Aufkeimende Inflationsaengste, die mit der derzeit anziehenden Preisentwicklung in Deutschland verbunden sind, muessen laut Kemmer etwas relativiert werden: “Angesichts einer Kerninflationsrate von rund 1 Prozent kann von einem breit angelegten Preisschub noch keine Rede sein.
Auch im Euro-Raum sehe ich keinen Beginn eines sich selbst verstaerkenden Inflationsprozesses”. Gegenwaertig seien vor allem Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise die Treiber der Teuerungsrate. Doch guenstige statistische Basiseffekte sollten im Fruehjahr wieder fuer einen gewissen Rueckgang der Preissteigerungsrate sorgen. “Im Jahresdurchschnitt duerfte die Inflationsrate daher sowohl im Euro-Raum als auch in Deutschland bei etwa 2 Prozent liegen”, so Kemmer.
Trotz vielfaeltiger Anstrengungen der Euro-Staaten, des Internationalen Waehrungsfonds und der Europaeischen Zentralbank seien die Marktteilnehmer bei europaeischen Staatsanleihen weiterhin skeptisch. Daher wuerden gegenwaertig weitere Massnahmen diskutiert, um die Lage zu stabilisieren:
etwa die Aufstockung des Euro-Rettungsschirms oder die Moeglichkeit, dass hoch verschuldete Euro-Staaten mit Krediten des Rettungsschirms ihre Staatsschulden zurueckkaufen koennen. Kemmer weist darauf hin, dass die Chancen und Risiken der unterschiedlichen Vorschlaege sorgfaeltig abgewogen werden muessten. Der Bankenverband unterstuetze daher die Position der deutschen und franzoesischen Regierung, etwaige Aenderungen beim aktuellen Rettungsschirm in einem Gesamtpaket festzulegen. “Hieran sollte nun mit Hochdruck gearbeitet werden”, so Kemmer, “denn ein ueberzeugendes Gesamtkonzept wird auch die Maerkte positiv beeinflussen”.
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