In der lösungsmittelhaltigen Abluft einer Lackiererei steckt Energie, die sich mit einer Brennstoffzelle nutzen lässt: Das zeigt eine Testanlage, die der kanadische Hersteller Fuel Cell Technologies (FCT) nun in Zusammenarbeit mit Ford in Dearborn (USA) in Betrieb genommen hat.
Die Anlage wird mit den flüchtigen Lösungsmitteln betrieben, die beim Lackieren der Autos in der Produktionsstätte in großen Mengen frei werden. Diese organischen Verbindungen werden gesammelt, konzentriert und in einem eigens konstruierten Reformer in ein wasserstoffreiches Gas umgewandelt. Dieses dient einer Festoxidbrennstoffzelle (SOFC) als Brennstoff, die 5 Kilowatt Strom und Wärme für die Fabrik erzeugt.
Jahrelang habe man die lösungsmittelhaltige Abluft aus Gründen des Umweltschutzes verbrannt, erklärt der Ford-Ingenieur Jay Richardson. Das neue System arbeite dagegen effizienter und erzeuge obendrein noch elektrische Energie. Wird gerade nicht lackiert, könne die Anlage auch mit Erdgas betrieben werden, berichtet Gary Allen von Fuel Cell Technologies. Für die Zukunft sei bereits eine Anlage mit 50 Kilowatt elektrischer Leistung geplant.
SOFCs bieten sich für dieses Einsatzgebiet besonders an: Da sie bei Temperaturen von über 750 Grad Celsius arbeiten, sind sie nicht auf reinen Wasserstoff als Brenngas angewiesen. Sie können vielmehr kleinere, wasserstoffhaltige Moleküle wie Methan (CH4) direkt verwerten und sogar Kohlenmonoxid (CO) verbrennen, das bei Niedertemperaturbrennstoffzellen noch als störende Verunreinigung wirkt.




