Risikofaktor für Präeklampsie bereits in den ersten Wochen nachweisbar
Forscher des Massachusetts Generals Hospitals in Boston stellen die These auf, dass ein Bluttest das Risiko einer Präeklampsie vorhersagen kann. Der einfache Test soll noch vor den ersten augenfälligen Symptomen die Möglichkeit des bedrohlichen schwangerschaftsbedingten Bluthochdrucks erkennen. Die Studie wurde in der aktuellen Ausgabe des Fachblattes Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism Vol. 87, pp. 1563-1568) veröffentlicht.
Unbehandelt kann eine Präeklampsie zu einer lebensbedrohlichen Eklampsie führen, bei der es zu schweren Krämpfen, Leber- und Nierenschäden kommt und das Risiko einer Frühgeburt erhöht ist. Eine Präeklampsie betrifft rund fünf Prozent aller schwangeren Frauen und ist gekennzeichnet durch Bluthochdruck, Proteine im Harn und eine Flüssigkeitsretention. Präeklampsie-gefährdet sind vor allem Diabetikerinnen und übergewichtige Schwangere.
Die Symptome setzen um die 20. Schwangerschaftswoche ein. Das kann dazu führen, dass Frauen ihre Babys früher zur Welt bringen müssen. Das Team um den Studienleiter Myles Wolf untersuchte rund 4.000 Schwangere nach den Risikofaktoren Bluthochdruck-bedingter Schwangerschaftserkrankungen. Bei 45 Präeklampsie-Patientinnen stellten sie einen deutlich reduzierten Spiegel des Sexualhormon-bindenden Proteins (SHBG) in den ersten vier Schwangerschaftsmonaten fest. Das Protein steht mit einer Insulinresistenz in Zusammenhang, die wiederum zu Diabetes führen kann. Unabhängig vom Gewicht führte der niedrige SHBG-Spiegel zur Präeklampsie. “Die Studie hat gezeigt, dass dieser Risikofaktor schon in den ersten Schwangerschaftswochen nachweisbar ist”, so Wolf.
“Die Tatsache, dass eine Präeklampsie in Kombination mit reduziertem SHBG im ersten Trimester auch bei schlanken Schwangeren auftritt, lässt annehmen, dass eine Insulinresistenz der wahre Risikofaktor ist”, so Ravi Thadhani vom Massachusetts General Hospital. Da die Symptome zwischen der 20. und 25. Schwangerschaftswoche auftreten, ermögliche ein Bluttest noch eine Vorsorge-Behandlung von Risiko-Patientinnen.



