TV-Doku: Star am Röntgenhimmel

Doku von HYPERRAUM.TV „Star am Röntgenhimmel - eRosita: ein erfolgreiches Röntgenteleskop, das es beinahe nicht gegeben hätte“ – von und mit Susanne Päch

Nach 30 Jahren ist mit eRosita 2019 zum zweiten Mal in der Raumfahrtgeschichte – nach dem überaus erfolgreichen Rosat in den neunziger Jahren – ein Satellit in Umlaufbahn gekommen, der den gesamten Himmelsglobus auf Röntgenstrahlung kartiert. In der Dokumentation „Star am Röntgenhimmel – eRosita: ein erfolgreiches Röntgenteleskop, das es beinahe nicht gegeben hätte“ berichtet HYPERRAUM.TV von der Auswertung der ersten wissenschaftlichen Daten, die das Himmelsteleskop mit dem Abschluss der ersten vollständigen Himmelsdurmusterung zur Erde gesendet hat. Der wissenschaftliche Leiter des Projektes, Peter Predehl, sowie der Hochenergie-Astrophysiker Michael Freyberg, beide vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik. berichten zudem über die neuen Technologien, mit denen es gelang, schon nach dem ersten Jahr im Betrieb die Zahl der bekannten Röntgenquellen massiv zu erweitern.

eRosita – für extended ROentgen Survey with an Imaging Telescope Array – soll nicht nur wie sein Vorgänger den ganzen Himmel auf Röntgenquellen untersuchen, sondern hat eine zusätzliche Spezialaufgabe: Im Verbund mit optischen- und Infrarot-Messungen vom Boden soll das Teleskop gezielt nach Galaxienhaufen in weiter Entfernung Ausschau halten. Denn diese gewaltigen Strukturen sind  in heiße Gaswolken gehüllt, die hell im Röntgenlicht leuchten.  Die Detektoren von eRosita sollen nun in den nächsten Jahren solche Monsterstrukturen bis zu einer Entfernung von acht Milliarden Lichtjahren entdecken,  eine Aufgabe, für die die Detektoren speziell ausgelegt wurden.

Schon nach der ersten Himmelsdurchmusterung ist der Erfolg des Satelliten unbestritten, auch wenn  es, wie Predehl offenherzig berichtet, alles andere als einfach war, das Projekt mit einer recht ungewöhnlichen Geschichte auf den Weg ins All zu bringen. Denn eRosita stand anfangs unter keinem guten Stern – hervorgegangen aus einem technologischen Flop…

Noch vor dem Ende der Mission von Rosat, war schon der Gedanke zu einem Folgeprojekt aufgekommen.  Das Konzept des Kleinsatelliten Abrixas wurde von einem Zusammenschluss mehrerer deutscher Forschungsinstitute entwickelt, um die Durchmusterung von Rosat im harten Röntgenlicht zwischen 0,5 und 15 keV zu ergänzen. Doch so weit kam es nie, denn der Satellit, ist bereits eine Stunde nach dem Start im Jahr 1991 wegen einer Fehlkonstruktion der Bordelektronik komplett ausgefallen. Mit eRosita wollten die Verantwortlichen mit vergleichbarer, weiter verbesserter Kameratechnologie einen zweiten Anlauf nehmen. Doch es fand sich zuerst niemand, der bei diesem Projekt einsteigen wollte. So entschlossen sich die Verantwortlichen im MPE, das Risiko selbst zu tragen. In Russland fand man zudem Partner, die sowohl für den Start als auch beim Bodenbetrieb des Satelliten mitmachten. Dafür konnten die Russen ein eigenes, kleineres Röntgenteleskop Huckeback mit auf den Satelliten setzen.

Predehl berichtet, wie viel Eigeninitiative und Beharrlichkeit es brauchte, um das Projekt zu realisieren. Für den Projektverantwortlichen ist es aus heutiger Sicht ein richtiger Glücksfall, dass ESA, NASA und die europäische Industrie bei eRosita samt und sonders relativ desinteressiert abgewunken haben. 2019 war es dann doch soweit: eRosita konnte zu einem der  sogenannten Lagrange-Punkte gebracht werden, dem sogenannten L2-Punkt – weit draußen im Weltall, rund 1,5 Millionen Kilometer weg von der Erde.

Ende 2019  hat eRosita seinen Betrieb aufgenommen und kartiert seither den gesamten hochenergetischen Himmel. Schon die erste abgeschlossene Durchmusterung nach einem halbem Jahr der Datensammlung hat zur Entdeckung zahlreicher neuer Röntgenquellen geführt. Doch das ist eine weitere Geschichte von HYPERRAUM.TV!

Ansprechpartner:
Dr. Susanne Päch
Chefredaktion HYPERRAUM.TV
Bavariafilmplatz 3
82031 Grünwald
susanne.paech@hyperraum.tv

http://hyperraum.tv

http://hyperraum.tv/2021/03/27/star-am-roentgenhimmel/

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Dr. Susanne Päch
Hyperraum TV

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