Alle Neuigkeiten

Materialwissenschaften

Flüssigkern-Fasern: Datenfluss in Glycerin

Daten und Signale lassen sich mit Glasfasern schnell und zuverlässig übertragen – so lange die Faser nicht bricht. Eine starke Biegung oder Zugbelastung kann sie schnell zerstören. Ein Empa-Team hat nun eine Faser mit flüssigem Glycerin-Kern entwickelt, die sehr viel robuster ist und Daten ebenso sicher übertragen kann. Und aus solchen Fasern lassen sich sogar mikrohydraulische Bauteile und Lichtsensoren bauen. «In Sachen optisch leitender Polymerfasern haben wir schon alles Mögliche ausprobiert», sagt Rudolf Hufenus. «Aber selbst mit den besten festen…

Informationstechnologie

Modulare Funktionseinheiten für rekonfigurierbare Weltraumroboter

Die Aufgaben autonomer Roboter im Weltraum sind vielfältig. Um den jeweiligen Anforderungen gerecht zu werden, sind bisherige Systeme stark missionsspezifisch aufgebaut. Der Nachteil: Ändern sich die Missionsanforderungen, ist mitunter eine komplette Neuentwicklung erforderlich. Mit dem nun gestarteten Projekt ModKom wollen das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und die Universität Bremen einen Paradigmenwechsel in der robotischen Raumfahrt anstoßen: Durch den Aufbau eines modularen Baukastensystems sollen die üblicherweise hochspezialisierten Roboter von flexiblen rekonfigurierbaren Systemen abgelöst und so der Entwicklungsaufwand deutlich reduziert…

Physik Astronomie

Forscherteam weist “Spin” einer Nanoschallwelle erstmals in Echtzeit nach

Brückenschlag zwischen Akustik und Optik… Einem deutsch-amerikanischen Forscherteam ist es gelungen, die rollende Bewegung einer Nanoschallwelle nachzuweisen, die der Physiker und Nobelpreisträger Lord Rayleigh 1885 vorhersagte. Einem deutsch-amerikanischen Forscherteam aus Augsburg, Münster, Edmonton, West Lafayette und München ist es gelungen, die rollende Bewegung einer Nanoschallwelle nachzuweisen, die der berühmte Physiker und Nobelpreisträger Lord Rayleigh 1885 vorhersagte. In einer in der Fachzeitschrift “Science Advances” veröffentlichten Studie verwenden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Nanodraht, in dessen Inneren Elektronen durch den “Spin” der…

Informationstechnologie

Effiziente Installation von leichteren Seitenwänden und Handgepäckfächern durch Automatisierung

Clean Sky 2 – ACCLAIM Automatisierungslösungen und Gewichtseinsparungen für den Flugzeugbau von Morgen aus dem von der Europäischen Kommission für »Horizon2020« geförderten internationalen Forschungsprojekt »Clean Sky 2 – ACCLAIM« Unter der Projektleitung von Fraunhofer gelang es den beteiligten Konsortien CALITO, EURECA, SIMFAL und VISTA im Projekt »Automated Cabin & Cargo Lining and Hatrack Installation Method« (»ACCLAIM«), Automatisierungslösungen für den Einbau eigens entwickelter leichterer Bauteile zu realisieren. Verbesserte ergonomische Arbeitsbedingungen resultieren zudem aus der erzielten Mensch-Maschine-Kollaboration. Die im Projekt erarbeitete Automatisierung…

Physik Astronomie

Wasser als Metall an BESSY II nachgewiesen

Reines Wasser ist unter Normalbedingungen ein nahezu perfekter Isolator. Metallische Eigenschaften entwickelt Wasser nur unter extremem Druck, wie er höchstens im Innern von großen Planeten herrscht. Nun hat eine internationale Kooperation mit einem ganz anderen Ansatz metallisches Wasser erzeugt und den Phasenübergang an BESSY II dokumentiert. Die Arbeit ist in Nature publiziert. Dass Wasser Strom leitet, weiß jedes Kind – aber damit ist das „normale“ Alltagswasser gemeint, das Salze enthält. Reines, destilliertes Wasser dagegen ist ein nahezu perfekter Isolator. Es…

