Maschinenbau

Zuverlässigere Züge dank neuer Motorsteuerung

Bisher wird das Drehmoment mit einer direkten Messung der Motordrehzahl geregelt. Ein so genannter Drehzahlgeber, der an der Motorwelle installiert ist, misst mit einem Polrad und einem magnetischen Sensor die Umdrehungen als elektrische Impulse und ermittelt so die Drehzahl des Motors. Die Drehzahlgeber sind direkt am Motor eingebaut. Dort unterliegen sie starken mechanischen und thermischen Belastungen und verschleißen daher. Da ein technischer Defekt kaum vorhersagbar ist, kommt es oft auch zum Ausfall von Teilen der Antriebsanlage des Schienenfahrzeuges.

Das System Sitrac berechnet die Drehzahlen anhand der gemessenen Ströme und Spannungen und mit Hilfe eines Computermodells. Mit den Werten ermittelt das System das aktuell benötigte Drehmoment und steuert schließlich den Wechselrichter, der den Elektromotor des Schienenfahrzeugs mit Strom versorgt. Neben der geringeren Ausfallrate und der damit größeren Pünktlichkeit der Züge bemerken die Passagiere das System auch in punkto Fahrkomfort. Die gegenüber Störungen von Seiten der Mechanik und Elektrik robustere Regelungstechnik erzeugt Sitrac weniger Vibrationen – die Fahrt wird ruhiger.

Das System ist unter anderem schon in Shanghai, Boston und Paris im Einsatz. Es kann an nahezu jeden Zug angepasst werden. Ob U-Bahn oder Fernverkehr: Für Gleich- oder Wechselstrom bietet Siemens spezielle Software an, die die komplizierte Steuerung des Antriebs an das jeweilige Netz anpasst.(IN 2006.07.2)



Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar