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Siemens ausgezeichnet für Krypto-RFID-Chip

Der Chip dient der Fälschungssicherung und kann direkt in Produkte oder deren Verpackungen integriert werden. Die Echtheit wird über ein kryptografisches Verfahren ermittelt – ohne Online-Verbindung und in wenigen Zehntelsekunden. Mit dem Chip können Waren aller Art gesichert werden, was Produktpiraten künftig das Leben sehr schwer machen dürfte.

Von Siemens Corporate Technology stammt das sichere Authentifizierungsverfahren für den RFID-Einsatz. Es beruht auf der so genannten Public-Key-Kryptographie. Dabei codiert der Chip eine Prüfanfrage des Lesegerätes mit seinem privaten Schlüssel. Der Empfänger kann die Antwort auf diese Anfrage mit dem dazugehörigen öffentlichen Schlüssel blitzschnell auf seine Richtigkeit überprüfen.

Der Chip besitzt auch die Möglichkeit, Daten wie Herkunftsbezeichnungen und Seriennummern zu speichern. Unbefugtes Abhören der Daten und Kopieren der Chips sind praktisch unmöglich.

Die Siemens-Entwickler schafften es mit optimierten Algorithmen, die notwendige Rechenleistung auf dem Chip deutlich reduzieren. Statt eines programmierbaren Prozessors haben sie feste, nicht programmierbare Schaltungselemente eingesetzt. Somit wurden der Energieverbrauch und die für den Kostenfaktor wichtige Größe des Chips erheblich gesenkt.

Derzeit arbeitet Siemens mit seinem Technologiepartner Infineon an Pilotprojekten für verschiedene Unternehmen. Hier geht es unter anderem um die Integration des Chips in konkrete, gegen Plagiate zu schützende Produkte, um die erforderliche Infrastruktur als auch um die möglichen Prozesse zur Absicherung der Vertriebswege. Der Chip ist zunächst exklusiv für diese Projekte verfügbar. Aus den Erfahrungen der Pilotprojekte wollen die Partner dann die Entscheidungen für die endgültigen Eigenschaften des Chips ableiten und die breite Markteinführung vorbereiten.

Siemens zeigt den auf asymmetrischen Verschlüsselungsverfahren basierenden RFID-Chip während der EuroID 2009 in Köln (vom 5. bis zum 7. Mai 2009). Im Rahmen der Veranstaltung wird zum vierten Mal der European AutoID-Award ausgelobt. Die Jury betonte bei der Preisverleihung vor allem die hohe Bedeutung der Innovation für die deutsche Wirtschaft, der jährlich ein Schaden von 30 Milliarden Euro durch Plagiate entstehe. Der Markt habe händeringend auf eine solche Lösung gegen Produktfälschungen gewartet, hieß es in der Laudatio. (IN 2009.05.1)



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