Medikament statt Metallstütze: Neues Verfahren bei verengten Gefäßen
Statt einen „Stent“ in verkalkte Adern einzubauen, probieren Ärzte es jetzt mit einem Medikament – und scheinen Erfolg zu haben
Bisher werden bei verengten Herzkranz- oder Beingefäßen kleine Metallstützen, so genannte „Stents“, in die Gefäßwände gedrückt. Sie sollen die Gefäße nach einer Dehnung mit einem Ballon offen halten. Doch in bis zu 40 Prozent der Fälle verschließen die Gefäße sich wieder.
Bei der neuen Methode wird der Ballon, mit dem das Gefäß geweitet wird, mit einem Medikament beschichtet. Die Substanz wird beim Dehnen an die Gefäßwand abgegeben und von ihr aufgenommen. Das Risiko eines neuen Gefäßverschlusses soll so um mehr als 60 Prozent zurückgehen. Außerdem tritt offensichtlich kein Narbengewebe nach der Operation auf, das das Gefäß wieder einengen könnte.
Mediziner der Universität des Saarlandes in Homburg und der Charité forschten zunächst an Schweinen, mittlerweile wird die Methode in verschiedenen deutschen Krankenhäusern bei Menschen erprobt. Die Untersuchungsergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift „Circulation“.



