Dezentralisierte Teams und Softwaretools zur Projektentwicklung
Umfangreiche Softwareentwicklungsprojekte werden oft von dezentralisierten Programmierer-Teams durchgeführt dabei spielt es keine Rolle, ob sie für unterschiedliche Firmen oder für das gleiche Unternehmen an verschiedenen Standorten arbeiten. Im Rahmen des EU-finanzierten OPHELIA-Projekts wurde eine Programmierumgebung für derartige Projekte entwickelt, die auch Tools zum Projektmanagement und zum Austausch von Daten beinhaltet.
Ziel des im Rahmen des Projektes entwickelten Orpheus-Systems war die Bereitstellung einer integrierten Programmierumgebung für Teams von Programmierern an verschiedenen Standorten. Dabei lag der Hauptschwerpunkt auf der Verwaltung aller Stufen des gesamten Entwicklungsprozesses. Das System ist modular und verfügt über zwei Module, die insbesondere für das dezentralisierte Projektmanagement von Interesse sind.
Das “Metrik”-Modul sammelt Informationen über den Verlauf des Projektes, indem es Veränderungen an den in der Entwicklung befindlichen Softwaremodulen erkennt und misst. Dann erstellt es eine sogenannte “Change History”, d.h. eine Aufzeichnung der Fehler, der neuen Anforderungen und der Zwischenschritte bei der Softwareherstellung. Schließlich zeigt das Modul diese Informationen in visueller Form an, die speziell für die Orpheus-Umgebung entwickelt wurde. So können die Projektmanager die Fortschritte des Entwicklungsprozesses verfolgen und Veränderungen sofort bei ihrem Auftreten erkennen.
Einer der Zwischenschritte bei der Programmentwicklung ist die Modellierung. Dabei handelt es sich um die Überprüfung der Funktionalität und der Anforderungen einer umfangreichen Unternehmensanwendung durch den Einsatz von Softwaremodellen, die das jeweilige Programmverhalten vor der eigentlichen Codierung imitieren. Dafür wurde von der Object Management Group (OMG) – ein Konsortium zur Entwicklung von Normen und Spezifikationen in der Softwareindustrie – die Universal Modelling Language (UML) entwickelt.
Das Modelliermodul der Orpheus-Umgebung ermöglicht dezentralisierten Programmierer-Teams, Daten- und Softwaremodule durch den Abruf und die Speicherung von UML-Modellen gemeinsam zu nutzen. Der Zugriff auf Modelle und die Änderung derselben wird durch einen Modellierserver mit Genehmigungs- und Sperrmechanismen koordiniert, die unkontrollierte Arbeiten an den gleichen Softwaremodulen verhindern.
Kontakt:
Prof. Robert Pooley
Heriot-Watt-University
Riccarton
EH14 4AS, Edinburgh, UK
Tel: +44-1314-513367, Fax: -27
Email: r.j.pooley@hw.ac.uk




