Neue digitale Kommunikationsmöglichkeiten verändern auch die Politik. Das gilt gewiss nicht nur für Wahlkämpfe, sondern auch für die demokratische Kommunikation in Parteien und zwischen Bürgern. – Der Workshop untersucht zwei Modelle politischer Diskussion im Internet.
Der erste Teil des Workshops beschäftigt sich mit der vormaligen (2006-2011) Diskussionsplattform der Aktion Mensch: DieGesellschafter.de. Eine Forschungsgruppe stellt die “Hypothese der strukturellen Unverbindlichkeit” vor: Die erstaunliche Unverbindlichkeit von vielen Netzdiskussionen geht teils auf Eigenschaften des Mediums selbst zurück, teils auf die Software und die Gestaltung der Netz-Seiten, die bei den Nutzern bestimmte Verhaltensweisen fördern (z.B. Pseudonyme statt Klarnamen) und andere erschweren (z.B. sachliches Argumentieren).
Der zweite Teil diskutiert die demokratietheoretischen Hoffnungen und Konsequenzen von Liquid Democracy – einer derzeit am deutlichsten innerhalb der Piratenpartei propagierten Erneuerung demokratischer Kommunikation, die die Vorteile “direkter” Demokratie und die Vorteile “repräsentativer” Demokratie vereinigen soll. – Das praktische Bezugsproblem des Workshops ist die Förderung der demokratischen Diskussion unter der normativen Annahme, dass demokratische Politik besser wird, wenn sie deliberativer wird.
10:00 Begrüßung und Einleitung
10:15-11:15 Deliberative Demokratie – Zwischen Konzeptualismus und diskursivem Design. [Matthias Kettner]
11:30-12:30 Alte und neue netzbasierte Kommunikationsgemeinschaften – Rekonstruktionen und Typologien. [Lisa Schiller | Christoph Bieber, Sven Grundmann]
12:30-13:30 Mittagspause
13:30-15:30 Die Gesellschafter.de – Strukturelle Unverbindlichkeit. [Thomas Loer, Mariam Witt de Albuquerque, Inna Hirsch]
Paradoxien der Moderation radikaler Meinungsfreiheit [Matthias Kettner, Christian Scheifl]
16:00-18:00 Liquid Democracy – Republikanische Utopie, technokratische Ideologie (oder etwas ganz anderes)?
[Sebastian Jabbusch: Gelungene und misslungene liquid Democracy in der Piratenpartei |[Frieder Vogelmann: Verflüssigen und Kanalisieren. Wann verschwimmt die Demokratie?|[Janosch Dahmen: Bündnis90/DieGrünen – Kommentar|[Frederik Wegener: liquid democracy e.V. – Kommentar]
Veranstalter: Prof. Dr. Matthias Kettner, PD Dr. Thomas Loer, Forschungsgruppe Politische Diskussion im Netz
Anmeldungen und Rückfragen über Linda Bischoff (Sekretariat), Tel: 02302 926-816 oder Linda.Bischoff@uni-wh.de
Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.450 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.
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