Trotz der Kennzeichnung von Gepäck mit Barcodes kommt es vor, dass Koffer verloren gehen oder ins falsche Flugzeug geladen werden. Die Deutsche Lufthansa will die Fehlerrate bei der Gepäckbeförderung so klein wie möglich halten und hat daher ein System von Siemens installiert, das Gepäck vom Schalter bis zum Kofferband lückenlos online verfolgt. Die ersten Erfahrungen eines Pilotprojekts in 26 Flughäfen weltweit, das jetzt ein halbes Jahr läuft, haben ergeben, dass die Fluggesellschaft durch den verbesserten Gepäcktransport nicht nur die Kunden zufrieden stellen, sondern auch Kosten sparen kann.
Pro Tag fliegen durchschnittlich 125.000 Personen mit der Lufthansa, die 150.000 Gepäckstücke aufgeben. Obwohl die Fluggesellschaft in punkto Zuverlässigkeit bei Gepäck im Vergleich mit anderen weltweit an der Spitze liegt, verursachen Irrläufer oder verspätet ankommende Koffer jährlich einen Schaden von mehreren Millionen Euro. Das verbesserte System arbeitet wie bisher mit einem Strichcode, der beim Einchecken eingescannt wird. Die Informationen über Flug, Umsteige- oder Ankunftszeiten leitet das System an einen zentralen Rechner weiter. Über ein Suchsystem kann jeder Koffer einzeln identifiziert werden. Bei einem Flug von München nach Frankfurt passiert ein Gepäckstück allein am Münchner Flughafen sechs Scanner. Zu jeder Zeit ist daher abrufbar, wo ein Koffer steckt. Das Personal weiß auch, in welcher Reihenfolge Koffer eingeladen wurden und wo im Laderaum sie sich befinden. Gepäck von Fluggästen, die kurze Umsteigezeiten haben, wird bevorzugt umgeladen, damit ein Urlauber am Zielort nicht ohne Badehose dasteht.




