Umweltschutz bei Transport von Chemikalien in Tankern verbessert
Der Umweltausschuss der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hat eine Verbesserung des Umweltschutzes beim Transport umweltgefährdender Flüssigkeiten in Tankern erreicht. Wie das Bundesverkehrsministerium am Dienstag in Berlin mitteilte sei mit den revidierten Vorschriften, die in der kommenden Sitzung im Oktober verfahrensgemäß nur noch einmal bestätigt werden müssten, ein Durchbruch erreicht. Stoffe, die eine den Mineralölen vergleichbare Umweltgefahr darstellen würden, wie Pflanzenöle und Paraffinwachse, sollen ab 2007 nur noch in Doppelhüllentankschiffen transportiert werden dürfen. Auch die Vorschriften zur Einleitung von Ladungsresten aus Tankreinigungen wurden erheblich verschärft.
Über Jahre erarbeitete neue Texte seien auf der 51. Sitzung des Umweltausschusses der IMO in London beschlossen worden für:
– das internationale Übereinkommen von 1973 zur Verhütung der Meeresver- schmutzung durch Schiffe (Anlage II MARPOL) und
– den internationalen Code für Bau und Ausrüstung von Schiffen zur Beförderung gefährlicher Chemikalien als Massengut (IBC Code).
Das zügige Inkrafttreten der revidierten Anlage II sei besonders wichtig, um zu verhindern, dass Tanker auf den Chemikalientransportmarkt drängen, die für den Mineralöltransport nach Anlage I MARPOL auszumustern seien. Alte Einhüllenöltanker könnten sonst mit den technisch hochwertigen und damit teureren Chemikalientankern konkurrieren. Mit den neuen Vorschriften würden sich die Einsatzbedingungen der deutschen Flotte erheblich verbessern, da Chemikalientanker nun für weitere Produkte eingesetzt werden müssten, so das Bundesministerium. Zusätzlich entstünde neuer Bedarf an Schiffstonnage, der auch Neuaufträge bei deutschen Werften erwarten lasse. Darüber hinaus erreiche die IMO mit der Neufassung dieser Vorschriften eine Vorreiterrolle in der Umsetzung der UN-Beschlüsse von Rio de Janeiro und Johannesburg zur Bewertung gefährlicher Chemikalien. Besonders die Niederlande, Norwegen, Panama und Deutschland setzten sich für die Revision ein.
Das Ergebnis sei sehr positiv zu bewerten. Der Umweltschutzstandard, der im Dezember vergangenen Jahres zum Mineralöltransport in Doppelhüllentankern erreicht worden sei, könne nun auch für Pflanzenöle und Chemikalien erzielt werden.




