Forschende des Max-Planck-Instituts für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam haben in fast 4 Millionen Tabakpflanzen die Vererbung von Chloroplasten unter verschiedenen Umweltbedingungen untersucht. Entgegen der bisherigen Ansicht, Chloroplasten würden nur von der Mutterpflanze weitergegeben, können bei Kälte auch väterliche Chloroplasten vererbt werden. Die Chloroplasten der Eltern können sich also in den Nachkommen treffen und genetisches Material austauschen. Diese Erkenntnis erlaubt es, Eigenschaften aus dem Erbgut der Chloroplasten gezielt in der Züchtung zu nutzen, und eröffnet zudem neue Perspektiven für die Evolutionsforschung….
Pestizidrisiken in Deutschland haben sich über die vergangenen 25 Jahre deutlich geändert, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) in einer kürzlich veröffentlichten Studie berichten. Die Risiken für Landwirbeltiere nahmen in dieser Zeit ab, die für Fische, Landpflanzen und Bodenorganismen gleichzeitig aber zu. Für andere Organismengruppen gab es keinen eindeutigen Trend. Diese Erkenntnisse sind laut des Forschungsteams insbesondere angesichts des Plans der Europäischen Union (EU) von Bedeutung, Pestizidrisiken bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren. Wollen die…
Das Projekt zum Aufbau des Europäischen Blockchain-Instituts (»Blockchain Europe«) stellt einen Blockchain-Baukasten und ein Softwaresystem für Zoll und Datenmanagement als Open Source zur Verfügung. Unter anderem dabei: die Software »BORDER«, die die komplexen Vorgänge der Zoll-Abwicklung entlang der gesamten Transportkette digitalisiert. Das federführend vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML geleitete Projekt »Blockchain Europe« stellt gleich mehrere Komponenten kostenlos zur Verfügung: Die Forschenden präsentieren u. a. mit dem Softwaresystem »BORDER« (Blockchain-basierte Organisation relevanter Daten im Extrahandel mit Rechtssicherheit) nicht nur…
Electrochemischer Biosensor für die Antikörper-Detektion. Der quantitative Nachweis spezifischer Antikörper in komplexen Proben wie Blut kann Informationen über viele verschiedene Krankheiten liefern, benötigt aber meist eine aufwändige Labordiagnostik. Einen neuen Ansatz für eine rasche, kostengünstige, aber quantitative und spezifische Vor-Ort-Detektion von Antikörpern stellt ein italienisches Team jetzt in der Zeitschrift Angewandte Chemie vor. Es handelt sich um einen elektrochemischen zellfreien Biosensor, mit dem z.B. der direkte Nachweis von Grippe-Antikörpern in Blutserum gelingt. Grippe ist eine schwere, weit verbreitete epidemische Krankheit,…
Mikroskopisch kleine Robotiksysteme mussten bisher ohne Arme auskommen. ETH-Forscher entwickelten nun eine mit Ultraschall bewegte Glasnadel, die an einem Roboterarm befestigt werden kann. Damit pumpen und mischen sie winzige Flüssigkeitsmengen und fangen kleinste Partikel ein. Roboter mit beweglichen Armen sind uns allen ein Begriff. Sie stehen in Industriehallen, wo sie mechanische Arbeiten verrichten. Sie lassen sich programmieren, und ein einzelner Roboter kann für vielfältige Arbeiten verwendet werden. Bisher wenig bis gar nichts mit solchen Robotern zu tun hatten Minisysteme, in…
Forschende aus Saarbrücken und Freiburg entwickeln vielversprechenden Wirkstoff zur Bekämpfung multiresistenter Bakterien. Der Krankenhauskeim Pseudomonas aeruginosa benötigt die Zucker-bindenden Proteine LecA und LecB, um Biofilme zu bilden und sich an Wirtszellen anzuheften, um in diese einzudringen. Diese sogenannten Lektine eignen sich daher als Angriffspunkte für Wirkstoffe zur Bekämpfung von Pseudomonas-Infektionen. Forschende aus Saarbrücken und Freiburg haben nun potente Inhibitoren für LecA und LecB hergestellt, die stabiler und besser löslich sind als bisherige Wirkstoffkandidaten. Diese optimierten Moleküle wurden in Virulenztests untersucht…
Bei der Suche nach Katalysatoren für die Energiewende sind Materialien aus mindestens fünf Elementen besonders vielversprechend. Nur gibt es davon theoretisch Millionen – wie findet man da das leistungsstärkste? Einem Bochumer Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Alfred Ludwig, Leiter des Lehrstuhls Materials Discovery and Interfaces, MDI, ist es gelungen, in einem einzigen Schritt alle möglichen Kombinationen aus fünf Elementen auf einem Träger unterzubringen. Zusätzlich entwickelten die Forschenden eine Methode, um das elektrokatalytische Potenzial jeder einzelnen der Kombinationen in dieser…
Am Robotik- und KI-Institut MIRMI der Technischen Universität München (TUM) haben Forschende ein Modell entwickelt, mit dem Roboter Tee und Kaffee servieren können, ohne dass Flüssigkeit überschwappt – und zwar schneller und sicherer als Menschen. Die Mathematik des Pendels, die dafür eingesetzt wird, ist mehr als dreihundert Jahre alt. Kann ein Roboter besser kellnern als ein Mensch? Um diese Frage zu beantworten, montiert Dr. Luis Figueredo, Senior Scientist im Team von von Prof. Sami Haddadin, einen Roboterarm des Münchner Robotikspezialisten…
