Fest und elastisch, aber abbaubar: Protein-basierte Biokunststoffe. Mehr als acht Millionenen Tonnen Kunststoff gelangen jedes Jahr in die Ozeane – eine ernste Gefahr für Umwelt und Gesundheit. Bioabbaubarer Biokunststoffe könnten ein Ausweg sein. In der Zeitschrift Angewandte Chemie stellt ein Forschungsteam jetzt einen neuen Ansatz zur Herstellung einfach verarbeitbarer, bioabbaubarer, biokompatibler Kunststoffe mit günstigen mechanischen Eigenschaften auf Protein-Basis vor. Ob Verpackung oder Spielzeug, ob Mulchfolie oder Auto: Kunststoffe auf Basis von Erdöl sind allgegenwärtig. Die Nachfrag steigt ebenso wie die…
Freiburger Forschende zeigen, wie Signale der Eizelle in Zebrafischen drei Stunden nach der Befruchtung die Genexpression von Embryozellen anschalten. Moleküle machen die frühen embryonalen Gene für die Zellmaschinerie erreichbar, die daraufhin die ersten eigenen Proteine baut. Das Team des Exzellenzclusters CIBSS stellt dar, dass die Signale der Mutter somit das richtige Timing der Entwicklung von Wirbeltierembryos sicherstellen. In den ersten Stunden nach der Befruchtung ist es soweit: Die Zellen des frühen Embryos beginnen, eigenständig Proteine, Bausteine für Zellen und Organe…
Wissenschaftler*innen des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) haben gemeinsam mit Kolleg*innen der Firma Cellbricks einen 3D-Drucker entwickelt, der einen biologischen Wundverschluss herstellen kann: Aus einem Mix von Gelatine und Hautzellen druckt das Gerät ein passgenaues Pflaster, mit dem großflächige Wunden verschlossen werden sollen. Nicht nur für Brandopfer auf der Erde könnte dies eine wertvolle Alternative zur Eigenhauttransplantation sein: Auch Astronauten könnten so fernab von jeder Klinik individuell versorgt werden. Ob der Drucker in der Schwerelosigkeit funktioniert, testen…
Forschende der TU Freiberg befahren Gewässer im brasilianischen Regenwald mit Mess-Roboter. Am 3. März reisen Forschende der TU Bergakademie Freiberg ins Gebiet um Manaus. Im Gepäck haben sie einen gut 120 Zentimeter langen Messroboter. Damit analysieren sie vor Ort in insgesamt dreizehn Seen und Teichen des Amazonasbeckens den Gasaustausch von Kohlendioxid und ermitteln die Gasflüsse von Methan und Lachgas im Freiberger Labor. Nach der Forschungsreise im Oktober 2021 ist dies die zweite Amazonas-Reise des Teams. „Der Gasaustausch dieser Gewässer erscheint…
Im Gehirn gibt es Nervenzellen, die spezifisch bei bestimmten mathematischen Operationen feuern. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universitäten Tübingen und Bonn. Demnach sind manche der gefundenen Neurone ausschließlich bei Additionen aktiv, andere dagegen bei Subtraktionen. Sie kümmern sich dabei nicht darum, ob die Rechenanweisung als Wort oder Symbol notiert ist. Die Ergebnisse sind jetzt in der Zeitschrift Current Biology erschienen. Dass drei Äpfel plus zwei Äpfel zusammen fünf Äpfel ergeben, dürften schon die meisten Grundschulkinder wissen. Was bei solchen…
Eines der größten Risiken im Berufsalltag sind Vermögensschäden Dritter. Ein kleiner Fehler kann hierbei fatale Folgen mit sich ziehen und im schlimmsten Fall existenzgefährdend wirken. Allerdings besteht die Möglichkeit diese Gefahr Mithilfe der richtigen Versicherung zu vermeiden. Wer ist betroffen? Eine umfassende Berufshaftpflicht für Unternehmen kommt zum Einsatz, wenn ein erhöhtes Risiko besteht, Vermögensschäden anzurichten. Naheliegend ist diese bei der Berufsgruppe der Berater wie Rechtsanwälte, Steuerberater oder Unternehmensberater. Und auch Ärzte, Architekten und Ingenieure können mit kleinen Fehlern hohe Schadenssummen…
KATRIN-Experiment mit neuem Weltrekord bei Präzisionsmessungen. Das internationale KArlsruhe TRItium Neutrino Experiment, kurz KATRIN, am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat die Neutrinomasse erstmals auf unter ein Elektronenvolt (eV) eingegrenzt und damit eine “Barriere” in der Neutrinophysik durchbrochen. Aus den aktuell in der Fachzeitschrift Nature Physics veröffentlichten Daten lässt sich eine Obergrenze von 0,8 eV für die Masse des Neutrinos ableiten. Diese mit einer modell-unabhängigen Labormethode gewonnenen Ergebnisse ermöglichen es KATRIN, die Masse dieser “Leichtgewichte des Universums” mit bisher unerreichter…
Elegant geschwungene Sitzmöbel, die in einem flachen Karton geliefert werden und sich nach dem Auspacken über Nacht ganz von selbst in Form bringen – wer je über der Bauanleitung eines Möbelstücks gerätselt hat, mag dies als Traum empfinden. Wirklichkeit wird er durch HygroShape, dem ersten Konzept für Möbel, das auf die Formkräfte der Natur setzt und diese mit den Möglichkeiten der Digitalisierung verbindet. Entwickelt wurde das Konzept am Institut für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung (ICD) der Universität Stuttgart unter der…
