Links: Haut eines Gesunden
Rechts: Sowohl die Schicht lebender (blau) als auch toter (grün) Hautzellen ist bei Patienten mit Ichthyose stark verdickt.
AJHG/Fischer
Das durch Zellkultur produzierte Gewebe zeigte vergleichbare Eigenschaften wie die Haut von Patienten mit Ichthyose. Die Erkenntnisse geben wichtige Einblicke in die Entstehung gesunder Haut und könnten als Grundlage für neue Therapieansätze bei Ichthyosen dienen.
Die Studie erschien am 1. Juni 2017 im Fachjournal The Amerian Journal of Human Genetics.
Die Genfehler fanden die Forscher mit Hilfe einer aufwändigen Analyse, dem sogenannten ‚Whole Exome Sequencing‘. Dabei wird das gesamte proteinkodierende Erbgut, das Exom, auf ungewöhnliche Auffälligkeiten überprüft.
Die so entdeckten Fehler die auch als Mutationen bezeichnet werden, befanden sich im Gen SULT2B1, das am Cholesterin-Stoffwechsel beteiligt und für die korrekte Funktion der Haut unerlässlich ist. Durch die Genveränderung kommt es zu einem Funktionsverlust von SULT2B1.
Um zu prüfen, ob der Ausfall von SULT2B1 zu den entsprechenden Krankheitssymptomen führt, züchteten die Wissenschaftler im Labor eine dreidimensionale Haut, deren Zellen kein aktives SULT2B1 besaßen.
Nach zwei Wochen sahen die Forscher unter dem Mikroskop, dass sich die Hautzellen zu stark vermehrten, nur unzureichend entwickelten und übermäßig verhornten.
Original-Titel der Studie: Mutations in SULT2B1 cause autosomal recessive congenital ichthyosis in humans
DOI: 10.1016/j.ajhg.2017.05.007
Kontakt:
Prof. Dr. Dr. Judith Fischer
Ärztliche Direktorin
Institut für Humangenetik
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-70500
judith.fischer@uniklinik-freiburg.de
http://www.cell.com/ajhg/abstract/S0002-9297(17)30194-5 Link zur Studie