Biowissenschaften Chemie

Lernpausen sind gut fürs Gedächtnis

Wir können uns Dinge länger merken, wenn wir während des Lernens Pausen einlegen. Dieses Phänomen ist als Spacing-Effekt bekannt. Wissenschaftler:innen am Max-Planck-Institut für Neurobiologie haben in Mäusen tiefere Einblicke in die neuronalen Grundlagen dafür erlangt. Mit längeren Zeitabständen zwischen Lernwiederholungen greifen die Tiere immer wieder auf dieselben Nervenzellen zurück – anstatt andere zu aktivieren. Womöglich können sich dadurch die Verknüpfungen der Nervenzellen in jeder Lernphase verstärken, sodass Wissen über längere Zeit gespeichert wird. Viele von uns kennen das: Einen Tag…

Energie & Elektrotechnik

Messung von Windparkeffekten über der Nordsee mit zwei Flugzeugen

Für das Projekt X-Wakes sind bei einer Messkampagne in diesem Sommer zwei Flugzeuge im Einsatz, um die räumliche Verteilung und die Erholung des Windfeldes vor und hinter Offshore-Windparks zu untersuchen. Für das Projekt wird ein umfangreicher Datensatz erhoben, um die Windverhältnisse über der Nordsee und die Wechselwirkung von Windparks und Atmosphäre zu analysieren. Für die letzten Messflüge im Projekt kommen dabei sogar erstmalig zeitgleich zwei Forschungsflugzeuge der Technischen Universität Braunschweig zum Einsatz. Die Cessna F406 D-ILAB, das neue Forschungsflugzeug der…

Materialwissenschaften

Eingeschlossene Photonen machen Strontiumtitanat ferroelektrisch

Photonen in einem Hohlraumresonator können Ferroelektrizität in Kristallen aus Strontiumtitanat (SrTiO₃) verursachen, so eine neue Studie der Theorie-Gruppe des MPSD. Die Photonen, die im Vakuum des Hohlraums erzeugt und wieder zerstört werden – gemäß den Gesetzen der Quantenmechanik – können das Verhalten der Elektronen und Atome im SrTiO₃-Kristall erheblich verändern. Die theoretischen Vorhersagen des Teams zeigen das große Potenzial von auf kleinem Raum eingeschlossenem Licht für die Erzeugung neuer Materialeigenschaften und wurden in PNAS veröffentlicht. Die Ergebnisse ebnen den Weg…

Medizintechnik

Neue Methode für schnelle 3D-Mikroskopie

Ein Team des Exzellenzclusters ImmunoSensation2 der Universität Bonn, des Universitätsklinikums und des Forschungscentrums caesar hat jetzt eine Methode entwickelt, die schnelle Bewegungen präziser vermessen kann. Mit einem neuen Algorithmus konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erstmalig das Schlagen eines Spermienschwanzes über eine längere Zeit präzise in 3D aufzeichnen. Menschen, die gerne Tennis im Fernsehen schauen, kennen das Problem: Manchmal ist ein Ballwechsel einfach zu schnell, um ihn genau zu verfolgen – und der Ball ist erst wieder sichtbar, wenn er bereits…

Informationstechnologie

Mit der AR-Brille mitten im Wald

Was ist da los? Ein paar Menschen stehen im Wormser Wäldchen beieinander und schauen einem Mann mit einer AR (Augmented Reality)-Brille zu, der bedächtige Bewegungen macht. Erst berührt er den Baum, dann bückt er sich und scheint etwas zu sammeln. Wir befinden uns in der Testphase zur zweiten Fallstudie des SAARTE-Projekts der Hochschule Worms. SAARTE (Spatially-Aware Augmented Reality in Teaching and Education) erforscht Potenziale der Augmented-Reality (AR) für die Nutzung in Lehre und Bildung und es werden konkrete AR-basierte Unterrichtseinheiten…

Ökologie Umwelt- Naturschutz

Wasser blau – Badestrand grün

Fadenalgen sind eine neue Bedrohung für klare Seen weltweit. Viele klare Seen der Welt sind von einem neuen Phänomen betroffen: In Ufernähe, wo Menschen spielen oder schwimmen, ist der Seeboden mit grünen Algenteppichen bedeckt. Es sind Massenansammlungen von Fadenalgen, die inzwischen sogar in abgelegenen Bergseen sowie in einigen großen Seen wie dem Lake Tahoe (USA) und dem Baikalsee (Russland) auftreten. Eine internationale Gruppe von Seenforscher*innen unter Beteiligung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) macht auf das Problem aufmerksam und…

