Mit den Partnern SAP, der Universität Passau, der Katholieke Universiteit Leuven (Belgien) und der Chalmers University of Technology (Schweden) sollen in den nächsten drei Jahren eine Technologie entwickelt und in Software implementiert werden, die den Nutzer beim Surfen auf dynamischen, interaktiven Webseiten schützt: Sie erzeugt eine abgesicherte Umgebung, in der Informationen nur kontrolliert verwendet werden können.
Social Media Services wie Facebook und Twitter sind Beispiele für die zunehmende Vernetzung von aktiven Inhalten im Web. In sogenannten Mash-ups werden Inhalte und funktionelle Komponenten aus unterschiedlichen Quellen in einer Webseite kombiniert, wie „Gefällt mir“ bei Facebook oder eine Karte von Google Maps. Für den Nutzer ist dies in der Regel nicht unmittelbar erkennbar, bringt aber Gefahren mit sich, wie nicht erlaubten Zugriff auf persönliche Daten oder eine Überwachung des Surfverhaltens.
Das Projekt WebSand will die Komposition dieser Mash-ups sicherer machen, um den Nutzer vor den Bedrohungen durch die aktiven Komponenten des Mash-Ups zu schützen. Da der Anbieter der Webseite die fremden Inhalte nicht selbst kontrollieren und ihnen auch nicht blind vertrauen kann, suchen die Forscher nach anderen Wegen, um den Informationsfluss zu kontrollieren. Dazu soll dem Nutzer ein Sicherheitsmodul übertragen werden, das alle eingebetteten Anwendungen in einem sicheren Modus ausführt.
Dazu soll der potentiell böswillige Programmcode beim Aufrufen einer Webseite in einer so genannten Sandbox ablaufen, in der kein Schaden angerichtet werden kann.
Die IT-Sicherheitsexperten der zentralen Siemens-Forschung Corporate Technology bringen in das Projekt ihre Erfahrung mit den unterschiedlichsten Anwendungen ein: Das Unternehmen bietet industrielle Automatisierung, Informationssysteme für Krankenhäuser oder etwa Leitwarten für Anlagen und Kraftwerke an. Diese Programme sind heute bereits webbasiert und unterliegen demselben Wandel wie alle anderen Seiten im Internet.
(RN 2011.05.1)




