Medizin Gesundheit

Brustkrebshoffnung: Doppeltherapie soll längere Behandlung erlauben

Christoph Ritter vom Institut für Pharmakologie (Abt.-Direktor Prof. Dr. Heyo Klaus Kroemer) forschte seit 2001 als Stipendiat der Community Medicine-Nachwuchsförderung der Krupp-Stiftung an der Vanderbilt University in Nashville, Tennessee, die letzten sechs Monate auf Einladung und Kosten dieser Universität.

Die gepriesene Arbeit, die er zusammen mit Roberto Bianco, Walter King, Steve Ritland, Francesca Bargiacchi, Gail Lewis, Mark X. Sliwkowski, Carlos L. Arteaga verfaßte, beschäftigt sich mit der Entwicklung von Resistenzen bei der Therapie von Brustkrebs.

Bei einem bestimmten Typ von Brustkrebs, an dessen Zelloberflächen der spezifische Rezeptor HER2/neu sitzt, läßt sich der künstlich hergestellte Antikörper “Herceptin” (der ursprünglich nur zur Diagnose des Tumors verwendet wurde) erfolgreich therapeutisch einsetzen. Allerdings treten bei dieser Behandlung manchmal Resistenzen auf, das heißt der Tumor spricht dann nicht länger auf den Antikörper an.

In Tumor-tragenden Mäusen, die mit Herceptin behandelt worden waren, isolierte Christoph Ritter gegen Herceptin resistente Zellen und untersuchte sie auf Mechanismen der Resistenzbildung. Er fand heraus, daß das Wachstum dieser gegen den Antikörper resistenten Zellen deutlich nachließ, wenn er die aktive Domäne des erwähnten Rezeptor gezielt hemmte. Die entsprechenden bereits entwickelten Medikamente für diese Hemmung eröffnen die Option, aufgetretene Resistenzen zu durchbrechen oder die Entstehung von Resistenzen durch eine kombinierte Gabe von Antikörpern und diesen Medikamenten überhaupt zu verzögern.

In jedem Fall, so Christoph Ritter, scheint damit eine Verlängerung der Überlebenszeit bei Brustkrebs durch diese gezielte Therapie möglich.

Info:

Dr. Christoph A. Ritter
Institut für Pharmakologie
Friedrich Loeffler-Str. 23d
17487 Universität Greifswald
Tel. 03834 – 86-5624, Fax – 86-5631
e-mail: ritter@uni-greifswald.de



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