Alle Neuigkeiten

Interdisziplinäre Forschung

Neuer Blick auf das Umschalten im Gehirn

Das menschliche Gehirn ist extrem dynamisch. Die Verbindungen zwischen Nervenzellen ändern sich, wenn wir etwas lernen oder vergessen. Die Rechenprozesse im Gehirn ändern sich sogar noch schneller als seine Struktur: In Sekundenbruchteilen können wir uns auf einen neuen Reiz fokussieren, und plötzlich nehmen wir den Kaffeeduft wahr, der schon lange unbemerkt in der Luft lag. Ein transdisziplinäres Forschungsteam am Göttingen Campus hat nun experimentelle und mathematische Ansätze verbunden und so einen neuen Blickwinkel auf solche schnellen Schaltvorgänge im Gehirn gefunden….

Geowissenschaften

Der Pelosol ist der Boden des Jahres 2022

Seit 2005 wird alljährlich einem ausgewählten Bodentyp der Titel „Boden des Jahres“ verliehen. Verantwortlich dafür ist das Kuratorium für den Boden des Jahres, hinter dem die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft (DBG, eine der Trägerorganisationen der GeoUnion), der Bundesverband Boden (BVB) sowie der Ingenieurtechnische Verband für Altlastenmanagement und Flächenrecycling (ITVA) stehen. Boden des Jahres 2022 ist der Pelosol, ein schwerer Tonboden, der einerseits mäßig fruchtbar, andererseits aber auch schwer zu bearbeiten ist. Der Initiative „Boden des Jahres“ geht es vor allem darum,…

Energie & Elektrotechnik

Projekt für effiziente Elektroantriebe gestartet

Fraunhofer IFAM Dresden entwickelt hybride Elektrobleche. Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Dresden entwickelt mit Partnern in einem neuen Projekt hybride Elektrobleche für Elektroantriebe. Unter Koordination der Firma Siemens werden im Projekt „InnoBlech“ innovative Elektrobleche für Elektroantriebe auf Basis der additiven Siebdrucktechnologie entwickelt. Weitere Partner sind die Technische Universität Darmstadt sowie die Unternehmen Ford-Werke GmbH und EKRA Automatisierungs GmbH. Zentrales Entwicklungsziel von „InnoBlech“ ist die Bereitstellung mechanisch und magnetisch verbesserter Blechpakete für Rotoren für Reluktanz- oder PMSM-/IPM-Motoren….

Ökologie Umwelt- Naturschutz

Mikroplastik kennzeichnet Schichten des Anthropozäns

Wie lassen sich geologische Schichten abgrenzen, die sich im Zeitalter des Anthropozäns gebildet haben? Fachleute aus Geographie und Physik schlagen jetzt vor, Mikroplastik als Kennzeichen anthropozäner Schichten heranzuziehen. Das Team suchte in Bodenproben aus Flussauen nach mittelgroßen Kunststoffteilchen. Die Partikel finden sich in Schichten bis zu zwei Metern Tiefe – das liegt unterhalb der jüngsten Ablagerungen, die sich auf natürliche Weise seit den 1960er Jahren gebildet haben. Die Forschungsgruppe berichtet in der Wissenschaftszeitschrift „Science of the Total Environment“ über ihre…

Biowissenschaften Chemie

Wie der Schwimmfarn dem Regen standhält

Forschungsteam der Universität Tübingen beobachtet den Aufprall fallender Tropfen auf Blätter von Salvinia molesta mithilfe von Hochgeschwindigkeitskameras – Freier Luftaustausch an den Öffnungen. Der tropische Schwimmfarn Salvinia molesta hat ausgeklügelte Strukturen entwickelt, um auch bei starken Regenfällen das Wasser zügig von seinen Blättern abperlen zu lassen. Dadurch werden die an der Wasseroberfläche schwimmenden Blätter entlastet, aber vor allem auch die Spaltöffnungen für den Luftaustausch frei gehalten. So kann der Farn ungehindert Kohlendioxid aufnehmen für die Fotosynthese. Das wurde in einem…

