KSV prognostiziert beinahe 7.000 Unternehmenspleiten für 2005
Die Österreichische Wirtschaft hat auch im ersten Halbjahr 2005 den Trend zu mehr Gesamtinsolvenzen nicht stoppen können. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der Unternehmenspleiten in der Alpenrepublik um 15 Prozent auf 3.566, teilte der österreichische Kreditschutzverband (KSV) heute, Mittwoch, mit. Dabei kletterte die Zahl der eröffneten Insolvenzverfahren um fünf Prozent, die abgewiesenen Konkurse um 24 Prozent. Gesunken ist dagegen die Höhe der Insolvenzverbindlichkeiten. Sie schrumpfte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2004 um 15 Prozent auf geschätzte 990 Mio. Euro. Wie im Vorjahreszeitraum waren auch in den ersten sechs Monaten dieses Jahres rund 10.500 Mitarbeiter von Insolvenzen betroffen.
Nach Branchen gerechnet führten laut KSV die so genannten “Unternehmensbezogenen Dienstleistungen” die Insolvenzliste an, dicht gefolgt von Bauwirtschaft und Gastronomie. Die Bauwirtschaft ist dagegen wie im Vorjahreszeitraum Nummer eins bei den geschätzten Passiva. Auch die Zahl der Privatkonkurse ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum zweistellig gestiegen, und zwar um 13 Prozent auf 3.228. Die geschätzten Insolvenzverbindlichkeiten erhöhten sich um knapp 15 Prozent auf 360 Mio. Euro. Für das laufende Jahr erwartet der KSV eine weiterhin steigende Zahl von Insolvenzen. Der erwartete Rückgang der Insolvenzen lasse noch auf sich warten, hieß es beim KSV. Nach den Berechnungen des Verbandes wird das laufende Jahr mit einem erneuten Rekordwert von deutlich mehr als 6.500 Firmenpleiten aufwarten.
Im internationalen Insolvenz-Vergleich steht Österreich laut KSV bereits seit längerem an der Spitze. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Alpenrepublik mit 1,8 Prozent die höchste Insolvenzrate Westeuropas. Während in Österreich die Zahl der Insolvenzen um zwölf Prozent auf 6.318 kletterte, sank ihre Zahl im gesamten Westeuropa durchschnittlich um 0,3 Prozent. So lag die Insolvenzrate in Deutschland bei 1,3 Prozent (39.213 Insolvenzen, minus 0,3 Prozent) und in der Schweiz bei 1,1 Prozent (4.955 Insolvenzen, plus 9,2 Prozent).




