Revolutionäre Behandlung von koronaren Krankheiten
In Großbritannien ist einem Patient erstmals eine künstliche Herzpumpe ohne chirurgischen Eingriff eingesetzt worden. Ärzte am Hammersmith Hospital in London haben ihm das kleinste Herz-Support-System der Welt, ein vier Millimeter breites Gerät, eingepflanzt. Es wurde in eine Arterie in der Leistengegend eingeführt und hinauf zum Herz fortbewegt. Das berichtet die BBC.
Die Pumpe, die einen Tag später wieder entfernt wurde, unterstützte das Herz des Patienten in den kritischen Stunden nach einer aorto-koronaren Bypass-Operation. Das Gerät weckt die Hoffnung von Patienten, denen der Befund gestellt worden ist, sie seien zu krank für einen Eingriff. Das kleine Gerät bietet vorübergehende Unterstützung für den Herzmuskel in der kritischen Periode nach einem Herzinfarkt oder einer Operation. Der Herzchirurg Peter Smith vom Hammersmith Hospital sagte, der Patient hatte eine stenosierende Koronarsklerose und mindestens zwei Herzinfarkte. Ohne einen Eingriff wären seine Aussichten erbärmlich gewesen. “Die neue Pump-Technologie, die ohne invasive Chirurgie ins Herz eingesetzt werden kann, wird unseren Umgang mit Herzleiden revolutionieren”, erklärt Smith. Der Chirurg begeistert sich für die Leichtigkeit in der Anwendung, die es ihm erlaubt, auch solche Patienten zu behandeln, deren Herz so krank oder geschädigt ist, dass eine Operation nicht in Frage kommt.
Das Gerät, das als Impella Recover bezeichnet wird, sitzt in der linken Herzkammer. Trotz seiner minimalen Größe kann es jede Minute bis zu 2,5 Liter Blut pumpen. Nach der Einführung über ein kleines Loch in der Arterie in der Leistengegend wird es mit Hilfsdrähten zum Herzen fortbewegt, bis es richtig sitzt. Die passende Platzierung kann durch eine Röntgenaufnahme überprüft werden. “Diese Geräte werden zunehmend kosteneffektiv, vor allem im Vergleich zu wiederholten chirurgischen Eingriffen oder Transplantationen und dem damit verbundenen langen Krankenhausaufenthalt”, freut sich Smith.



