Rein elektrische Antriebe für Schiffe sind dann von Vorteil, wenn der Energiebedarf stark schwankt. Große Kreuzfahrtschiffe fahren viele Häfen an und müssen dort manövrieren, fahren ansonsten eher langsam, legen aber auch Zwischensprints ein. Elektromotoren können unterschiedliche Leistungen effizienter und schneller als Dieselmotoren erbringen, die am sparendsten bei konstanter Drehzahl arbeiten. Die Passagiere profitieren auch: Der Motor mit Supraleitern ist leiser und vibrationsärmer.
Er beruht auf einer langjährigen Zusammenarbeit von Forschern der Corporate Technology mit Antriebsexperten und Schiffbauexperten anderer Siemens-Bereiche sowie weiteren Partnern aus der Industrie und Forschung. Aus supraleitendem Material sind die Rotorwicklungen, die deshalb in einem abgeschlossenen System auf minus 246 Grad Celsius gekühlt sind. Die Wicklungen können 100 Mal mehr Stromdichte als Kupferwicklungen tragen. Das spart Gewicht und Raum. So ist ein Generator mit supraleitenden Wicklungen, den Siemens bereits erfolgreich getestet hat, etwa halb so schwer und ein Viertel so groß wie ein herkömmlicher Generator.
Der Antrieb besitzt gegenüber dem Generator nun ein 30 Mal größeres Drehmoment von mehr als 300 Kilonewtonmeter. Ein vergleichbarer herkömmlicher Elektromotor ohne Supraleiter hätte ein deutlich geringeres Drehmoment. Wie der Generator wird auch der Motor im Systemprüfhaus von Siemens in Nürnberg in etwa zwei Jahren auf Herz und Nieren getestet und danach zur Marktreife weiterentwickelt. (IN 2007.04.4)



