Medizin Gesundheit

Verbesserte Diagnostik im Dünndarm durch schluckbare Mini-Kamera

Insgesamt mehrere hunderttausend Menschen sind in Deutschland von organischen Krankheiten im etwa 4 – 6 Meter langen Dünndarm betroffen. Dazu gehören chronisch entzündliche Erkrankungen (z.B. Morbus Crohn), Zöliakie (Glutenunverträglichkeit), Schmerzmittelbedingte Schleimhautschäden, Polypen, Tumore oder Blutarmut durch Eisenmangel aufgrund einer nicht erkannten Blutungsquelle im Dünndarm. Viele Patienten mit Dünndarmerkrankungen leiden lange Zeit vor der Diagnose unter unspezifischen Symptomen wie z.B. wiederholte Durchfälle, unerklärte Bauchschmerzen und Gewichtsverlust(*1). Herkömmliche Untersuchungsverfahren für den Dünndarm können diesen entweder nur zum Teil einsehen (konventionelle Endoskopie) oder weisen keine ausreichend hohen Auffindungsraten für z.B. frühe oder flache Schleimhautschäden auf (Dünndarm-Röntgen). Folge ist, dass Dünndarmerkrankungen nicht selten übersehen werden oder nicht in ihrer ganzen Ausdehnung beurteilt werden konnten. Der Dünndarm wurde daher vor der M2A(R)Kapsel-Endoskopie auch als “gastroenterologisches Niemandsland” bezeichnet(*2).

Das auch in Deutschland verfügbare Given(R)Diagnostic System bietet durch die M2A(R)Kapsel-Endoskopie ein modernes Verfahren(*3), das effektiv und patientenfreundlich ist. Eine Mini-Kamera in der M2A(R)Kapsel zum Einnehmen sendet auf ihrem Weg durch den Magendarmtrakt 6-8 Stunden kontinuierlich Bilder aus dem Körperinneren und ermöglicht damit die endoskopische Betrachtung des gesamten Dünndarms mit einer sehr hohen Auffindungsrate für krankhafte Veränderungen. Neu ist ein Ortungssystem, das die dynamische Lokalisierung der Kapsel und der krankhaft veränderten Dünndarmbereiche ermöglicht und deren Position im Körper als zweidimensionales Bild darstellt.

Die M2A(R)Kapsel-Endoskopie schließt eine diagnostische Lücke und ist nach den vorliegenden Studienergebnissen im Vergleich zu anderen Methoden, z.B. dem Dünndarm-Röntgen, diagnostisch überlegen(*1,*3). Über 1000 Patienten wurden bereits in klinischen Studien mit der M2A(R)Kapsel-Endoskopie untersucht(*1).

Herr Prof. Hagenmüller (Allgemeines Krankenhaus Altona, Hamburg), der zur Zeit eine eigene Studie zum Nachweis von unentdeckten Dünndarmkrankheiten bei unerklärten Bauchbeschwerden durchführt: “Die M2A(R)Kapsel-Endoskopie ist dem Dünndarm-Röntgen deutlich überlegen und verspricht, zukünftig eine Fülle von bislang unerkannten krankhaften Veränderungen im Dünndarm diagnostizieren zu helfen.”

Patientenvorteile:Einsatzgebiete der M2A(R)Kapsel, die auf einem wissenschaftlichen Kongress 2002 in Deutschland vorgestellt wurden, waren(*3):

  • Blutarmut aufgrund von Eisenmangel und / oder Dünndarmblutung
  • Chronischer Durchfall
  • Bauchschmerz mit Verdacht auf eine Ursache im Dünndarm
  • Klärung eines auffälligen Röntgenbefundes
  • Verdacht auf Morbus Crohn
  • Nachweis von Dünndarmpolypen bei Peutz-Jeghers-Syndrom und erblichem Polypenbefall im Darm.

Auf dem weltweit wichtigsten Kongress in der Gastroenterologie, der Digestive Disease Week, USA, wurden im Mai 2002 in San Francisco mehr als 45 wissenschaftliche Beiträge zu M2A(R)Kapsel-Endoskopie präsentiert1, u.a. auch bei:

  • Morbus Crohn (5 Studien)
  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)
  • Schmerzmittel-bedingten Dünndarmschäden
  • Kindern über 10 Jahren mit Verdacht auf eine Dünndarmerkrankung

Herr Prof. Neuhaus (EVK, Düsseldorf), der bereits die positiven Zwischenergebnisse seiner eigenen Studie bei Patienten mit Verdacht auf Morbus Crohn bzw. auch bereits nachgewiesener Erkrankung vorgestellt hatte, kommentierte die in den USA veröffentlichten neuen Daten: “Alle vorliegenden Studienergebnisse bestätigen, dass die M2A(R)Kapsel-Endoskopie – ohne Strahlenbelastung – mit einer hohen Auffindungsrate mehr entzündliche Veränderungen im Dünndarm entdeckt als die Dünndarm-Röntgenuntersuchung. Geeignet ist die Kapsel-Endoskopie beim M. Crohn insbesondere bei Verdachtsfällen, zur Untersuchung der Ausdehnung der Krankheit im Dünndarm und für Therapie-Studien. Wichtig ist, dass Patienten mit Verdacht auf eine deutliche Verengung im Darm ausgeschlossen werden, vorzugsweise mit einer auf den Dünndarm ausgerichteten Ultraschalluntersuchung. Ansonsten ist mit Nebenwirkungen nicht zu rechnen.”

Mehrere Tausend M2A(R)Kapseln wurden bislang für den Einsatz in der klinischen Routine ausgeliefert. Bis Ende Juni 2002 stand in Deutschland die M2A(R)Kapsel-Endoskopie bereits in über 70 Kliniken bzw. Praxen zur Verfügung(*4).

Patienten und Ärzte können das wohnortnächste Zentrum für Kapsel-Endoskopie im Internet finden unter: http://arztliste.givenimaging.com/.



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