Biowissenschaften Chemie

Häufige Lp(a)-Genmutation reduziert Herzinfarkt-Risiko

ForscherInnen an der Medizin Uni Innsbruck ist es gelungen, in einer schwer sequenzierbaren Region des LPA-Gens eine häufige Mutation zu entdecken, die alleine bereits zehn Prozent der Lp(a)-Konzentrationen erklärt und vor kardiovaskulären Erkrankungen schützt. Sie ist die Mutation mit dem wahrscheinlich größten Einfluss auf Lipoprotein(a) in der Bevölkerung. Lipoprotein(a) [Lp(a)] ist ein Bestandteil der Blutfette, hohe Konzentrationen davon werden fast ausschließlich durch ein einziges Gen namens LPA kontrolliert und zählen zu den wichtigsten kardiovaskulären Risikofaktoren. Die Kausalität dieses Zusammenhanges wurde…

Maschinenbau

Schnellster Sensor für Wärmefluss getestet

Ein Forscherteam der Fakultät Maschinenbau an der Hochschule Landshut entwickelte eine neue Methode, um den Wärmefluss in Verbrennungsmotoren schneller als bisher zu messen. Die Technik könnte in Zukunft helfen, den Ausstoß von Schadstoffen zu reduzieren. Zudem ist sie für die künftige Untersuchung von alternativen Kraftstoffen und wasserstoffbasierten Antrieben relevant. Starten wir den Motor eines Autos, entstehen Verbrennungsgase mit sehr hohen Temperaturen von mehr als 1.000 Grad Celsius. Treffen diese auf die Zylinder- und Kolbenwand kommt es zu sehr hohen Wärmelasten,…

Biowissenschaften Chemie

Hochwirksame und stabile Nanobodies stoppen SARS-CoV-2

Ein Forscherteam hat Mini-Antikörper entwickelt, die das Coronavirus SARS-CoV-2 und dessen gefährliche neue Varianten effizient ausschalten. Die sogenannten Nanobodies binden und neutralisieren das Virus bis zu 1000 Mal besser als zuvor entwickelte Mini-Antikörper. Zudem konnten die Forscher*innen die Mini-Antikörper so weit perfektionieren, dass sie sehr stabil und hitzebeständig sind. Diese einzigartige Kombination macht sie zu einem vielversprechenden Wirkstoff, um COVID-19 zu behandeln. Da sich Nanobodies kostengünstig und schnell in großen Mengen herstellen lassen, könnten sie den weltweiten Bedarf an COVID-19-Medikamenten…

Biowissenschaften Chemie

Pflanzen haben ein molekulares „Gedächtnis“

Hitzestress bewirkt Aufbau eines Erinnerungsvermögens in pflanzlichen Zellen. Wie eine Pflanze wächst, hängt einerseits von ihrem genetischen Bauplan ab, zum anderen aber davon, wie die Umwelt molekulare und physiologische Prozesse beeinflusst. Von besonderer Bedeutung sind dabei die sogenannten Meristeme, jene teilungsfähigen Gewebe, in denen die pflanzlichen Stammzellen enthalten sind. Das Sprossscheitelmeristem ist hierbei entscheidend für das Wachstum der überirdischen Organe. Forschende rund um Bernd Müller-Röber am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie (MPI-MP) und an der Universität Potsdam haben untersucht, wie das…

Geowissenschaften

Der Puls des Toten Meeres

Forscher*innen aus einem interdisziplinären Team mehrerer Sektionen des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ haben zusammen mit Kollegen aus Hannover, Kiel und Padua zum ersten Mal einen direkten Zusammenhang zwischen der Abnahme des Wasserspiegels des Toten Meeres, der Verdunstung und der Landabsenkung in der Region nachgewiesen. Sie berichten darüber in der Fachzeitschrift Scientific Reports. Das Tote Meer schrumpft. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Klimawandel trägt ebenso dazu bei wie menschliche Übernutzung der Ressource Wasser. Der sinkende Wasserspiegel hat eine ganze Reihe gefährlicher Folgen….

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