Curcumin, einem bioaktiven Inhaltsstoff von Kurkuma, werden vielfältige gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben. Mittlerweile sind eine Vielzahl verschiedener Curcumin-Supplemente auf dem Markt, die auch durch Influencerinnen und Influencer als Nahrungsergänzungsmittel auf Social Media stark beworben werden. Neben den anti-entzündlichen und anti-oxidativen Wirkungen vermittelt Curcumin auch epigenetische Effekte. Dies sind reversible chemische Veränderungen der DNA oder der Proteine, die die DNA verpacken, sogenannte Histone. Diese Veränderungen können…