Verkehr Logistik

Navigationssystem für fahrerlose Gabelstapler

Neue Fahrstrecken werden durch einmaliges Abfahren eingelernt. Bisher eingesetzte Systeme sind auf externe Navigationshilfen wie Reflektoren, Magnete oder induktive Leitdrähte angewiesen. Das Siemens-System nutzen unter anderem Gabelstapler der Firma Fendt Fördertechnik. Dafür gewann Siemens auf der LogiMat die Auszeichnung „Bestes Produkt 2009“.

Das Autonomous-Navigation-System (ANS) ist eine Entwicklung von Siemens Corporate Technology und Siemens Industry. Um die Staplerposition während der autonomen Fahrt zu bestimmen, benötigt das System eine Karte der Umgebung. Dafür misst ein schwenkbarer Laserscanner in drei Raumrichtungen die Entfernungen zu Objekten der Umgebung. Spezielle Auswertealgorithmen erstellen aus diesen Messungen dann eine Karte. Nach vorgegebenen Kriterien extrahieren sie dazu aus der Decken- und Wandstruktur Landmarken. An diesen Referenzpunkten orientiert sich das System und positioniert das Fahrzeug auf wenige Zentimeter genau. Bauliche Veränderungen sind beim Einsatz von ANS nicht notwendig. Der Laserscanner reagiert außerdem auf Hindernisse und sorgt so für mehr Sicherheit. Außerdem kann es Objekte wie Paletten erkennen.

Zum Einlernen von Routen fährt eine Person das Fahrzeug. Das Navigationssystem vermisst während der gesamten Fahrt die Umgebung. Anfangs- und Endpunkt jeder Teilstrecke teilt der Fahrer dem System mit. Danach können die Anwender dem Fahrzeug über ein Leitsystem beliebige, aus diesen Teilstrecken zusammengesetzte Routen vorgeben. Zum Lernprozess gehört auch, dem Fahrzeug Funktionen wie „Ladung aufnehmen / abstellen“ zu zeigen. Der Vorteil für die Kunden besteht darin, dass sie das System sehr schnell in Betrieb nehmen oder umprogrammieren können. Auch die Automatisierung eines einzelnen Gabelstaplers lohnt sich auf diese Weise. (IN 2009.07.4)



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