Verzweigte und hochverzweigte Polymere finden heutzutage vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.Durch seine chemisch inerte Struktur und seine gute Biokompatibilität ist Polyethylenglykol (PEG) eines der meistverwendeten wasserlöslichen Polymere der heutigen Zeit. Jedoch ist der Einsatz von PEG wegen seines inhärenten Kristallisationsgrades in manchen Fällen beschränkt.Ein strukturell analoger Polyether, welcher in den letzten Jahren in der Forschung etabliert wurde, ist hochverzweigtes Polyglycerin (hbPG), das sich ebenfalls durch eine sehr gute Biokompatibilitätund Stabilität bewährt hat, aber auf dem Markt nur in Form von niedermolekularen Produkten verfügbar ist.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht den Einbau von verzweigten Glycerineinheiten in Polyethylenglykol. Durch eine speziell entwickelte Copolymerisationstechnik lassen sich statistische Copolymere aus Ethylenoxid und Glycidol, die als „hochverzweigtesPEG“ aufgefasst werden können, in einem Schritt herstellen. Hierbei lässt sich der Gehalt an Glycerin variieren, wodurch die Eigenschaften der Materialien sowie ihre Löslichkeit breit maßgeschneidert werden können. Die eingebauten Glycerineinheiten senken die Kristallisationsfähigkeit von PEG. Bei mehr als 15% Glycerin-Einbau erhält man nicht kristallines PEG. Die hochverzweigten PEG-Strukturen zeigen ausgezeichnete Biokompatibilität und vielseitige weitere Modifizierbarkeit, was neue Einsatzmöglichkeiten in der Medizin, Pharmazie, Kosmetik, aber auch für Lithium-Ionenleiter in der Batterietechnologie eröffnet.
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Dr. Klaus Kobek
