In Deutschland hat jede vierte Person eine Einwanderungsgeschichte. Von diesen 21,2 Millionen Menschen sind rund drei Viertel selbst nach Deutschland zugewandert, ein weiteres Viertel wurde hierzulande geboren. Doch wie geht es dieser vielfältigen Bevölkerungsgruppe – wie zufrieden ist sie? Antworten darauf gibt der aktuelle BiB.Monitor Wohlbefinden 2025 des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB). Auf Basis des familiendemografischen Panels FReDA und weiterer Datensätze untersucht der diesjährige Monitor, wie sich die Lebenszufriedenheit von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen nach ihrer Ein- und Auswanderungsgeschichte unterscheidet. Dies umfasst…
Fast 80% der Deutschen befürworten, dass Schwangerschaftsabbrüche in den ersten zwölf Wochen ohne Einschränkungen erlaubt sind – und doch bleibt das Thema hoch emotional und politisch umkämpft. CDU-Chef Friedrich Merz warnte 2024 vor einer gesellschaftlichen Spaltung des Landes, und 2025 sorgt der Fall Brosius-Gersdorf für Schlagzeilen.Das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD hat untersucht, wie Menschen in Deutschland wirklich über Schwangerschaftsabbrüche denken und wie sich ihre Haltung je nach Konfession, Region und Bildung unterscheidet. Darüber sprechen Veronika Eufinger und Dr. Kristin Torka…
Im vergangenen Jahr startete Dr. Alexander Leistner, Soziologe an der Universität Leipzig, das ungewöhnliche Projekt „Überlandschreiberinnen – Ways across the Country“. Nun ist das „Projektbuch“ erschienen, geschrieben von Leistner und den Schriftstellerinnen Manja Präkels, Tina Pruschmann und Barbara Thériault. Es trägt den Titel „Extremwetterlagen – Reportagen aus einem neuen Deutschland“ und enthält eine Vielzahl von zivilgesellschaftlichen Stimmen und Beobachtungen in ländlichen Regionen. Im Interview spricht Projektleiter Leistner über die Idee, das Vorgehen und wichtige Erkenntnisse. Das Buch deute an, „wie…
Von den 5,7 Millionen pflegebedürftigen Menschen gemäß Elften Sozialgesetzbuch in Deutschland werden 86 Prozent in Privathaushalten gepflegt. Bis 2050 wird eine Zunahme der Pflegebedürftigen auf 9 Millionen erwartet. Vor diesem Hintergrund beleuchten Wissenschaftler*innen des Deutschen Zentrums für Altersfragen, des DIW Berlin und der TU Dortmund aktuelle Pflegearrangements. Besonderes Augenmerk wurde auf die Unterschiede zwischen Angehörigen- und Zugehörigenpflege in und außerhalb des eigenen Haushalts gelegt. Pflege im eigenen Haushalt richtet sich oft an den/die Partner*in und dies häufig im Rentenalter, was…
Wenn Populationen aufeinandertreffen, tauschen sie oft Gene aus. Aber es treffen auch ihre Sprachen aufeinander, und solche Begegnungen können Sprachen verändern. Wie stark tun sie dies tatsächlich, und unterscheiden sich diese Veränderungen je nach Art des Kontakts? Um diese Fragen zu beantworten, hat eine internationale Studie unter Leitung der Universität Zürich globale Muster des genetischen Austauschs mit linguistischen Daten verknüpft. Die Ergebnisse zeigen, dass Kontakt zwischen Populationen die Ähnlichkeiten zwischen ihren Sprachen weltweit in ähnlichem Mass erhöht, wobei sich die…
Migrationserfahrungen sind von tiefgreifenden Ungewissheiten (Uncertainties) geprägt. Ein interdisziplinäres Symposium an der Universität Bielefeld untersucht am 8. Oktober, wie Unsicherheiten auf Migrationsprozesse, politische Entscheidungen darüber und die Forschung wirken. Die Tagung wird am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld im Rahmen von INTER.SECT ausgerichtet, einem vom Europäischen Forschungsrat (ERC) geförderten Forschungsprojekt. Anmeldungen sind bis zum 5. September möglich. Die Tagung beleuchtet Unsicherheiten auf drei eng verknüpften Ebenen. Zunächst stehen die subjektiven Erfahrungen von Migrant*innen im Mittelpunkt. Dabei illustrieren…
Die neue Ausgabe der „Forschung aktuell“ des Instituts Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkrichen (IAT) widmet sich der Frage, wie Zugehörigkeit das unternehmerische Handeln von Migrantinnen und Migranten beeinflusst. Auf Basis von 109 qualitativen Interviews analysierte das Forschungsteam verschiedene Typen von Gründungsökosystemen und zeigt, warum Zugehörigkeit kein weicher Wohlfühlfaktor, sondern eine zentrale Voraussetzung für Motivation, Resilienz und wirtschaftlichen Erfolg ist – für Einzelne wie für ganze Ökosysteme. Migrantische Unternehmerinnen und Unternehmer leisten einen wichtigen Beitrag zur Innovations- und Wirtschaftskraft…
Die Geburtenrate in Deutschland ist zwischen 2021 und 2024 deutlich von 1,58 auf 1,35 Kinder pro Frau gesunken. Dahingegen blieb die – darüber liegende – Anzahl der gewünschten Kinder im gleichen Zeitraum stabil. Dies zeigt eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB), die auf Basis des familiendemografischen Panels FReDA beruht. Frauen wünschen sich demnach im Schnitt 1,76, Männer 1,74 Kinder – und damit deutlich mehr als aktuell geboren werden. Die Forschenden sehen darin einen Hinweis, dass geplante Geburten zunächst…