Forschung der FH Bielefeld im neuen GesundZentrum. Im neuen GesundZentrum am Südring in Bielefeld Brackwede können Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und Pflegepersonal interdisziplinär entwickelte Technologien für das Gesundheitswesen aus dem Forschungsverbund CareTech OWL erleben und sich beraten lassen – auch zur Finanzierung! Denn: Noch kommt zu wenig intelligente Technik in der Praxis zum Einsatz. Der Roboterarm am Pflegebett reicht das Telefon per Sprachsteuerung an oder assistiert bei Pflegehandlungen. Das intelligente Zuhause erkennt Alltagsroutinen und schlägt bei Abweichungen Alarm. Das mit Sensoren…
Hohe Leistungs- und Energiedichte dank Elektrode mit Chlorgas Superkondensatoren sind Stromspeicher, die Akkus ergänzen oder teilweise auch ersetzen können. Derzeitigen Superkondensatoren mangelt es jedoch noch an einer hohen Energiedichte – und damit an Ausdauer. Um Klassen besser zeigt sich ein neuartiger Ansatz für einen Superkondensator mit „atmender“ Elektrode. Inspiration, war eine kleine Eidechse, die bei ihren Tauchgängen eine Luftblase mitnimmt und damit unter Wasser atmet, so das Team, das ihn entwickelt hat, in der Zeitschrift Angewandte Chemie. Superkondensatoren werden heute…
Gilt die Mathematik universell, ist sie also die Essenz dessen, was wir „Welt“ nennen? Oder ist auch die Mathematik wie die Umgangssprache erst vom Menschen gemacht, ein scharfes Werkzeug zwar, mit dem der Mensch die Welt durch Logik und Zahlen analytisch zu interpretieren versucht, aber dennoch ein bloßes Hilfsmittel? Das sind die Themen der zweiten Folge von HYPERRAUM.TV über das Wesen der Mathematik. Den Antworten auf solche Fragen kann sich die Wissenschaft nur philosophisch nähern. Susanne Päch geht ihnen in…
Digitalformate bei time4you, Kompetenzentwicklung und interkulturelles Management. Es gibt viele gute Gründe sich in der eigenen Branche umzusehen, wesentliche Trends zu prüfen und für das eigene Unternehmen zu adaptieren. So gibt es auch bei der Aus- und Weiterbildung zahlreiche Vorreiter und Besonderheiten. Die Dynamik im Arbeitsmarkt wächst: Acht von zehn der nicht-akademischen Fachkräfte rechnen zum Beispiel damit, dass 2023 beruflich ein gutes Jahr für sie wird, dabei plant über ein Viertel einen Jobwechsel. Laut Trendence Instituts haben 25 Prozent der…
… frühzeitig mit Sensorik und KI aufspüren. Wie können potenziell schädliche Insekten im Wald erkannt werden, bevor sie sich massenhaft vermehren? Diese Aufgabe wird im Projekt „ForstView – Frühzeitige Erkennung forstschädlicher Insekten“ unter der Leitung der Professur für Waldschutz der TU Dresden zusammen mit Partnern aus dem Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und Industriepartnern von der IFU GmbH Privates Institut für Analytik mit einer innovativen Lösung angegangen. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung und Erprobung eines modernen und effektiven Sensorikverfahrens für…
Scheinbar spontan koordiniertes Schwarmverhalten in großen Tierverbänden ist ein faszinierendes und auffälliges kollektives Phänomen. Experimente von Forschenden der Universität Leipzig an laserbetriebenen synthetischen Mikroschwimmern zeigen nun, dass vermeintliche Schwarmintelligenz zuweilen auch die Folge simpler und generischer physikalischer Mechanismen sein kann. Ein Physikerteam um Prof. Dr. Frank Cichos und Prof. Dr. Klaus Kroy fand heraus, dass Schwärme synthetisch hergestellter Brownscher Mikroschwimmer den Eindruck erwecken können, dass sie sich spontan entscheiden, ihren Zielpunkt zu umkreisen statt diesen direkt anzusteuern. Ihre Erkenntnisse haben…
1,3 Millionen Euro für Nachwuchsforschungsgruppe von TUD und HZDR. Durch den Ausstieg Deutschlands aus der Stromerzeugung mit Kernenergie verliert das Fachgebiet der nuklearen Sicherheitsforschung bei jungen Menschen zunehmend an Attraktivität. Die Absolventenzahlen sind rückläufig und die Anzahl deutscher Nuklearexpert:innen sinkt. Deutschland braucht aber nach wie vor diese Fachkräfte, schon allein, weil in unseren Nachbarländern Kernkraftwerke betrieben und neue Anlagen gebaut werden. Zudem stehen neue Reaktortypen, wie etwa kleine modulare oder flüssigmetall-gekühlte Reaktoren, am Start. Dafür bedarf es eigener Sicherheitsforschung und…
Kolibris beherrschen ihren Schwebeflug vermutlich aufgrund eines fehlenden Gens. Sie zählen zu den kleinsten, aber auch wendigsten Vogelarten der Welt: die in Nord- und Südamerika beheimateten Kolibris. Häufig kaum größer als ein Daumen, können sie als einzige Vogelart nicht nur vorwärts, sondern auch rückwärts und seitlich fliegen. Möglich macht dies ihr charakteristischer Schwebeflug, der jedoch extrem energieaufwändig ist. Ein Team von Wissenschaftler*innen unter der Leitung von Prof. Michael Hiller vom hessischen LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik untersuchte nun in einer im…