Forschende des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (Leibniz-HKI) in Jena haben ein Enzym als neuen Ansatzpunkt gegen die gefährliche bakterielle Infektion Melioidose identifiziert. Das pathogene Bakterium Burkholderia pseudomallei nutzt es zum Bau einer molekularen Struktur, die eine entscheidende Rolle bei der Infektion spielt. Die Ergebnisse wurden in Nature Chemistry veröffentlicht. Melioidose ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, ausgelöst durch das Bakterium Burkholderia pseudomallei. „Ohne Behandlung verläuft die Krankheit meist tödlich“, erklärt Christian Hertweck, Leiter der Abteilung Biomolekulare Chemie am Leibniz-HKI…
Forscher untersuchen historische Entwicklungen des Periodensystems der Elemente. In den 1860er Jahren stellten die Chemiker Lothar Meyer und Dmitri Mendelejew unabhängig voneinander das erste Periodensystem vor. Seitdem gilt die allseits bekannte tabellarische Anordnung der Elemente als Leitbild der Chemie. Ein Forscherteam des Max-Planck-Instituts für Mathematik in den Naturwissenschaften und des Interdisziplinären Zentrums für Bioinformatik der Universität Leipzig liefert auf Grundlage umfangreicher Datensätze der Chemie-Datenbank Reaxys computergestützte Ansätze, welche die Formulierung der ersten Periodensysteme der Elemente erklären. Ihre Ergebnisse sind sowohl…
Forschende aus Göttingen und Twente decken physikalische Mechanismen hinter der Bewegung von Mikroschwimmern auf. Bakterien und andere einzellige Organismen haben trotz ihrer vergleichsweisen einfachen Strukturen ausgeklügelte Methoden entwickelt, um sich aktiv fortzubewegen. Um diese Mechanismen aufzudecken, haben Forschende des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation (MPI-DS) Öltröpfchen als Modell für biologische Mikroschwimmer verwendet. Corinna Maass, Gruppenleiterin am MPI-DS und Associate Professor an der Universität Twente, untersuchte zusammen mit ihren Kolleg*innen in mehreren Studien die Strategien von Mikroschwimmern: Wie navigieren diese in…
– andere Gehirnentwicklung von Neandertalern als von modernen Menschen. Dresdner und Leipziger Forscher haben gefunden, dass Stammzellen im sich entwickelnden Gehirn des modernen Menschen sich mehr Zeit nehmen, um sich zu teilen, und deshalb weniger Fehler bei der Verteilung ihrer Chromosomen auf die Tochterzellen machen als die des Neandertalers. Neandertaler waren die engsten Verwandten des modernen Menschen. Der Vergleich mit ihnen kann daher wesentliche Einblicke in die Einzigartigkeit des heutigen Menschen geben, zum Beispiel in Bezug auf die Entwicklung des…
Pockenviren stellen für die Menschheit eine ernstzunehmende Bedrohung dar, wie der aktuelle Ausbruch der Affenpocken zeigt. Ein Forschungsteam der Uni Würzburg arbeitet jetzt an der Entwicklung neuer Medikamente. Die Coronapandemie ist noch lange nicht abgehakt, da sorgt erneut ein Virus für Aufregung: „Internationaler Ausbruch von Affenpocken“ hieß es vor wenigen Wochen in den Medien, und danach folgten tägliche Schlagzeilen nach dem Muster „Erster Fall von Affenpocken in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin …“ Meldungen wie die des Bayerischen Rundfunks – „Studie: Affenpocken-Erreger…
WissenschaftlerInnen des Universitätsklinikums und der Universität Heidelberg sowie des Deutschen Krebsforschungszentrums haben bei Gioblastomen, den agressivsten aller Hirntumoren, eine elementar neue Ausbreitungsstrategie entdeckt / Hirntumorzellen imitieren Eigenschaften und Bewegungsmuster von Nervenzellen / Publikation und Editorial in Fachzeitschrift Cell Bestimmte Zellen aus Glioblastomen, der aggressivsten Form von Hirntumoren, imitieren Eigenschaften und Bewegungsstrategien von unreifen Nervenzellen, um das Gehirn zu kolonisieren. Grundlegend neue Ergebnisse von Forschenden des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Medizinischen Fakultät Heidelberg (MFHD) sowie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) geben…
Technik für die Isolierung flüchtiger Lebensmittelinhaltsstoffe optimiert. Einem Forschungsteam des Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München (LSB) ist es gelungen, eine bewährte Methode zur schonenden, Artefakt-vermeidenden Isolierung flüchtiger Lebensmittelinhaltsstoffe zu automatisieren. Wie die aktuelle Vergleichsstudie des Teams nun zeigt, bietet die automatisierte Solvent-Assisted Flavor Evaporation (aSAFE) gegenüber dem manuellen Verfahren erhebliche Vorteile. Sie erzielt durchschnittlich höhere Ausbeuten und senkt das Kontaminationsrisiko durch nichtflüchtige Substanzen. Das optimierte Verfahren ist vor allem für die Geruchsstoffanalytik von Bedeutung. Geruchsstoffe tragen wesentlich…
Der Wirkstoff Mitapivat zeigte in der internationalen Studie ACTIVAT mit Würzburger Beteiligung erstmals eine zielgerichtete, medikamentöse Therapie bei einer angeborenen hämatologischen Erkrankung wie dem Pyruvatkinase-Mangel. „Unsere Patientinnen und Patienten haben geradezu dafür gebrannt, an der ACTIVATE-Studie teilzunehmen“, berichtet Privatdozent Dr. Oliver Andres, Oberarzt in der Kinderklinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Würzburg, Leiter der Studie in Würzburg und Koordinator für Deutschland. Das Leid mit einem Pyruvatkinase-Mangel sei so groß, da greifen die Betroffenen zu jedem Strohhalm, der ihnen Unterstützung geben könnte….
