Für den ostasiatischen Raum typische Kampftechniken existierten auch in Alt-Peru. Dies fand jetzt Dr. Agustín Seguí heraus, der die Spanische Abteilung am Institut für Angewandte Sprachwissenschaft sowie Übersetzen und Dolmetschen leitet. Schwerpunkt der Forschung des Wissenschaftlers ist die vorkolumbische Ikonographie und Weltanschauung.
Kampfsportarten, bei denen außer den Fäusten auch die Füße eingesetzt werden, sind vornehmlich aus dem ostasiatischen Raum bekannt. Funde aus dem altbabylonischen Kulturkreis und Altägypten deuten auf den vereinzelten Einsatz von Beintechniken im Ringkampf hin. In Europa gehörten Fußtritte nur ausnahmsweise zum Kampf, etwa im altgriechischen Pankration, gelegentlich auch in der mittelalterlichen Fechtkunst. Umso erstaunlicher muss es anmuten, dass im vorkolumbischen Amerika eine Kampfsportart mit Fußtritten existierte.
Den Beweis tritt, wie Dr. Agustín Seguí herausfand, ein Tonkelch aus der vorinkaischen Mochica-Kultur an, der im Ethnologischen Museum Berlin aufbewahrt wird. Der Kelch, der bei Menschenopfern Anwendung fand und noch Restspuren menschlichen Blutes aufweist, stellt einen kleinen Katalog von Kampftechniken dar. So zeigt eine auf dem Kelch dargestellte Szene zweier kämpfender Krieger eindrucksvoll den Fußtritt zum Kinn des Gegners. Die Ähnlichkeit mit ostasiatischen Kampftechniken ist offensichtlich.
Ein solches Novum in der altamerikanischen Archäologie spornte die Suche nach weiteren Belegen an. Bald fand Segui Abbildungen, die zwar bereits Jahrzehnte zuvor publiziert worden waren, im Kontext von Kampftechniken jedoch bisher keine Beachtung gefunden hatten. Mehr noch: Archäologische Artefakte belegen weitere Varianten von Kampftechniken innerhalb der gleichen Kultur, die ebenfalls typisch ostasiatisch sind, wenngleich sie mit Fäusten und nicht mit Füßen ausgeführt wurden.
Bei Fragen und wegen Abbildungen setzen Sie sich bitte in Verbindung mit Dr. Agustín Seguí: (0)681 302-2512, Email: a.segui@mx.uni-saarland.de




