Architektur Bauwesen

Gefährliche Bau-Chemikalien einfach ersetzen

Leitfaden der Donau-Universität Krems: Gifte um 90 Prozent reduzierbar

Chemikalien, die am Bau verwendet werden, bergen für Handwerker und Gebäudenutzer große gesundheitliche Risiken. Bauherren und Planer legen daher immer häufiger Wert auf “gesunde” Baustoffe und schadstofffreie Innenraumluft. Im Rahmen einer Master-These am Zentrum für Bauen und Umwelt der Donau-Universität Krems wurde ein Leitfaden zur Chemikalienreduktion im großvolumigen Wohnbau entwickelt, der nun den Praxistest bestanden hat: Um bis zu 90 Prozent kann der Chemikalienbedarf bei gleichen Produktkosten reduziert werden.

Die Experten haben anhand eines Wohnbauvorhabens die Arten und Mengen üblicherweise verwendeter Lösungsmittel erhoben und mit denen im Leitfaden angebotenen Alternativen verglichen. “Erfreulich für Bauherren ist die Tatsache, dass die Produktkosten bei der Verwendung schadstoffarmer Materialien nicht steigen. Lediglich der Qualitätssicherungsaufwand bei Ausschreibung und Baustellenkontrolle erhöht sich geringfügig”, so der Chemiker und Bauökologe Thomas Belazzi, der die Master-These verfasst hat. Für die detaillierte Umsetzung der Lösungsmittelreduktion sollten Planer auf das Know-how externer Experten zurückgreifen, die dort ein breites Betätigungsfeld vorfinden, rät der Experte. Ein Beispiel für die Möglichkeit giftige Lösungsmittel gegen umweltfreundliche Anstriche zu ersetzen, ergibt sich zum Beispiel beim Oberflächenschutz von Parkettböden.

Architekten, Baumeister und Fachingenieure haben im Rahmen von berufsbegleitenden Master-Studiengängen die Möglichkeit sich dieses Wissen anzueignen. Als Richtungen werden etwa “Solararchitektur” und “Klima-Engineering” mit einem besonderen Schwerpunkt auf nachhaltigen Umgang mit verschiedenen Ressourcen angeboten. Beide Studiengänge dauern vier Semester und schließen mit dem internationalen akademischen Grad “Master of Science (MSc)” ab.



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