Bisher unbekannte Form vom Scrapie nachgewiesen
Ein groß angelegtes Forschungsprojekt zur Verbreitung von BSE bei britischen Schafen hat zu ersten Ergebnissen geführt. Laut den Wissenschaftlern erkrankten die Tiere nicht an der konventionellen Form von Rinderwahn. Sie schließen jedoch nicht aus, dass es sich um eine neue Form von BSE handelt, die sich an die Schafe angepasst hat. Das Department for Environment, Food and Rural Affairs (DEFRA) hat bekannt gegeben, dass die Veterinary Laboratories Agency (VLA) eine Form von Scrapie oder Traberkrankheit nachgewiesen hat, die bisher in Großbritannien nicht bekannt war. Bei Scrapie handelt es sich um eine Schafkrankheit, die für den Menschen ungefährlich sein soll.
Sprecher der DEFRA erklärten, dass das in den Gehirnen der Schafe nachgewiesene Prion über ähnliche Charakteristiken verfügt wie bei experimentell hervorgerufenem Rinderwahn. Bei weiteren Tests konnte keine Ähnlichkeit mit BSE oder bisher bekannten Formen von Scrapie nachgewiesen werden. Prionenkrankheiten werden anders als bei Rindern direkt von einem Schaf auf das andere übertragen. Das bedeutet, dass BSE trotz des Verbotes bestimmter Futtermittel tierischen Ursprungs noch immer verbreitet sein könnte. Mit BSE angesteckte Schafe entwickeln eine Krankheit, die von einer normalen Scrapie nicht zu unterscheiden ist. Dieser Umstand erschwert laut NewScientist eine Entdeckung zusätzlich. Das Prion solcher Tiere verhält sich weiter wie BSE und könnte daher beim Menschen die Creutzfeld-Jakob-Erkrankung (vCJD) auslösen.
Zusätzlich sind Prionen bei Schafen in mehr Gewebearten vorhanden als beim Rind. Dazu gehören auch die vom Menschen verzehrten Muskeln. Daher könnten BSE verseuche Schafe mehr Erkrankungen beim Menschen auslösen als infizierte Rinder. Im Jahr 2001 scheiterte ein Versuch BSE bei Schafen nachzuweisen spektakulär. Im Labor kam es zu einer Vermischung der Schaf- und Rindergehirne.




