Die internationale Debatte über ein weltweites Klonverbot von Menschen wird für mindestens ein Jahr ausgesetzt.
Frankreich und Deutschland hatten eine zweistufige Vorgehensweise vorgeschlagen, bei der im ersten Schritt das reproduktive Klonen menschlicher Zellen verboten hätte werden sollen. Im zweiten Schritt wäre ein Verbot des therapeutischen Klonen menschlicher Zellen zur Diskussion gestanden. Diese Form des Klonierens schließt die Schaffung von Embryonen für die medizinische Forschung ein. Die USA wollte aber ein Pauschalverbot aller Klonformen in einem Schritt.
Wie das Fachblatt New Scientist berichtet, hätten vor allem US-Abtreibungsgegner auf die Blockierung des deutsch-französischen Resolutionsentwurf gedrängt. Im vergangenen Jahr stimmte die UN-Vollversammlung dafür, ein Klon-Abkommen zu formulieren, nachdem der umstrittene italienische Reproduktionsmediziner Severino Antinori seine Pläne, einen Menschen zu klonen, verkündet hat. Diese Woche hätte der UN-Rechtsausschuss entscheiden müssen, ob die Verhandlungen über die Vorschläge im Februar wieder aufgenommen werden. Jetzt einigte man sich darauf, die Diskussion auf Eis zu legen. Viele Länder besitzen zwar ein nationales reproduktives Klonverbots-Gesetz. Ein weltweites Verbot wird aber als einzige Möglichkeit gesehen, Wissenschaftlern, die ihre Forschung überall dort betreiben, wo es ihnen gesetzlich gestattet ist, Einhalt zu gebieten.




