Bei der Bewertung von Futtermitteln sollten auch deren positive Nebenwirkungen beachtet werden.
Von einer Vielzahl möglicher Futtermittel wie beispielsweise Nebenprodukten aus der Lebensmittelherstellung aber auch grundfutterartigen hofeigenen Futtermitteln sind nur begrenzte Futtereigenschaften bekannt. In der Schweizer Zeitschrift “Agrarforschung” wurde über unkonventionelle Fütterungsversuche an Mastlämmern und -rindern mit Raps-, Sonnenblumen- oder Leinsaat in geschroteter Form berichtet. Die Rationen enthielten 3 % Fett und wurden verglichen mit ölsaatfreien Futtermischungen.
Raps- und Leinsaat wirkten sich nicht signifikant nachteilig auf Wachstum, Schlachtkörper und Fleischqualität aus, während die Sonnenblumensaat, die sich als besonders faserreiche Charge erwies, Verdaulichkeit und Futterverwertung signifikant verminderte. Bei Raps- und Sonnenblumensaat erhöhte sich aber im subkutanen Fett die Widerstandsfähigkeit gegen Ranzigwerden und der Vitamin E Gehalt des Nieren-Beckenhöhlenfetts; außerdem stieg bei Sonnenblumensaat der Anteil der konjugierten Linolsäuren. Eine Reduktion der Methanemissionen war bei allen Ölsaaten zu erkennen, bei Sonnenblumen war sie signifikant. Der Einfluss nahrungsfaserreicher Futtermittel wurde anhand von Beimischungen von 5, 14 bzw. 22 % Zuckerrüben-Trockenschnitzel zu Rationen für wachsende Schweine untersucht. Trockenschnitzel senkten den Cholesteringehalt im Bauchspeck um 4, 6 bzw. 10 %. Wegen verminderter Mastleistung wurden jedoch 22 % Trockenschnitzel als zu hoch erachtet. Mit steigendem Trockenschnitzelanteil reduzierte sich außerdem der Anteil des Ammoniak-Stickstoffs am Gesamt-Stickstoff im Hofdünger nach einwöchiger Lagerung. Die bekannt günstige Wirkung von eiweißreduzierter Fütterung auf die Stickstoff-Emission kann zusätzlich durch verstärkten Einsatz nahrungsfaserreicher Futtermittel erhöht werden.




