Revival der Zuckerrübe: Hackroboter erfolgreich getestet

KI-basierter Roboter unterstützt beim Zuckerrübenanbau – Erster Testlauf auf der Lehr- und Forschungsstation Gut Wilmersdorf (Brandenburg)
Amanda Birkmann / HNEE, 2022

Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) präsentiert zum ersten Mal einen vollautomatischen Roboter zur Unkrautbekämpfung im Zuckerrübenanbau in Brandenburg.

Die Zuckerrübe gehört zur Uckermark wie die Gurke zum Spreewald. Doch ihr Anbau ist in der Region rückläufig. Er ist zu aufwendig. Unkräuter müssen während der gesamten Vegetationsperiode regelmäßig beseitigt werden, um gute Erträge zu erzielen. Im konventionellen Anbau greift man deshalb zu Pestiziden, im Ökolandbau zur Hacke. Beide Methoden sind suboptimal, weil sie entweder umweltschädlich oder zu teuer sind. „Dennoch lohnt sich der Anbau der Zuckerrübe, weil ihr Zucker einerseits, vor allem in der Biobranche, stark nachgefragt ist, zum anderen, ihr Anbau die Bodeneigenschaften verbessert“, erklärt Amanda Birkmann von der HNEE.

Im Forschungsprojekt zUCKERrübe setzen die Wissenschaftler:innen auf KI und Robotik, um das Problem vor allem für den Ökolandbau zeitnah zu lösen. „Wir haben einen Roboter entwickelt, der autonom über die Fläche fährt, um Zuckerrüben von Unkräutern zu befreien“, fasst Amanda Birkmann zusammen. Ein erster Testlauf war am Montag, 2. Mai 2022, auf der Lehr- und Forschungsstation Gut Wilmersdorf (Brandenburg) erfolgreich. „Wir haben gesehen, dass der Hackroboter mit dem schwierigen Gelände zurechtkommt und die KI-basierte Bildanalyse funktioniert. Er kann zuverlässig Unkräuter von Zuckerrüben unterscheiden“, berichtet Dr. Marcin Brzozowski, KI-Experte am IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik in Frankfurt (Oder). Der Roboter kommt zudem ohne fossile Kraftstoffe aus. Er ist batteriebetrieben und verfügt über Solarpanels, die bei gutem Wetter die Nutzung der Sonnenenergie für den Antrieb ermöglichen.

In der kommenden Vegetationsperiode fährt das rund 100 Kilogramm schwere Gerät regelmäßig über das Feld. Dabei soll die Effizienz der Beikrautregulierung mit anderen Verfahren z.B. Einsatz einer Reihenfingerhacke verglichen werden. Zudem arbeitet das Wissenschaftsteam daran, eine Drohne als Unterstützung einzusetzen. Sie soll künftig mit dem Roboter kommunizieren, seinen Standort erfassen und ihm mitteilen, wo es ein Unkrautproblem gibt. „Damit können beide auch in Gebieten mit schlechtem Mobilfunkempfang eingesetzt werden, weil die Unkrauterkennung auf Drohnen und nicht auf Cloudservern erfolgt“, ergänzt Marcin Brzozowski.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Amanda Birkmann
HNEE-Projektmitarbeiterin
Tel.: +49 173 8968939
amanda.birkmann@hnee.de

Hans-Hagen Lutzer
HNEE-Projektmitarbeiter
Hans-Hagen.Lutzer@hnee.de

http://www.hnee.de

Media Contact

Annika Bischof M.A. Hochschulkommunikation
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften

Weltweite, wissenschaftliche Einrichtungen forschen intensiv für eine zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Themen: Bioenergie, Treibhausgasreduktion, Renaturierung und Landnutzungswandel, Tropenwälder, Klimaschäden, Waldsterben, Ernährungssicherung, neue Züchtungstechnologien und Anbausysteme, Bioökonomie, Wasserressourcen und Wasserwiederverwendung, Artenvielfalt, Pflanzenschutz, Herbizide und Pflanzenschädlinge, digitale Land- und Forstwirtschaft, Gentechnik, tiergerechte Haltungssysteme und ressourcenschonende Landwirtschaft.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Mehr Resilienz für kritische Infrastrukturen

Kritische Infrastrukturen wie Stromnetze oder Verkehrswege sind zunehmend von der Digitalisierung geprägt. Diese ermöglicht, die Systeme in Echtzeit flexibel und effizient zu steuern, macht sie aber auch anfälliger für Störungen…

Mikrowelle statt Hochofen

Verfahrenstechniker der Uni Magdeburg testen Einsatz von Mikrowellentechnologie als Alternative für energieintensive Großproduktionsverfahren. Verfahrenstechnikerinnen und -techniker der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wollen die Mikrowellentechnologie als umweltschonende Alternative für energieintensive und schwer kontrollierbare…

Piezoelektrete als Wandlermaterialien in Energy Harvesting Systemen

Leistungsstark und hochflexibel… Forschende aus dem Fraunhofer LBF haben auf Basis von Piezoelektreten neuartige Energy Harvesting Systeme konzipiert. Die eingesetzten Wandlermaterialien sind eine alternative, ressourcen-schonende Lösung gegenüber konventionellen Energiespeichern, die…

Partner & Förderer