Die Preisträger wurden von den Hochschulleitungen vorgeschlagen und erhalten jeweils 5.000 Euro. Dr. Ralf Wiederer, der an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt bei Prof. Dr. Siegfried Lamnek (Lehrstuhl für Soziologie und Empirische Sozialforschung) promovierte, wurde für seine Arbeit zum Thema „Die virtuelle Vernetzung des internationalen Rechtsextremismus“ ausgezeichnet.
Das Internet bietet rechtsextremen Aktivisten weltweite Vernetzungs- und Agitationsmöglichkeiten. Im Rahmen seiner Dissertation hat Wiederer die strukturellen und semantischen Eigenschaften internetbasierter Kommunikationsnetzwerke mit Hilfe (teil- )automatisierter Erhebungsinstrumente und netzwerkanalytischer Methoden untersucht. „Ein besseres Verständnis der Interaktionsdynamik des internationalen Rechtsextremismus im Internet ist wichtig, um ideologisch- programmatische Veränderungen erkennen zu können und Entwicklungsverläufe prognostizierbar zu machen.
Die Ergebnisse deuten auf potenzielle Nebeneffekte staatlicher Repression und zivilgesellschaftlicher Gegenwehr hin, die auf die Wachstumsdynamik komplexer Systeme zurück zu führen sind“, erklärt Wiederer. In diesem Zusammenhang wurden in seiner Arbeit die strukturellen Grenzen der Internet-Öffentlichkeit diskutiert, die zur Beurteilung des Gefahrenpotenzials rechtsextremer Seiten im Internet von großer Bedeutung sind.
Die immense Publikumskonzentration im World Wide Web sorge dafür, dass Randgruppen ohnehin weitgehend unsichtbar blieben. „Das hat nicht nur Konsequenzen für extremistische Aktivisten: Wahlfreiheit und Informationsvielfalt, zwei tragende Säulen basisdemokratischer politischer Kommunikation, bewirken in skalenfreien Netzwerken wie dem World Wide Web Ungleichheit“, erklärt Wiederer weiter.
Dipl.-Journ.
Constantin Schulte Strathaus
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