Ältester Hochofen der Welt wird energieeffizienter
Innerhalb von rund 80 Tagen wird Siemens VAI den Veteranen nun demontieren, modernisieren und dann wieder aufbauen.
Die Überholung eines Hochofens ist ein kritisches Unterfangen, weil jeder Tag Stillstand den Verlust von einigen Millionen Euro bedeutet. Siemens minimiert diese Standzeit mit einem modularen Projektkonzept, das es möglich macht, den Ofen in großen Einheiten ab- und wieder aufzubauen. Dabei werden rund 17.000 Tonnen Anlagenteile und Material bewegt.
Der Umbau bietet die Chance, den Hochofen 1 mit neuester Technologie auszustatten und so die jährliche Produktionsmenge von knapp 3,3 auf 3,6 Millionen Tonnen zu steigern. Modernisiert werden unter anderem die Beschickung des Rohmaterials, in dem Fall des Eisenerzes, um den Reduktionsprozess effizienter zu machen. Die Produktivität erhöht sich des Weiteren durch ein Monitoring- und Automatisierungssystem zur Optimierung von Prozessparametern. Verbesserte Schamotte und Kühlungen verlängern die Betriebszeiten.
Das Projekt ist die dritte Hochofenmodernisierung, die Siemens für den Stahlproduzenten ArcelorMittal durchführt. Ebenfalls unter der Leitung von Siemens wurde der neueste Hochofen 3 von ArcelorMittal Tubarão designt und errichtet, der in 2007 in Betrieb ging. In Tubarão wird Halbzeug unterschiedlicher Stahlgüten, unter anderem für die Automobil- und Bauindustrie sowie den Schiff- und Pipelinebau produziert. (IN 2010.09.6)




