Europas Wälder müssen heute viele Funktionen gleichzeitig erfüllen. Wer Holz nutzt und die Biodiversität fördert, deckt zwei wichtige davon ab. Fast überall in Europa hat die Biodiversität in den Wäldern in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen. Gleichzeitig nahmen die Erwartungen der Bevölkerung an den Wald zu. Darum nutzen viele Waldeigentümer in Europa den Wald heute so, dass er neben der Holzproduktion auch weitere Ansprüche der Gesellschaft abdeckt. Das soeben erschienene Buch zum Thema fasst die Erfahrungen zur Balance von Forstwirtschaft und…
Hochschule Pforzheim ist Teil des EU-Forschungsprojekts AVENUE Zu einer vorgegebenen Zeit an die Bushaltestelle eilen, warten bis der Busfahrer die Türen öffnet und bei ihm eine Fahrkarte kaufen, um irgendwann an einem der festgelegten Zielpunkte wieder auszusteigen – mit Blick auf das EU-Forschungsprojekt „AVENUE“ (Autonomous Vehicles to Evolve to a New Urban Experience) soll dies schon bald der Vergangenheit angehören. Finanziert durch das EU Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 arbeitet eine multinationale Gruppe aus Industrie, Städten und Forschern an einer…
Die aus der Universität entstandene Cherry Biolabs GmbH entwickelt eine neuartige Immuntherapie gegen Krebs. Mit der MorphoSys AG als Lizenzpartner soll diese Therapie in die klinische Anwendung gebracht werden. Seit 2005 arbeitet ein Team um die Würzburger Mediziner Professor Gernot Stuhler und Dr. Thomas Bumm an einer neuartigen Immuntherapie gegen Krebs. Im Mittelpunkt stehen Fragmente von Antikörpern, sogenannte Hemibodies, die mit höchster Präzision zwischen Tumorzellen und gesundem Gewebe unterscheiden können. Konkret handelt es sich um jeweils zwei Antikörperfragmente, die auf…
Die Gesangsfrequenz eines Vogels hängt vor allem von seiner Körpergröße ab, wird aber auch von der sexuellen Selektion beeinflusst. Arten, bei denen die Männchen größer sind als die Weibchen, singen mit niedrigeren Frequenzen als aufgrund ihrer Größe zu erwarten wäre. So wirken sie noch größer und könnten sich besser gegen andere Männchen behaupten oder für Weibchen attraktiver sein. Die Analyse der Gesänge fast aller Sperlingsvögel der Welt durch Forscher des Max-Planck-Instituts für Ornithologie und Kollegen zeigt, dass der Lebensraum der…
Die Europäische Kommission wird ein Konsortium aus 37 astronomischen Institutionen aus EU und UK mit 15 Millionen € fördern. Ziel ist es, mit dem Opticon-RadioNet-Pilotprojekt (ORP) Wissenschaftlern die gemeinsame Nutzung von optischen und Radioteleskopen der Partner zu ermöglichen und zu vereinfachen. Bereits im RadioNet-Programm wurden Radioteleskope der Spitzenklasse, darunter das 100-m-Radioteleskop des Bonner MPIfR und APEX in Chile, zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung gestellt. Und auch der OPTICON-Verbund verfolgte ein ähnliches Konzept in optischen Wellenlängen. Nun soll die gesamte Vielfalt…
Neue Methoden ermöglichen den Blick in unser Innerstes: Hochauflösende Bilder tiefgefrorener Zellen zeigen Strukturen, die zuvor nur erahnt werden konnten. Bei Temperaturen von minus 196 Grad Celsius gelingen hochauflösende Bilder aus dem Zellinneren. Forschende am Institute of Science and Technology (IST) Austria zeigen so erstmals, wie ein bestimmter Proteinkomplex, der eine wichtige Rolle in diversen biologischen Prozessen wie der Zellbewegung spielt, in seinem aktiven Zustand tatsächlich aussieht. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht. Die Zellen in unserem…
Bereits seit 1970 läuft an der Empa in Dübendorf ein weltweit einzigartiger Versuch, bei dem das Langzeitverhalten von verklebten Stahlbewehrungen an einem Betonträger untersucht wird. Untersuchungen wie diese haben dazu beigetragen, dass die Klebebewehrung als Verstärkungsmethode heute Stand der Technik ist und die Ingenieure Vertrauen in diese Bauweise haben. Seit einem halben Jahrhundert läuft im grössten Prüflabor der Empa am Standort Dübendorf ein Dauerexperiment. Dabei handelt es sich um einen 1970 hergestellten Stahlbetonträger, der mit einer auf seiner Unterseite aufgeklebten…
Ein internationales Wissenschaftsteam der Goethe-Universität Frankfurt und der University of Oklahoma hat erstmals Effekte der Quantenphysik an einem auseinanderbrechenden Heliumdimer gefilmt. Der Film zeigt die Überlagerung von Wellen zweier Ereignisse, die mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit gleichzeitig auftreten: Der Fortbestand und das Auseinanderbrechen des Heliumdimers. Die Methode könnte künftig erlauben, das Entstehen und den Zerfall quantenphysikalischer Efimov-Systeme experimentell zu verfolgen. (Nature Physics, DOI 10.1038/s41567-020-01081-3) Wer sich in die Welt der Quantenphysik begibt, muss sich auf Einiges gefasst machen, was in der Alltagswelt…