Förderungen Preise

Physiker entwickeln intelligente Bildgebung zur Früherkennung von Hautkrebs

Team der Leibniz Universität Hannover ist am Projekt iToBoS beteiligt, das die Europäische Union mit zwölf Millionen Euro fördert. Drei Wissenschaftler der Leibniz Universität Hannover (LUH) forschen in dem neuen internationalen Projekt iToBoS daran, die Mortalitätsrate von Hautkrebserkrankungen durch Diagnose im frühesten Stadium zu senken. Sie arbeiten an der erstmaligen Verknüpfung von Bildgebung mit allen relevanten individuellen Patienteninformationen. Die Europäische Union fördert das interdisziplinäre Projekt, an dem auch eine Patientenorganisation beteiligt ist, mit insgesamt zwölf Millionen Euro in den nächsten…

Biowissenschaften Chemie

T-Zellen: Keine Zeit zu sterben

Sie stehen im Kampf gegen Viren, Bakterien und entarteten Zellen an vorderster Front: die T-Zellen unseres Immunsystems. Doch je älter wir werden, desto weniger T-Zellen produziert unser Körper. Wie lange wir gesund bleiben, hängt also auch davon ab, wie lange sie überleben. Forschende der Universität Basel haben nun einen bisher unbekannten Signalweg aufgedeckt, der T-Zellen lange am Leben erhält. Wie wir Menschen versucht auch jede Zelle unseres Körpers dem Tod möglichst lange zu entkommen. Dies trifft insbesondere auf eine bestimmte…

Physik Astronomie

Dünnster optischer Diffusor für neue Anwendungen

Die Miniaturisierung von optischen Komponenten ist eine Herausforderung in der Photonik. Forschenden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist es gelungen, einen Diffusor – eine optische Streuscheibe – auf der Basis von Silizium-Nanopartikeln zu entwickeln. Damit können sie Richtung, Farbe und Polarisation von Licht gezielt steuern. Anwendungen kann die neuartige Technologie etwa in transparenten Bildschirmen oder in der Augmented-Reality finden. Über ihre Ergebnisse berichten die Forschenden in der Zeitschrift „Advanced Materials“. (DOI: https://doi.org/10.1002/adma.202105868). Die Photonik –…

Förderungen Preise

Knochenmetastasen verstehen und verhindern

DFG-Schwerpunktprogramm µBONE erhält weitere Förderung über acht Mio. Euro. Die Erfolgsgeschichte des bundesweiten Schwerpunktprogramms 2084 der Deutschen Forschungsgemeinschaft geht weiter. Der seit 2018 von Professor Dr. Lorenz Hofbauer von der Hochschulmedizin Dresden koordinierte Forschungsverbund erhielt die Zusage für eine zweite Förderphase. Damit kann die zukunftsweisende Forschung zur Entstehung und Behandlung von Knochenmetastasen bis 2025 fortgesetzt werden. Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der TU Dresden und des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus bekommen nun erneut die Möglichkeit, in einem wissenschaftlichen Netzwerk mit Arbeitsgruppen…

Biowissenschaften Chemie

Arbeitsteilung unter genetischen Schaltern

Zwei X-Chromosomen sind eigentlich eines Zuviel. Die weiblichen Zellen von Säugetieren schalten daher kurzerhand eines davon ab – allerdings nur, wenn die Zellen beginnen, sich zu Geweben zu spezialisieren. Wie Zellen ihre Chromosomen „zählen“ und gleichzeitig wahrnehmen, in welchem Entwicklungsstadium sie sich befinden, hat nun ein Berliner Forschungsteam herausgefunden. Die Zellen weiblicher Säugetiere haben ein Dosisproblem, denn sie besitzen doppelt so viele X-Chromosomen wie im Körper gebraucht werden. Schon während der frühen embryonalen Entwicklung wird daher eines der beiden zufällig…

Physik Astronomie

Von Heidelberg ins Weltall

Das Weltraumteleskop James Webb startet mit Ausrüstung ins All, die am MPIA entwickelt und gebaut wurde. (Der Start des Weltraumteleskops James Webb wurde am 15. Dezember auf den 24. Dezember 2021 verschoben.) Wenn voraussichtlich am 22. Dezember 2021 das Weltraumteleskop James Webb zu seiner Mission ins All aufbricht, werden am Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in Heidelberg entwickelte und gebaute Elemente mit an Bord sein. Darunter befindet sich ein Filterrad, das die MIRI-Kamera des Webb-Teleskops erst zu einem wissenschaftlichen Instrument macht,…

