Zur Minimierung des Implementierungsaufwands bei gleichzeitiger Maximierung der Qualität wurde jetzt ein Entwurfsverfahren für Komponenten aus stahlfaserverstärktem Beton (Steel Fibre Reinforced Concrete, SFRC) entwickelt, das auf der bestens bekannten Sigma-Epsilon-Technik basiert.
Die Zähigkeitseigenschaften von SFRC lassen sich nach bahnbrechenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Beton-Balkenprüfung künftig exakt bestimmen. Durchgeführt wurden die Tests im Rahmen des Projekts RILEM TC162-TDF der Kommission. Dieses beinhaltete ein umfassendes Round-Robin-Testprogramm sowie den Dreipunkt-Biegeversuch, bei dem die Kerbe in der Balkenmitte während der Messung der Rissöffnung (Crack Mouth Opening Displacement, CMOD) sehr robuste Eigenschaften zeigte.
Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit wurden auf das bekannte Sigma-Epsilon-Verfahren für gewöhnlichen Beton übertragen. So wurde ein ähnliches, leicht handhabbares Konstruktionsverfahren realisiert. In weiteren Tests wurde die Deformation bei eingeschränkter Bewegung unter Einwirkung von Normal- und Biegekräften gemessen. Ergänzt wurde das Testprogramm durch Rissproben und Scherprüfungen sowie durch Langzeittests der Kriechverformungsbeständigkeit und Auslegungs-Materialermüdung.
Die einfachen Konfigurationen und die exzellenten Verhaltensmuster machen deutlich, dass die Beton-Balkenprüfung und das Sigma-Epsilon-Verfahren ausgezeichnet auf herkömmliche Betonkonstruktionen anwendbar sind. Die Forscher sind außerdem davon überzeugt, dass diese kombinierten Tests schon bald zu RILEM-Empfehlungen umgesetzt werden und zu einem späteren Zeitpunkt auch ein Bestandteil der Eurocode-2-Normen “Betonsysteme” (CEN-Normen) werden.
Die Richtlinien und Methodiken für diese integrierten Projekte sollten somit die SFRC-Konstrukteure und die industriellen Hersteller von Betonfertigteilen (z.B. von Tunnelkomponenten und Fahrbahnplatten) in die Lage versetzen, die Qualität ihrer Betonprodukte zu steigern. Die Vorzüge dieser Designkonzepte werden überdies alternative SFRC-Lösungen und Beton-Mischungsverhältnisse zulassen und damit die Qualitätskontrolle verbessern. Auch für andere Industriezweige wie etwa die Hersteller von Stahlfasern dürften diese Forschungsergebnisse von großem Interesse sein.
Kontakt:
N.V. BEKAERT S.A.
Dirk Nemegeer
2 Bekaertstraat, 8550 Zwevegem, Belgien
Tel: +32-56-766918, Fax: -767947
Email: nemeger.dirk/ssw@bekaert.com




