Energie- und wassersparendes Verfahren zur Aufbereitung von Trinkwasser
Anthrazit-Einschichtfilter mit Schwerkraftspülung
An der Fachhochschule Münster wird unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Christian Becke vom Labor für Wasser-, Abwasser- und Umwelttechnik des Fachbereichs Energie•Gebäude•Umwelt an der Entwicklung eines Anthrazit-Einschichtfilters mit Schwerkraftspülung für die Trinkwasseraufbereitung gearbeitet. Die Arbeiten erfolgen im Rahmen einer Kooperation mit der Firma Evers Wassertechnik und Anthrazitveredelung aus Hopsten.
In dem gemeinsamen Forschungsprojekt wird ein Anthrazit-Einschichtfilter entwickelt, bei dessen Rückspülung durch Schwerkraftspülung Energie und Wasser eingespart wird. Das als Einschichtfilter eingesetzte Filtermaterial aus Ibbenbürener Anthrazit bietet hier entscheidende Vorteile. Durch die neu entwickelte Schwerkraftspülung zur Filterregeneration kann auf die üblicherweise verwendeten Spülwasserpumpen verzichtet werden. Damit lässt sich der Spitzenstrombedarf für die Pumpen bei der Rückspülung des Filters vermeiden, da der über dem Filter angeordnete Spülwasserbehälter durch eine wesentlich kleinere Pumpe über einen längeren Zeitraum während des Filterbetriebs gefüllt werden kann. Hierzu reicht Photovoltaik-Strom oder mechanisches Pumpen (Entwicklungsländer) aus.
In dem Forschungsvorhaben soll der gesamte Filteraufbau an das Filtermaterial Anthrazit und die Schwerkraftspülung angepasst und in Hinblick auf Energie- und Wassereinsparung optimiert werden. Das zukünftige Einsatzgebiet dieser Filter ist die Trinkwasser- und Kreislaufwasseraufbereitung. Darüber hinaus sollen die Filter den Anforderungen für die dezentrale Wasseraufbereitung in Schwellen- und Entwicklungsländern gerecht werden, wo die Einsparung von Energie und Wasser essentiell ist.
Das zukunftsweisende Projekt wird im Rahmen des PROgramms „INNOvationskompetenz mittelständischer Unternehmen“ (PRO INNO) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit gefördert.