Physik Astronomie

Neue Klasse galaktischer Nebel entdeckt

Einem internationalen Team von Astronomen um Stefan Kimeswenger vom Institut für Astro- und Teilchenphysik der Universität Innsbruck ist es gemeinsam mit einer Gruppe deutsch-französischer Hobby-Astronomen gelungen, eine neue Klasse von galaktischen Nebeln zu identifizieren. Diese Entdeckung liefert einen wichtigen Baustein im Verständnis für die Entwicklung von Sternen und zeigt gleichzeitig die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit zwischen universitärer Forschung und „Community Science“. Erstmals ist es Wissenschaftlern ausgehend von einer Entdeckung durch wissenschaftliche Laien gelungen, einen Nachweis für eine voll entwickelte Hülle…

Biowissenschaften Chemie

Schalter für Wirksamkeit von Adenovirus-Impfstoffen gegen Covid-19 entdeckt

Adenoviren besitzen ein Protein, das ihr Erbmaterial schützt, bis es zum Zellkern der infizierten Zelle gelangt. Dort streift das Virus seine Hülle ab und das schützende Protein löst sich von der Virus-DNA. Erst dann wird diese in den Zellkern importiert – die Voraussetzung für die Bildung neuer Viren. Dieser von Forschenden der Universität Zürich entschlüsselte Prozess ist zentral für diverse Covid-19-Impfstoffe. Adenoviren sind typische Erkältungsviren, die bei Menschen vor allem zu Erkrankungen der Atemwege führen. Seit vielen Jahren werden die…

Biowissenschaften Chemie

Traditionelle Heilpflanze lindert Malariasymptome

Der pflanzliche Wirkstoff Anemonin könnte neue Ansätze zur Behandlung von Malaria liefern. Forschende aus Äthiopien und Deutschland fanden ihn in einem Hahnenfußgewächs, das in einigen afrikanischen Ländern traditionell als Heilpflanze bei Malaria gebraucht wird. Extrakte der Pflanze linderten die Symptome von infizierten Mäusen deutlich, wie das Team der Arba Minch University (AMU), der Addis Ababa University (AAU) und der Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg (MLU) im Fachjournal “Molecules” berichtet. Ein Tee aus den Blättern des Hahnenfußgewächses Ranunculus multifidus wird in manchen Teilen Afrikas…

Informationstechnologie

IT-Sicherheit: Computerangriffe mit Laserlicht

Auch Computersysteme, die physisch von der Außenwelt isoliert sind, können Angriffen ausgesetzt sein. Dies demonstrieren IT-Sicherheitsexperten am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im Projekt LaserShark: Mit einem gerichteten Laser lassen sich Daten an bereits in Geräten verbaute Leuchtdioden übertragen. So können Angreifende über mehrere Meter heimlich mit physisch isolierten Systemen kommunizieren. LaserShark zeigt, dass sicherheitskritische IT-Systeme nicht nur informations- und kommunikationstechnisch, sondern auch optisch gut geschützt sein müssen. Auch Computersysteme, die physisch von der Außenwelt isoliert sind, können Angriffen ausgesetzt…

Medizintechnik

Weltneuheit: Kleinsten mikroelektronischen Katheter für die minimalinvasive Chirurgie der Zukunft entwickelt

Smart und dünn wie ein Haar: Forschungsteam der TU Chemnitz, des IFW Dresden und des Max-Planck-Instituts CBG stellt mit winzigem biokompatiblen, mikroelektronischen und mit Sensor- und Aktuator-Funktionen ausgestatten Mikro-Katheter einen ganz neuen Typ biomedizinischer Werkzeuge vor. Katheter haben eine überragende Bedeutung für die minimalinvasive Chirurgie. Denn sie ermöglichen Eingriffe wie die Entfernung von Blutgerinnseln, das Einsetzen von Implantaten oder die gezielte Verabreichung von Medikamenten und sollen dabei besonders schonend für die Patientinnen und Patienten sein. Grundsätzlich kann man sagen: Je…

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