Die Zahl der Einpersonenhaushalte in Deutschland wird in den kommenden zwei Jahrzehnten weiter steigen. Laut einer aktuellen Haushaltsprognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) wird ihre Zahl bis zum Jahr 2045 von derzeit 17,6 Millionen (2022) auf 18,7 Millionen anwachsen – ein Plus von 6 Prozent. Der Anteil der Singlehaushalte an allen Haushalten erhöht sich damit von 42 Prozent auf 44 Prozent. In den Stadtstaaten wird laut Prognose im Jahr 2045 sogar mehr als jeder zweite Haushalt (52…
Influencer*innen stehen wegen Imageproblemen unter Druck – von Oberflächlichkeit bis Steuerfahndung. Eine Studie von Prof. Claudia Gerhards (Hochschule Düsseldorf) zeigt erstmals, wie sie mit Vorurteilen umgehen. In Interviews wurden neun Strategien identifiziert – von Begriffsumdeutungen über kreative Selbstverortung bis zur Abgrenzung von „schwarzen Schafen“. Die Studie erscheint in Social Media + Society. Influencer*innen stehen zunehmend in der Kritik: Oberflächlichkeit, Täuschung, fragwürdige Vorbilder – das Image der Branche ist längst nicht mehr so glänzend wie noch vor einigen Jahren. Eine aktuelle…
Fast die Hälfte der Berliner Mütter bekommt ihr erstes Kind, ohne verheiratet zu sein. Dennoch sind stabile Partnerschaften und Lebensbedingungen Voraussetzung für die Familiengründung. Zudem werden Berlinerinnen immer später Mütter. Das sind Ergebnisse des Länderberichts der Repräsentativbefragung „frauen leben 4“, die heute auf einer Fachtagung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit vorgestellt werden. Sie zeigen, wie sehr äußere Faktoren die Familienplanung beeinflussen. Fast die Hälfte der Berliner Mütter bekommt ihr erstes Kind, ohne verheiratet zu sein. Dennoch sind stabile Partnerschaften und…
Ministerin Prien: „Psychisches Wohlbefinden besser durch soziale Begegnungen und das Gefühl, gebraucht zu werden“ Wie einsam sich ein Mensch fühlt, steht in einem statistischen Zusammenhang mit seinem Alter, seinem Einkommen und der Frage, ob er oder sie einem Beruf nachgeht. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Deutschen Alterssurveys, die das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) im Auftrag des Bundesfamilienministeriums zum Thema Einsamkeit vorgenommen hat. Die Ergebnisse zeigen: Etwa jede elfte befragte Person ab 43 Jahren fühlte sich „sehr einsam“….
Laut aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts ist „Krankheit, Sucht oder Unfall“ 2024 erstmals der häufigste Auslöser privater Überschuldung in Deutschland (18,1 %). Die Universität Witten/Herdecke sieht darin ein alarmierendes Signal: Krankheit trifft viele doppelt – gesundheitlich und finanziell. Prof. Dr. Eva Münster fordert gezielte Forschung und evidenzbasierte Prävention, um Betroffene frühzeitig über finanzielle Risiken zu informieren und wirksam zu unterstützen. Zum ersten Mal seit Beginn der amtlichen Erhebungen zu den Hauptursachen von Überschuldung ist „Krankheit, Sucht oder Unfall“ der häufigste Auslöser…
Am 4. Oktober 2021 kam es für rund sechs Stunden zu einem weltweiten Ausfall aller Dienste des Tech-Konzerns Meta, zu dem unter anderem auch WhatsApp, Instagram und Facebook gehören. Eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim analysiert auf Basis hochauflösender Verhaltensdaten für die USA und Spanien erstmals umfassend, wie sich das digitale Nutzungsverhalten während und nach dem Ausfall veränderte. Die Ergebnisse der Studie geben Hinweise auf Verbesserungspotenzial für die Umsetzung des Digital Markets Act (DMA) der EU sowie anderer ähnlich gelagerter…
Ein Forschungsteam der Max-Planck-Institute für evolutionäre Anthropologie, des Cognitive Neuroscience Center Marc Jeannerod (CNRS/Université Claude Bernard Lyon 1) und des Neuroscience Research Center (CNRS/Inserm/Université Claude Bernard Lyon 1) in Lyon hat Tausende von Vokalisationen freilebender Schimpansen im Taï-Nationalpark, Elfenbeinküste, aufgezeichnet und die Regeln untersucht, nach denen sich Bedeutungen verändern, wenn Rufe zu Zwei-Ruf-Kombinationen zusammengesetzt werden. Auf den Punkt gebracht – Schimpansen sind zu komplexer Kommunikation fähig: Die menschliche Sprachfähigkeit ist möglicherweise nicht so einzigartig wie bisher angenommen. Schimpansen verfügen über…
Warum greifen wir eher zu ungesundem Essen, wenn wir hungrig sind? Eine neue Studie von Forschenden der Universität Hamburg zeigt: Hunger beeinflusst nicht nur unsere Vorlieben, sondern auch, worauf wir bei Lebensmitteln im entscheidenden Moment achten. Informationen über Nährwert und Gesundheit treten bei der Essenswahl in den Hintergrund. Mit leerem Magen durch die Gänge eines Supermarktes schlendern und abwägen: gesund und nahrhaft oder lieber ungesund, dafür aber umso schmackhafter? Das kennt wohl jeder, der regelmäßig vor den bunten Lebensmittelregalen steht….