Modernste Technik zur Warnung der Bevölkerung: satellitengestütztes Warnsystem macht 50ste Testsendung

Im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wird am 22. März 2006 durch die Warnzentrale die 50ste monatliche Testsendung über das satellitengestützte Warnsystem (SatWaS) versandt. SatWaS ist das zentrale Mittel zur zeitkritischen Warnung der Bevölkerung vor besonderen Gefahren, die in einem Verteidigungsfall drohen. Es ermöglicht Meldungen zeitgleich bundesweit über einen Satelliten mit sehr kurzen Übertragungszeiten und hoher Priorität zu versenden. Die Testsendung dient zum einen der technischen Prüfung der Verbindung und testet zum anderen den reibungslosen Ablauf des Warnverfahrens.

Nach dem Ende des kalten Krieges wurde das bundesdeutsche Sirenennetz abgebaut. Bund und Länder einigten sich auf die Nutzung des Rundfunks als alleiniges Warnmittel. Die Bevölkerung ist im Falle einer bedrohlichen Lageentwicklung über die Medien sehr gut zu erreichen. Dies haben die Anschläge vom 11. September 2001 und die Hochwasser an Elbe und Oder deutlich gezeigt, wo die Menschen die Meldungen in den Medien bis in die Nacht verfolgt haben. Die Warnung über den Rundfunk bietet die Möglichkeit, nicht nur Gefahren anzukündigen, sondern auch Verhaltensregeln an die Bevölkerung weiterzugeben. Da eine Warnung vor Angriffen mit Flugzeugen oder Raketen zeitkritisch ist, wurden im Rahmen der Überlegungen zu einem neuen Warnsystem Kommunikationsmittel gesucht, die in der Lage sind, Warndurchsagen an den Rundfunk möglichst schnell zu übermitteln. Hierbei fiel die Entscheidung auf ein satellitengestütztes Kommunikationssytem, das im Bereich der kommerziellen Übertragung von Agenturmeldungen an alle bekannten Rundfunkanstalten und andere Medien seit Jahren täglich im Einsatz ist. Da die einzelnen Meldungen in diesem kommerziellen System zeitgleich bundesweit über einen Satelliten versandt werden, ergeben sich sehr kurze Übertragungszeiten. Darüber hinaus bietet das System die Möglichkeit, Meldungen mit hoher Priorität zu versenden. Aufgrund dieser Eigenschaften ist das System geeignet, auch Warndurchsagen schnell zu versenden.

Im März 2000 wurde ein erster Entwurf für die SatWaS Testsendungen entwickelt. An der ersten Phase haben die Warnzentrale, die Verbindungsstellen, 16 Lagezentren der Bundesländer, das Lagezentrum Bundesministerium des Innern sowie 10 Landesrundfunkanstalten, das ZDF Mainz, Deutschlandradio Berlin und Deutschlandfunk Köln teilgenommen. Nach dem beschleunigten Vollausbau erfolgten als Feldversuch die ersten technischen Testbetriebe am 15.10.2001, am 15.11.2001 und am 14.12.2001. Nach der Auswertung wurde das endgültige Arbeitsverfahren zur Durchführung monatlicher Testsendungen festgelegt. Im Anschluss wurde am 20.02.2002 die erste Testsendung mit der Bestätigung (Rücksendung) aller angeschlossenen Teilnehmer durchgeführt.

Am 22. März 2006 wird die 50ste monatliche SatWaS Testsendung versandt. Der Teilnehmerkreis ist gegenüber der ersten Sendung durch die Einbindung Privater Rundfunkanstalten, Presseagenturen, Internetserviceprovidern und Emessage (Funkruf) deutlich angewachsen. Neben der Warnzentrale sind drei Zivilschutzverbindungsstellen, 17 Lagezentren von Bund und Ländern, 13 öffentlichrechtlich Rundfunkanstalten, das ZDF Mainz / Berlin, 42 private mit 98 lokalen Sendern, dpa, AFP, T-Online International, LH -Media Service und E-Message angeschlossen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe nimmt neben den klassischen Aufgaben des Zivilschutzes wie beispielsweise der Warnung und Information der Bevölkerung, dem baulichen Zivilschutz, der Wassersicherstellung und dem Kulturgutschutz neue Aufgaben wahr. Als Servicestelle des Bundes unterstützt es das Krisenmanagement der Länder insbesondere in den Bereichen Informationen und Koordination. Außerdem ist das BBK zuständig für die planerische Vorsorge zum Schutz kritischer Infrastrukturen, die Aus- und Fortbildung von Zivil- und Katastrophenschützern, den Ausbau der Katastrophenschutzforschung sowie der Katastrophenmedizin und für die Stärkung der bürgerschaftlichen Selbsthilfe. Zum Bundesamt gehört das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ), das im Herbst 2002 in Betrieb genommen wurde, sowie das Deutsche Notfallvorsorge-Informationssystem (deNIS).

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