Verbessertes Verfahren bringt Zeitgewinn für Ärzte und Patienten
Medizintechnik-Forscher der Fachhochschule Linz möchten Knochenimplantate in Zukunft direkt im Operationssaal herstellen. In Zusammenarbeit mit der Landesnervenklinik Wagner-Jauregg wollen sie dazu das neu entwickelte 3D-Rapid-Prototyping Verfahren einsetzen. Schädelteile, die zum Beispiel bei einem Unfall zerstört wurden, können mit diesem Verfahrens steril direkt vor Ort im Operationssaal durch Implantate ersetzt werden. "In der Praxis bedeutet das eine enorme Ersparnis von Zeit und Geld im Vergleich zu bisher verwendeten Implantaten, bei gleichzeitiger Erfüllung sämtlicher Qualitätsansprüche", skizziert Projektleiter Reinhard Hainisch der Fachhochschul-Campus Linz den praktischen Nutzen des Projektes, dessen Testbetrieb im Sommer gestartet werden soll.
Mittels des 3D-Rapid-Prototyping Verfahrens wird anhand von Computer- und MR-Tomographie schnell und kostengünstig ein reales physisches Modell des Schädelknochens erzeugt. Dieses dient während der Operation als Vorlage für die Fertigung der Implantate. Der Knochenersatz besteht aus einem auf Glasfaserbasis hergestellten Material, das den Eigenschaften von menschlichen Knochen ähnelt und daher im Körper resorbiert werden kann. Das Material wird in die Gussform gefüllt, härtet aus und kann anschließend dem Patienten eingesetzt werden.
Die Ärzte der Landesnervenklinik stehen den neuesten Entwicklungen sehr positiv gegenüber. "Wir sind mit dem Fortschritt des Projektes hoch zufrieden und freuen uns bereits auf den routinemäßigen Einsatz des neuen Verfahrens. Die wesentlich raschere Verfügbarkeit erstklassiger steriler Implantate ist für uns der größte Pluspunkt", so Kurt Holl, Oberarzt der Neurochirurgie.