Wie Sterne genau entstehen, ist nach wie vor eines der grossen Rätsel der Astrophysik. Eine UZH-Studie analysiert bisherige Beobachtungsdaten neu und kommt zum Schluss: In den nah gelegenen Galaxien bilden sich die Sterne typischerweise proportional zur Menge des dort vorhandenen Gases. Dies deutet darauf hin, dass die Netto-Gaszufuhr aus kosmischen Entfernungen der Hauptantrieb für die galaktische Sternentstehung ist. Sterne werden in dichten Wolken aus molekularem Wasserstoffgas geboren, das den interstellaren Raum der meisten Galaxien durchdringt. In den letzten Jahren hat…
Bielefelder Forschende veröffentlichen Studie in Nature Communications Um in Zukunft winzig kleine elektronische Speicher oder Sensoren herzustellen, ist es entscheidend, einzelne Metallatome auf einer isolierenden Schicht anordnen zu können. Wissenschaftler*innen der Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld haben nun nachgewiesen, dass dies bei Zimmertemperatur gelingt: Moleküle der metallhaltigen Verbindung Molybdänacetat bilden auf dem Isolator Calcit eine geordnete Struktur, ohne an andere Positionen zu springen oder sich zu drehen. Ihre Ergebnisse präsentieren die Wissenschaftler*innen heute (21.12.2020) im Fachmagazin Nature Communications. Die…
Universität Mannheim unterstützt die rnv bei der Umstellung auf Wasserstoffbusse. Das Mannheim Institute for Sustainable Energy Studies (MISES) erhält den Zuschlag, ein Projekt der Metropolregion Rhein-Neckar wissenschaftlich zu begleiten. Ziel des Projektes ist es, die Busflotte des Nahverkehrsbetreibers rnv auf Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie umzurüsten. Mit 20 Millionen Euro fördert die Landesregierung im Rahmen des Strategiedialogs Automobilwirtschaft das Projekt „H2 Rhein-Neckar“ in der Metropolregion Rhein-Neckar. Dieses soll die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie in Baden-Württemberg voranbringen. Im Rahmen des Projekts will der Nahverkehrsbetreiber…
Sechsfach höheres Risiko Ein Forschungsteam der Technischen Universität München (TUM) hat die Effekte einer Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) auf die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs quantifiziert und herausgefunden, dass Frauen, die mit HIV infiziert sind, ein sechsfach höheres Risiko haben, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Besonders betroffen sind die Regionen Süd- und Ostafrika. Gebärmutterhalskrebs ist nach Statistiken der WHO die vierthäufigste Krebsart bei Frauen. Im Jahr 2018 wurde bei schätzungsweise 570.000 Frauen weltweit ein Zervixkarzinom diagnostiziert, etwa 311.000 Frauen starben an…
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Zürich konnten erstmals beobachten, wie sich Stammzellen im erwachsenen Gehirn der Maus über Monate hinweg teilen, um neue Nervenzellen zu bilden. Ihre Studie zeigt, dass Hirnstammzellen über lange Zeit aktiv sind und liefert damit neue Erkenntnisse für die Stammzellforschung. Stammzellen bilden im Gehirn über die gesamte Lebensspanne neue Nervenzellen. Dies geschieht unter anderem im Hippokampus, einem Hirnbereich, der für viele Lernvorgänge von Bedeutung ist. Eine Verringerung der Anzahl neugebildeter Nervenzellen ist unter anderem bei Depressionen…
Quer über den Gipfel des 2592 Meter hohen Hochvogels klafft ein gefährlicher Spalt von 5 Metern Breite und 30 Metern Länge, und er öffnet sich weiter. Wann der Gipfel zerbrechen könnte, war bisher schwer zu beurteilen. Forschende des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ und der TU München entwickeln für solche Ereignisse eine neue Überwachungsmethode. Seismische Sensoren messen die Eigenschwingung des Gipfels: Ähnlich einer mehr oder weniger gespannten Geigensaite ändert sich auch die Tonlage des Berges je nach Spannung im Gestein. Das lässt…
Projekt Montexas 4.0 erfolgreich abgeschlossen Nach einer dreijährigen Laufzeit konnte in diesem Jahr das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „Montexas 4.0: Exzellente Montage im Kontext der Industrie 4.0“ erfolgreich abgeschlossen werden. Gegenstand des Verbundprojektes war die Erforschung und Erprobung von neuen Formen assistenzgestützter Montagearbeit und damit verbundenen Veränderungen in der Arbeitsorganisation und Personalentwicklung. „Eine erhöhte Variantenzahl lässt die Montagearbeit in ihrer Komplexität steigen. Dadurch kommt es zu einer erhöhten Informationsverarbeitung in der Montage und eine kognitive Ergonomie,…
Die Schlauchalge Vaucheria velutina ist die „Alge des Jahres 2021“. Die Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft e.V. wählte die eingeschleppte Algenart, die dieses Jahr erstmals im norddeutschen Wattenmeer nachgewiesen wurde, „aufgrund ihrer plötzlichen Dominanz und der unabsehbaren ökologischen Folgen“, die ihre Anwesenheit dort mit sich bringen könnte. In den Schläuchen der Alge, die normalerweise nur am Ufer wächst, verfängt sich der Schlick, wodurch die Gänge der Wattwürmer verstopft werden. Somit verändert sich das Weltnaturerbe Wattenmeer. Der Wattforscher Prof. em….