Das aus Hard- und Software bestehende System Braumat hat dank einer speziellen Steuerleittechnik Zugriff auf alle Anlagen und zeigt sämtliche Informationen und Steuerungsmodule grafisch an, wie das Forschungsmagazin Pictures of the Future in seiner jüngsten Ausgabe berichtet.
Ein Mausklick genügt, und das Bier bekommt im Sudhaus mehr Hopfen oder in der Abfüllung Limonadenextrakte hinzugefügt. Die Bündelung der Prozessinformationen macht die Produktion gleichzeitig transparent: Anlagenfehler werden schneller erkannt und behoben, was letztlich Kosten spart. Die Automatisierungsspezialisten von Siemens haben ihr System auf verschiedene Brauereigrößen zugeschnitten. Sie stellten jetzt die Braumat-Pakete Compact für kleine Anwendungen sowie Plus mit zusätzlichen Funktionen für Großbrauereien auf der Fachmesse Brau Beviale in Nürnberg vor.
Hatten Brauereien noch vor wenigen Jahren nur einige Biere im Sortiment, ist das Produktangebot aufgrund der Nachfrage nach neuen Sorten stark gewachsen. Die Herstellung von alkoholfreien Bieren, Lager-Bieren und Biermixgetränken zunehmend auch mit exotischen Geschmacksrichtungen bedeutet für die Produzenten jedoch eine technische Herausforderung: Für alle Biersorten steht schließlich nur eine Anlage zur Verfügung. Bis vor kurzem konnten die Mitarbeiter deshalb die verschiedenen Zutatenverhältnisse der Rezepte oft nur durch Eingriffe vor Ort verändern – eine Prozedur, die dem Brauhaus wertvolle Zeit kostete, und bei der die Qualität nicht abgesichert ist.
Die neuen Braumat-Pakete verleihen den Brauereien dagegen eine bisher unbekannte Flexibilität. Mit der integrierten Software generieren die Braumeister am Bildschirm wie mit einem Zeichenprogramm via Drag and Drop neue Rezepte und integrieren die Neuerungen sofort in den Brauprozess oder gleichen natürliche Rohstoffschwankungen mit mehr Malz oder Hopfen aus. Egal welche Veränderung der Mitarbeiter vorgenommen hat: Braumat speichert jeden Vorgang in Rezeptarchiven ab. So ist jedes Rezept und jede kleinste Zutatenabweichung vollständig einsehbar und später reproduzierbar. (IN 2006.11.5)




