Biowissenschaften Chemie

Schallerkennende Haarzellen im Labor gezüchtet

Hoffnung für die Behandlung von Taubheit

Wissenschaftler der Massachusetts Eye and Ear Infirmary haben schallerkennende Haarzellen des Innenohres aus embryonalen Stammzellen gezüchtet. Das Team um Stefan Heller setzte embryonale Stammzellen von Mäusen jenen chemischen Einflüssen aus, die auch eine normale Haarzelle bei ihrer Entwicklung antrifft. Die teilweise entwickelten Zellen wurden Hühnerembryos implantiert. Die Zellen entwickelten sich laut Newscientist weiter und verhielten sich wie die bereits vorhandenen.

Obwohl die Zellen auf den ersten Blick normal entwickelt sind, ist derzeit nicht sicher, ob sie genau so funktionieren wie jene, die vom Versuchstier selbst gebildet wurden. In einem nächsten Schritt wird erforscht, ob die Transplantate das Hörvermögen schwerhöriger Mäuse wieder herstellen können. Als positives Zeichen gilt, dass die Stammzellen Verbindungen mit Neuronen in der gleichen Petrischale eingehen.

Haarzellen verwandeln Schallwellen in elektrische Signale, die an das Gehirn weitergeleitet werden. Bei Säugetieren sterben diese Zellen im Laufe der Jahre ab. Die Folge ist ein irreversibler Hörverlust. In Zukunft könnten die im Labor gezüchteten Haarzellen eine Alternative zur Implantierung von kochlearen Implantaten zur Behandlung von Taubheit werden. Die aktuelle Studie wurde in den Proceedings of the National Academy of Science veröffentlicht.



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