Weltweit sterben jährlich 880.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV). Bisher zur Verfügung stehende antivirale Medikamente sind zwar in der Lage, die Replikation des Virus zu unterdrücken, können aber eine HBV-Infektion nicht ausheilen. Biomarker – biologische Moleküle im Blutserum, mit deren Hilfe der Verlauf einer chronischen Infektion und das Ansprechen der Erkrankten auf neue Therapien überprüft und überwacht werden können – sind nötig um die Entwicklung kurativer Therapien zu steuern. Mögliche Biomarker wurden nun in einer…
… schwer abbaubarerer Schwefelverbindungen und Kohlenstoff MARUM-Publikation: Natürliche Asphaltablagerungen als Energiequelle in der Tiefsee. Gelangt Erdöl in das Meer, ist das nicht immer die Folge eines Ölunglücks. Es gibt natürliche Austrittsstellen, an denen Mikroorganismen das sickernde Öl als Energie- und Nahrungsquelle nutzen. Forschende vom MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen und des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg haben erstmals in einem Laborversuch herausgefunden, was mit dem natürlich austretenden wasserlöslichen Teil des…
… von Proteinen und anderen Makromolekülen in lebende Zellen. „Top-fase“ ist ein einfaches und universelles Werkzeug für die gezielte Transfektion zahlreicher Molekül-Arten in Zellen und Zelllinien. Diese am BioQuant-Zentrum der Universität Heidelberg entwickelte neue Methode ermöglicht eine beschleunigte und kosteneffiziente Suche nach neuen Biopharmazeutika, die Identifikation von intrazellulären Wirkstofftargets, die Optimierung bereits bestehender Wirkstoffe sowie die Etablierung neuartiger zellulärer Assays. Die Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH unterstützt die Universität Heidelberg bei der Patentierung und Vermarktung der Innovation. Für Grundlagenforschung, Diagnostik und Therapie…
Bei Covid-19-Kranken bildet der Stoffwechsel bestimmte energiereiche Verbindungen, Ketonkörper genannt, in zu geringer Menge. Zwei wichtige Zelltypen im Immunsystem benötigen diese Energieträger jedoch, um ausreichend schlagkräftig gegen das Virus vorzugehen. Vielleicht erklärt dieser Befund, warum manche Menschen so viel schwerer erkranken als andere. In diese Richtung deutet zumindest eine Studie unter Federführung der Universität Bonn. Die Ergebnisse sind jetzt in der Zeitschrift Nature erschienen. Sie machen auch Hoffnung auf neue Therapien. Wenn wir erkranken, verlieren wir oft unseren Appetit. Das…
Wissenschaftler des InfectoGnostics Forschungscampus Jena haben einen neuen Microarray entwickelt, mit dem sich Antikörper auf verschiedenste Infektionserreger nachweisen lassen. Mit einem einzigen Tropfen Blut des Patienten kann so getestet werden, ob das Immunsystem auf eine Impfung angesprochen hat oder eine antikörper-vermittelte Immunität nach Infektion besteht. Für die Entwicklung und Validierung des Tests haben die Campuspartner Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), fzmb GmbH, Virion\Serion GmbH sowie das Universitätsklinikum Jena (UKJ) kooperiert. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Scientific Reports“ publiziert (DOI: 10.1038/s41598-022-10823-7)….
DSMZ-Wissenschaftlerin entwickelt innovative Screening-Methode nach medizinischen Wirkstoffen. Forschende rund um Professorin Dr. Yvonne Mast, Leiterin der Abteilung Bioressourcen für Bioökonomie und Gesundheitsforschung vom Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen im niedersächsischen Braunschweig, haben eine neue Screening-Strategie nach medizinischen Wirkstoffen entwickelt. Diese beruht ausschließlich auf der Analyse von Genomsequenzdaten. „Der Vorteil unserer Vorhersagestrategie besteht darin, dass man damit rein digital sowie sehr effizient nach bestimmten potentiellen Wirkstoffproduzenten screenen kann und teilweise auch Bakterien-Stämme aussortieren kann, die höchstwahrscheinlich bekannte Substanzen produzieren….
Forschende entschlüsseln den Zusammenbau eines Enzyms, das das Treibhausgas N2O abbaut. Treibhausgas leistet einen stetig wachsenden Beitrag zum Abbau der Ozonschicht. N2O-Reduktase ist das bislang einzig bekannte Enzym, das dieses Gas in harmlosen Stickstoff und Wasser umwandeln kann. Veröffentlichung in Nature: Forschende haben die Komponenten einer molekularen Maschine isoliert und charakterisiert Das Team um Prof. Dr. Oliver Einsle von der Universität Freiburg entdeckte eine bisher nicht beschriebene Funktion und machte damit einen großen Schritt hin zu einer Nutzbarmachung des Enzyms…
Immer mehr Bakterien sind resistent gegen Antibiotika. Eine Alternative zur Bekämpfung der Bakterien sind sogenannte Bakteriophagen. Dabei handelt es sich um Viren, die sehr spezifisch bestimmte Bakterien befallen. Ein Münchner Forschungsteam hat jetzt eine neue Methode entwickelt, mit der sich effizient und risikolos Bakteriophagen gewinnen lassen. Multiresistente Keime gehören nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO zu den größten gesundheitlichen Bedrohungen. Allein in der Europäischen Union sterben jedes Jahr 33.000 Menschen an den Folgen bakterieller Infektionen, gegen die kein Antibiotikum hilft. Alternative…