Medizin Gesundheit

Neue Strategien gegen Gebärmutterhalskrebs

Kranke Zellen werden in den Selbstmord getrieben

Über eine Chance zur Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs hat ein Forscherteam um Privatdozentin Karin Butz und Professor Felix Hoppe-Seyler vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg berichtet. Mit einer molekularbiologischen Methode, der RNS-Interferenz, wird das körpereigene Selbstmordprogramm der kranken Zelle in Gang gesetzt. Zellen, die mit dem Human Papillomavirus (HPV) infiziert sind, können dadurch selektiv vernichtet werden.

Jedes Jahr erkranken weltweit etwa 500.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, 350.000 sterben daran. Eine der wichtigsten Ursachen dieser Krebsform ist das Human Papillomavirus (HPV). Bisher sind mehr als 100 Vertreter bekannt, die meisten verursachen nur harmlose Warzen. Zwei gefährliche Vertreter dieser Virengruppe sind jedoch für rund 70 Prozent aller Tumore verantwortlich. Bisher erfolgte die Behandlung durch Operation oder Laserbehandlung des befallenen Gewebes. Diese Methode führt aber nicht immer zum Erfolg, besonders in fortgeschrittenen Stadien ist eine vollständige Heilung wenig wahrscheinlich.

Mit der neuen Methode wird in Zellkulturen das Gen, das für das Überleben der Tumorzelle wichtig ist, ausgeschaltet. Dadurch kann das Tumor-Suppressor-Protein ungehindert seinen Aufgaben nachkommen und den Tod der erkrankten Zelle einleiten. Noch ist nicht geklärt, wie die RNS-Interferenz als Therapiemethode eingesetzt werden kann. Zuerst müssen Wege gefunden werden, um die verwendeten Moleküle beim Patienten effizient in die gewünschten Zellen einzuschleusen.



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