Forschungsteam der Universität Tübingen stößt auf neuen Sterntyp mit ungewöhnlichen Eigenschaften – Verschmelzung zweier Weißer Zwerge vermutet. Astronomen der Universitäten Tübingen und Potsdam haben einen neuen Typ Sterne entdeckt: Auf der Jagd nach „heißen Sternen“ mit dem Large Binocular Telescope in Arizona stieß das Team auf Sterne mit ungewöhnlichen Eigenschaften. Während normale Sternoberflächen aus Wasserstoff und Helium bestehen, sind die Sterne, die unter Leitung von Professor Klaus Werner von der Universität Tübingen gefunden wurden, mit Kohlenstoff und Sauerstoff bedeckt, der…
Pflanzenschutzmittel mit Glyphosat stören Entwicklung von Kaulquappen. Ein Ulmer Forschungsteam hat untersucht, wie sich ein Glyphosat-basiertes Pflanzenschutzmittel auf die Embryonalentwicklung von Südafrikanischen Krallenfröschen auswirkt. Dabei stießen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Ulm auf massive Fehlbildungen bei den Kaulquappen. Gestört war nicht nur die Entwicklung von Herz und Hirn, abnormale Effekte zeigten sich auch in Augen, Schädelknorpeln, Gehirnnerven und bei der Körperform und -länge. Unkrautvernichter könnten demzufolge eine Rolle beim weltweiten Rückgang von Amphibienpopulationen spielen. Pestizide werden seit vielen Jahren…
Befunde von Forschenden aus München stützen die These, dass hyperaktive Immunzellen des Gehirns im Zuge neurodegenerativer Erkrankungen schützend wirken können. Ein Team aus Fachleuten des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und des LMU Klinikum München berichtet darüber im Wissenschaftsmagazin „The EMBO Journal“. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen derzeit davon aus, dass eine gezielte Beeinflussung der Aktivität der Immunzellen im Gehirn über einen Rezeptor namens TREM2 einen erheblichen Einfluss auf neurodegenerative Krankheitsprozesse haben könnte. In der…
Mit digitaler Technologie Diabetes sicherer behandeln. Mit Hilfe digitaler Technologie Therapiefehler vermeiden, ist das Ziel der Forschungskooperation der TU Dresden und des Leipziger Start-ups diafyt MedTech. Ihre Lösung für das digitale Diabetesmanagement kombiniert die Nutzung einer selbstlernenden KI-Software des diafyt MedTech mit den an der TU Dresden entwickelten HighTech-Insulinpens und neuartigen Halbleitersensoren zur Blutzuckermessung. Die digitale Diabetes-Therapie des sächsischen Forschungsduos wurde nun mit dem bytes4diabetes-Award der BERLIN-CHEMIE AG ausgezeichnet. Der Preis wird für innovative digitale Projekte rund um die Diabetes-Therapie…
… und warnt Pflegepersonal. Patientinnen und Patienten, die bewegungseingeschränkt oder bettlägerig sind, haben ein erhöhtes Risiko, Druckgeschwüre (Dekubitus) zu entwickeln. Um Druckstellen frühzeitig zu erkennen, hat das Institut für Produktentwicklung und Konstruktionstechnik in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Bonn und der Metallbau Hausmann GmbH im Projekt SomaCare eine Anti-Dekubitus-Matte entwickelt. Ein Dekubitus, also ein Druckgeschwür, ist eine örtlich begrenzte Schädigung der Haut beziehungsweise des darunterliegenden Gewebes, die durch eine länger einwirkende Druck- und Scherbelastung entsteht. „Das Dekubitusrisiko in Kliniken liegt bei…
Neue Einsichten zum Bindungsverhalten des Schweinesperma-Proteins ´AWN´. Ein Forschungsteam des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) und des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (Leibniz-FMP) entdeckte ein bisher unbekanntes Vorkommen des Schweinesperma-Proteins ´AWN´, was die Vermutung stärkt, dass dieses Protein an der Spermien-Eizell-Fusion beteiligt ist. Die neuen Erkenntnisse sind für die assistierte Reproduktion wichtig. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Biology of Reproduction“ veröffentlicht. Eiweiße (Proteine) sind ein wesentlicher Bestandteil der Samenflüssigkeit und spielen eine Rolle bei…
Schwarze Soldatenfliege macht nachhaltige Ressourcenkreisläufe möglich. Für einen Modellstandort der blauen Bioökonomie wird am Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf ein optimales und nachhaltiges Futter für die Schwarze Soldatenfliege designt. Auf Rügen entsteht ein Modellstandort der blauen Bioökonomie. Das Projekt „RüBio“ des „Innovationsraums Bioökonomie auf Marinen Standorten“ der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel bringt sechs Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um regionale Ressourcenkreisläufe effizient und erlebbar zu machen. Ein entscheidender Bestandteil: Die Schwarze Soldatenfliege, die am FBN in Dummerstorf erforscht wird….
Internationales Forschungsteam entdeckt Rolle von ISG15 für die Hautintegrität. Das Interferon-stimulierte Gen 15 (ISG15) spielt eine bedeutende Rolle für die Integrität der oberen Hautschicht. Das haben Forscherinnen und Forscher vom TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung nun gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) sowie der Universitätsklinik Sohag in Ägypten und weiteren Partnern ergründet. Ihre Ergebnisse veröffentlichen sie im Journal of Clinical Investigation. Eine Hauterkrankung eines ägyptischen Kindes hat ein internationales…