Die AutoTram® benötigt weder Schienen noch ein teures Oberleitungsnetz. Der Gelenkzug rollt wie ein Bus auf Gummirädern durch die Straßen. Bereits vor einem Jahr stellte das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Dresden einen Erprobungsträger dieses neuartigen Verkehrssystems dem Fachpublikum vor. Nun haben die Wissenschaftler das Konzept zusammen mit der Hübner GmbH weiterentwickelt.
Für die sichere Fahrt sorgt eine aktive Mehrachslenkung mit Spur-führungsassistent. Das video- und Differential-GPS-basierte System unterstützt den Fahrer der AutoTram® und ermöglicht die hochpräzise Fahrt auch in engen Kurven. Das 24 Meter lange Zweirichtungsfahrzeug basiert auf zwei Niederflurfahrzeugen, die über ein symmetrisches Gelenksystem der Hübner GmbH rückwärtig aneinander gekoppelt sind. Das macht einen flexiblen Einsatz möglich. Auf Strekken mit geringem Fahrgastaufkommen wird das Gelenkfahrzeug entkoppelt und im Solobetrieb genutzt. Ist mit besonders vielen Fahrgästen zu rechnen, kann ein Zwischenmodul eingefügt werden. Dann wird die AutoTram® zu einem 36 m langen Großraumfahrzeug.
Eine weitere Besonderheit der AutoTram® ist das hybride Antriebskonzept: Ein 180 kW Dieselaggregat sowie ein Schwungmassespeicher (4 kWh/200 kW) versorgen das Fahrzeug mit Energie. Der Speicher nimmt einen Teil der Bremsenergie auf. So kann die AutoTram® sogar kurze Strecken – bis zu zwei Kilometer – emissionsfrei und geräuschlos zurücklegen. Die vom IVI entwickelte Technologie wird auch in anderen Fahrzeugen eingesetzt. So gab die RailwayService GmbH (RWS) kürzlich bekannt, Schwungmassespeicher in Eberswalder Oberleitungsbussen zu nutzen. Die Technologie hilft Betriebskosten zu senken und schont die Umwelt.
Die Autotram® ist für Betreiber des Öffentlichen Nahverkehrs interessant. Das System ist etwa 30 bis 50 Prozent günstiger als klassische Bahnsysteme.




